Erster Titel für Steiner 2005


AvD Sportwagen-Berg-Cup Meister: Marcel Steiner. quelle Automobil Revue

Nachdem es jahrelang in der Sports Car Challenge auf der Rundstrecke nicht geklappt hatte, kam Marcel Steiner am Berg zum ersten Meistertitel. Der Berner musste jedoch lange warten, bis er als Gesamtsieger im AvD-Sportwagen-Cup feststand, weil es bei den Deutschen Unklarheiten bei der Reglementsauslegung gab. Auf den ihm mehrheitlich unbekannten Bergrennstrecken hatte Steiner gegen die vielen routinierten Deutschen einen schweren Stand. Steiner eroberte aber einen Tagessieg (Schleiz), zwei zweite und zwei dritte Plätze, sodass sein Titel absolut verdient ist.

 

 

weitere Infos

Gurnigel 2005


Marcel fühlt sich fit für das Gurnigel-Bergrennen Rennen. Er hofft, einen guten Rang zu erreichen.

Gurnigel "Berner Zeitung BZ" 08.09.2005

 

«Am Gurnigel fahren wir unseren Heim-Grand-Prix»


Der 30-jährige Marcel Steiner aus Oberdiessbach fährt am Sonntag das Gurnigel-Bergrennen. Sein Vater, der ehemalige Autorennfahrer Heinz Steiner (56), wird am Rand der Piste mitfiebern.
Marcel Steiner wandelt in den Fussstapfen seines Vaters Heinz. Oder besser: Er fährt. Für ihn ist das nur logisch. Hat er seinen Papi doch schon an Autorennen begleitet, als er kaum gehen konnte. Und als Dreijähriger war Klein-Marcel schon am liebsten in der Werkstatt der väterlichen Autogarage in Oberdiessbach. Die Berufswahl war keine Frage. «Zuerst lernte ich Maschinen- und dann Automechaniker», sagt Marcel Steiner. Nein, andere Vorstellungen und Träume hatte er nicht: «Ich wollte einfach Autorennen fahren. Motoren waren schon immer das, was mich am meisten interessierte», erklärt Marcel Steiner. Folgerichtig arbeitet er in der Autogarage seines Vaters. Ist der letzte Kunde weg, geht die Arbeit erst richtig los. Meist werkeln die beiden bis spätabends am Rennwagen oder an ihrem umgebauten Autocar, mit dem sie zu den Rennen fahren.


Bis 195 km/h


Als 16-Jähriger ist Marcel Steiner sein erstes Rennen gefahren. Mit Gokart. 1996 war er dann erstmals am Gurnigel-Bergrennen dabei. «Ich fuhr in der Kategorie Formel Ford, das ist eine Einsteigerformel für Jungfahrer», was seinem Rennfahrertraum schon ein bisschen näher kam. Aber richtig los ging es für ihn erst im Jahre 2000. Da fuhr Marcel Steiner mit Vaters Sportwagen der Gruppe CN-Martini-BMW die 3,7 Kilometer am Gurnigel hoch. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 195 Stundenkilometern. Das Gurnigel-Bergrennen und viele andere hat schon sein Vater gefahren, über 30 Jahre lang. Jetzt fährt Heinz Steiner keine Rennen mehr, sondern ist Chef des Rennteams von Sohn Marcel, den er auch coacht. 2004 fuhr Marcel Steiner am Gurnigel Bergrennen mit 1.53.29 dann seine persönliche Bestzeit. Was ihn daran besonders freut: «Ich fuhr 9/100 schneller als mein Vater vor Jahren.»


Gurnigel – ein Muss


Mangels Rennstrecken in der Schweiz fährt Marcel Steiner Autorennen in ganz Europa. Kürzlich wurde er im deutschen Osnabrück Tagessieger. 1600 Kilometer hin und zurück sind Vater und Sohn mit dem Car gefahren, in dem Platz für den Rennwagen, sieben Klappbetten, eine Küche und eine Dusche ist. «Den haben wir selber umgebaut», meint Heinz Steiner stolz. Ein bisschen Stolz glänzt in seinen Augen, wenn sein Sohn im blauen Rennfahrerdress da steht und locker für die Fotografin posiert. Der blonde 30-Jährige setzt sich auf den Kotflügel, ins Auto, lacht oder schaut ernst. Für ihn ist das Gurnigel-Bergrennen ein Muss. «Da fahren wir unseren Heim-Grand-Prix», witzelt Marcel Steiner, der die Strecke seit 2004 nicht mehr gefahren ist. In diesen Tagen studiert er den Streckenplan, fährt am Donnerstag mal hoch, legt am Freitag die 3,7 Kilometer vier, fünf Mal zurück. «Dann hoffe ich, auf dem Bestehenden aufbauen zu können», sagt er.


Kraftaufwändiger Sport


Einfach ins Auto sitzen, das Steuer halten und ein bisschen aufs Gas- und Bremspedal drücken? So einfach ist es nicht. «Bei dem hohen Tempo, das ich fahre, kommen unglaubliche Fliehkräfte ins Spiel, denen ich Kraft entgegensetzen muss», erklärt Marcel Steiner. Er versucht deshalb, fit zu bleiben, Im Sommer fährt er Bike, im Winter Ski. Zu mehr bringt er es bei seinem zeitaufwändigen Hobby nicht. Dass dieses gefährlich sein könnte, das glauben Vater und Sohn nicht. «Auf der Strasse herumfahren ist ein viel grösseres Risiko», sind die beiden überzeugt.
Laura Fehlmann

Am Samstag/Sonntag, 10./ 11. September, veranstaltet die Sektion Bern des Automobil-Clubs der Schweiz (ACS) das Gurnigel-Bergrennen. Teilnehmen werden rund 200 Fahrzeuge aller Renngruppen und Kategorien. Erstmals sind Oldtimer-Motorräder dabei. Für die Zuschauer gibt es Taxifahrten, Helikopterflüge, Verkaufsstände und Verpflegung. Der ACS rechnet bei der 36. Auflage des Rennens wieder mit rund 15 000 Zuschauern.
Mit dem Anlass sind im Gurni- gelgebiet auch Verkehrsbeschränkungen verbunden. Die Hauptstrasse zwischen Riggisberg und Gurnigelbad ist am Samstag von 6.30 bis 19 Uhr und am Sonntag von 7 bis 20 Uhr gesperrt. Wer ins Gurnigelbad oder ins Gantrischgebiet fahren will, wird über Rüschegg-Graben–Riffenmatt– Schwarzenbühl umgeleitet. Die Ortsdurchfahrt Rüti ist ebenfalls gesperrt. Mehr auf www.acs-bern.ch lfc

 

⇒Gurnigel Zeitungsartikel "Der Bund" 13.09.2005
Interlaken 2005

Grund zur Freude hatte Marcel Steiner eine Woche nach seinem glänzenden Tagessieg in Schleiz (Berg-DM) nicht nur wegen des dritten Gesamtrangs in Interlaken, er feierte mit Freunden und Sponsoren auf dem Rennplatz seinen 30. Geburtstag vor, den er am 11. Juli beging.

 

 

Bericht aus der Automobilrevue vom 14. Juli 2005