Mickhausen












Vom Verband um den Titel betrogen

 

Nach dem Stress, den wir mit drei Rennen an drei Wochenenden hatten, war die dreiwöchige Pause bis Mickhausen schon fast Luxus. Nach den äusserst erfolgreichen Rennen in der Schweiz und Eichenbühl mussten wir auch keine grossen Arbeiten am schnellen Martini ausführen. Somit schien alles zu passen, Fahrzeug und Fahrer waren fit für den Saisonabschluss und konnten getrost am Donnerstagabend Richtung Mickhausen reisen.

Nur die Mitteilung seitens des DMSB (Deutscher Motorsport Bund) vom Mittwoch, dass im „Doppelnennungsfall Jörg Weidinger“ nichts weiter unternommen wird, sass im Team Steiner Motorsport relativ tief! Das Verfahren wurde vom DMSB abgelehnt, weil die Nennung von Weidinger in Oberhallau „nur“ per Email, nicht aber als Original-Schriftstück per Post eingegangen sei. Und dies in der heutigen Zeit der elektronischen Übermittlung… Obwohl die meisten Fahrer seit Jahren nur per Fax oder Email sich bei den Rennen nennen. Eine wohl sehr fadenscheinige Endscheidung…

 

Nun aber zum Renngeschehen, denn Rennen sind wir ja auch noch gefahren und haben nicht nur diskutiert. Bei 4°C machte ich mich Samstag morgens um Sieben zu Fuss auf eine letzte Streckenbesichtigung und um mich warmzulaufen für das bevorstehende 1. Training. Bereits gegen halb Elf war es dann schon so weit - es war immer noch recht kalt. Die Strecke generierte noch nicht allzu viel Grip und im unteren Teil fühlte es sich eher nach einer Rutschpartie an. Dennoch erreichte ich in 53.611 das Ziel und konnte mich gleich an die Spitze des Teilnehmerfeldes setzen.

Auf den 2. Probelauf wechselten wir bloss von den Marangoni- auf die Avon-Reifen. Leider zerriss es Arno Bereiter kurz vor meinem Start in der Waldkurve den Motor und die Strecke musste wegen der Ölspur gewaschen werden. Somit war diese Kurve auf der Ideallinie nass und ich ging da dementsprechend vom Gas. Somit war ich in 53.954 minimal langsamer und wurde von Jörg Weidinger überholt. Dicht hinter mir war Uwe Lang. Nach diesem Lauf entschied ich mich für den Renntag für die Avons und zur Schonung wurden diese bei Seite gelegt.

Für das 3. Training führten wir eine kleine Fahrwerkeinstellung aus und ich fuhr dann die neueren Marangoni. Und wieder musste die Strecke im Bereich des schnellen Kappellen-S gewaschen werden. Ich nahm vorsichtshalber wieder Tempo weg und kam auf 52.744. Weidinger kümmerte die Warnflaggen wohl nicht und fuhr bereits mit neuen Reifen rund eine Sekunde schneller, Lang war eine Sekunde langsamer wie ich. Die Bestzeit in diesem Lauf erreichte Lionel Regal in 51.491 im leistungsstärkeren Formel 3000.

Anschliessend konnte, wer wollte, noch ein 4. freies Training fahren. Ausser Weidinger und ein paar andere Fahrern nahmen die meisten diese Testmöglichkeit dankend an. Endlich fand ich mal eine saubere und trockene, wenn auch kalte Strecke vor, die für mich eine 52.026 zuliess.

Schon den ganzen Tag wurde ich mit meiner neuen Getriebeübersetzung nicht richtig glücklich. Ich klemmte mich nochmals hinter das Diagramm und tüftelte nochmals eine andere Übersetzung aus. Diese musste dann in flinker Arbeit noch schnell eingebaut werden.

 

Ich inspizierte am Sonntagmorgen die Strecke nochmals ausgiebig zu Fuss und somit waren der Martini und ich richtig heiss (-gelaufen) für den Renntag bei herbstlich kühlen Temperaturen. Der Start zum 1. Rennlauf gelang mir ganz gut, doch nach der ersten Kurve konnte ich nicht gleich in den 2. Gang schalten. Auch auf dem Beschleunigungsstück Richtung Kappelle liess sich der 5. Gang nicht gleich einlegen. Diese beiden Patzer kosteten 0.4 sec, dennoch konnte ich in 51.170 den inoffiziellen CN-Rekord knacken. Lediglich Lionel Regal war in 50.710 schneller, Jörg aber um 0.5 sec langsamer und Uwe um eine weitere Sekunde zurück. Ohne diese beiden Fehler hätte ich in diesem top- besetzten Rennen nach der Führung nach Lauf eins greifen können.

Im 2. Wertungslauf machte ich dann alles richtig und konnte meine Zeit auf 50.283 verbessern. Auch Weidinger konnte sich auf 50.454 verbessern und Lang kam auf 51.783. Regal enteilte uns dann mit Zeiten unter der 50er- Marke.

Im unteren Teil des 3. Rennlaufs fand ich nicht gleich den nötigen Grip und ich kam bloss auf 50.530. In diesem Lauf war Jörg um 0.028 schneller und Uwe 0.6 langsamer.

Vor dem 4. Rennlauf wurden dann meine Reifen nochmals mit dem Heissluftföhn sauber gemacht und der Martini fühlte sich wieder super an in den Kurven. Im Ziel blieb die Uhr bei 50.276 stehen - nochmals eine leichte Verbesserung. Weidinger war in 50.311 nur minimal langsamer. Dieser 2. Platz im Gesamtklassement hinter Lionel Regal, aber vor Jörg Weidinger war ein schöner und sehr erfolgreicher Abschluss der Saison. Mit diesem Ergebnis konnte ich bereits zum vierten Mal, nach 2005, 2007 und 2008, den Sportwagen Bergcup gewinnen. Wegen der Terminüberschneidung Oberhallau (Sportwagen Bergcup)/ Kyffhäuser (Deutsche Bergmeisterschaft) hat es in der Deutschen Bergmeisterschaft bloss zum Vizetitel gereicht.

 

Dennoch möchte ich wieder auf eine äusserst erfolgreiche Saison 2009 zurückblicken. In welcher ich 5 Gesamtsiege, 2 Gruppensiege, 2 absolute und 4 CN-Steckenrekorde verbuchen konnte. All diese Erfolge wären ohne mein hilfsbereites Team, meine treuen Sponsoren und Gönner aber nie möglich. Darum möchte ich mich bei allen Partnern, Helfern, Freunden und Fans, die sich während der Saison für mich eingesetzt haben recht herzlich bedanken!!!! Tausend Dank an Alle!!!!!!!!

 

Bevor der Martini aber in die Winterpause und Revision entlassen wird, steht er noch vom 04.-08.11.2009 an der Auto Zürich.

 

Bis bald…

Marcel

 

 

 

Weitere Infos zum Bergrennen Mickhausen und Sonstiges unter www.asc-bobingen.de

Rangliste
⇒Gesamtergebnis Rennen 2009
⇒Klassenergebnis Rennen 2009
⇒Gesamtergebnis Training 2009
⇒Klassenergebnis Training 2009
⇒Enderbebnis Deutsche Bergmeisterschaft 2009
⇒Endergebnis Sportwagen-Berg-Cup 2009