Gurnigel







Horrorszenario beim Heimrennen am Gurnigel

 

 

Am Donnerstagabend nach Arbeitsschluss fuhren wir bereits mit unserem Transporter an den Gurnigel, um unseren angestammten Platz einzunehmen und bei Regen unsere Zelte aufzubauen. Nach einem kleinen Imbiss reisten wir wieder nach Hause, um am Freitag noch zu arbeiten. Erst gegen halb sechs Uhr abends und bei schönstem Sonnenschein waren wir am Freitag wieder im Fahrerlager, um uns fertig einzurichten, die Wagenabnahme zu erledigen und eine kleine Streckenbesichtigung zu unternehmen.

 

 

Der Samstag begrüsste uns noch relativ kühl, aber mit viel Sonne. Um zehn Uhr stand dann bereits der 1. Trainingslauf an. In der ersten Spitzkehre war es noch ein wenig feucht, sonst war die Strecke in einem guten Zustand und auch der neue Asphalt hatte mehr Grip als erwartet. Somit konnte ich mit 1.55.92 bereits eine Topzeit markieren, auf die Hundertstelsekunde gleich schnell wie Martin Kindler. Nun mussten wir uns bereits zum ersten Mal in Geduld üben. Das Wetter schlug um und es regnete den ganzen Nachmittag. Erst gegen vier Uhr konnten wir den 2. Trainingslauf bei strömendem Regen in Angriff nehmen. Mit einer vorsichtigen Fahrt und einer Zeit von 2.21.84 konnte ich meine Konkurrenten doch deutlich distanzieren. Wegen dem grossen Rückstand auf den Zeitplan und der fortgeschrittenen Zeit wurde der 3. Trainingslauf gestrichen.

 

 

Der Sonntagmorgen präsentierte sich immer noch grau und nass und wir konnten unser Regen-Setup vom Vortag gleich für den 1. Rennlauf übernehmen. Die Strecke führte aber massiv weniger Wasser, was sich in meiner Laufzeit von 2.09.51 widerspiegelte. Am nahesten an meine Zeit kam Reto Meisel als schnellster Tourenwagenfahrer, meine direkten Konkurrenten Martin Kindler und Jean-Jacques Dufaux waren deutlich geschlagen!

Weil sich das Wetter nun besserte, der Himmel nach und nach aufklärte und die Strecke langsam abtrocknete, war dieser 1. Lauf leider nur reine Makulatur, falls der Veranstalter denn drei Rennläufe rumbringen sollte. Vor dem 2. Rennlauf stellte sich dann die Frage, ob nun Regenreifen oder Slicks die schnellere Variante sein sollten. Ich entschied mich, wie die meisten Anderen, für Regenreifen. Weil es im Mittelteil doch schon recht trocken war, hätten wir wenigstens die Fahrwerkseinstellung ein wenig anpassen sollen. Mit 2.01.51 wurde ich von Kindler und Dufaux leicht geschlagen.

 

 

Die Strecke trocknete jetzt mehr und mehr ab und der 3. Rennlauf musste auf Trockenreifen die Entscheidung bringen. Von den Tagessieganwärtern musste ich als erster auf die Bahn und hatte sicher immer noch die schlechteren Verhältnisse, als die nach mir Startenden.

Der Start gelang mir nicht ganz optimal und die erste Spitzkehre war doch noch sehr nass! Von da weg war die Strecke aber weitgehend trocken. Nach der Topspeed-Passage im „oberi Lasweid“ beging ich beim Runterschalten einen Flüchtigkeitsfehler und ich hatte keinen Gang eingelegt und rollte bis zur nächsten Kurve vortriebslos. Dies kostete mich rund eine Sekunde, was meine Laufzeit von 1.55.51 nicht gerade vorzüglich aussehen liess. Dufaux und Kindler brachten ihre Läufe wohl auch nicht ganz fehlerlos ins Ziel und waren mit 1.56er- respektive 1.57er- Zeiten langsamer als ich. Somit konnte ich in der Addition aus den zwei schnellsten Rennläufen einen knappen Vorsprung von 0,45 sec auf Martin Kindler und 0,83 auf Jean-Jacques Dufaux herausfahren und einen weiteren Gesamtsieg in mein Palmarès eintragen.

 

 

Dies war nun das 10. Rennen in der Saison 2008. Aber was wir bei dem Rennen am Gurnigel erleben mussten, hatte leider sehr wenig mit Automobilrennsport zu tun. Das Bergrennen mutiert langsam bloss noch zu einer Werbeveranstaltung! Auch bei mehreren Stunden Verspätung auf den Zeitplan war es dem Veranstalter immer noch wichtig, dass der Werbecorso und viele weitere Showfahrzeuge die Stecke hochtuckeln. Die eigentlichen Akteure, nämlich die Rennfahrer, werden zur Nebensache und zu Pausenclowns verdrängt und können dann morgens früh oder abends spät noch fahren, wenn die Zuschauer noch nicht da oder aus Langeweile schon wieder nach Hause gefahren sind. Ich finde es dem Zuschauer gegenüber nicht ganz fair, wenn diese unter dem Vorwand „Bergrennen“ an die Strecke gelockt werden und dann bloss haufenweise alte Motorräder, alte Mini’s und Capri’s, neue Fahrzeuge und LKW’s im Gänsemarsch vorgeführt bekommen. Wir Rennfahrer dürfen dann, sofern Zeit, auch mal fahren und sonst wird uns halt ein Lauf gestrichen…

Als Berner schmerzen mich solche Zeilen über mein Heimrennen!

 

 

Am kommenden Wochenende wird aber bereits wieder Rennen gefahren und um Meisterschaftspunkte gekämpft. Denn in Eichenbühl bestreiten wir das vorletzte Rennen zur Deutschen Meisterschaft.

 

 

Bis bald…

Marcel

 

Weitere Infos zum Gurnigelrennen und sonstiges unter www.gurnigelrennen.ch

 

 

Fotos folgen in den nächsten Tagen....

 

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