Testtage / Showfahrten Frauenfeld



Endlich brüllen die Motoren wieder

 

Nach langer und intensiver Arbeit und ein paar kleinen Weiterentwicklungen am Martini konnten wir endlich zu unseren Frühlingstestfahrten auf den Circuit de Bresse aufbrechen. Wie gewohnt traten wir die Reise Donnerstagabend nach der Arbeit an. Kurz vor Mitternacht im Fahrerlager angekommen, wurden wir gleich von einem kleinen Empfangskomitee erwartet. Vor der wohlverdienten Nachtruhe mussten wir noch schnell den Martini ausladen und in die bereitstehende Box schieben, damit alle Mechaniker ein Bett hatten.

 

Das Wetter meinte es gut und die Sonne schien bereits beim Aufstehen am Freitagmorgen.

Um neun Uhr konnte ich bereits zum ersten Mal auf die Strecke rollen. Ich führte die erste Trainingsgruppe langsam zur Besichtigung für zwei Runden um den Kurs. Dies reichte für mich, um bereits die ersten Schwachstellen zu lokalisieren. Die Problemzone war die Wippschaltung, die noch nicht ganz richtig funktionierte. Durch Erhöhung des Arbeitsdrucks wurde es besser, als ich kurz darauf die nächste Gruppe für zwei Runden anführte. Leider war es immer noch nicht perfekt, und so erhöhten wir den Druck nochmals für den dritten Turn. Die Schaltung wurde dann schon immer besser, aber 100%-ig war es doch noch nicht und dies kann ich im Renneinsatz gar nicht gebrauchen, wenn die Gänge nur zum Teil eingelegt werden. Logisch, ich musste mich auch an das System gewöhnen und die Wippen richtig bedienen. Dies war für mich auch eine Umstellung und ein Lernprozess.

 

Bis zum Nachmittag hatten wir dann die meisten Fehlerquellen aussortiert und ich konnte dann doch noch auf ein paar schnelle Runden gehen und auch einige Fahrwerksabstimmungen prüfen.

Zum Abschluss des Tages chauffierte ich dann noch alle meine anwesenden Mechaniker für zwei Runden um den Kurs. Am Abend mussten wir dann das ganze Auto durchchecken und noch einige Sachen zum Testen umbauen. Auch den leisesten Auspuff mit Kat mussten wir wegen dem Steckenbetreiber montieren.

 

Der Samstag präsentierte sich noch schöner und vor allem Windstill. Dies hatte aber auch seinen Nachteil, denn trotz des leisen Auspuffs waren wir gemäss Lärmmessung lauter als am Freitag. So wurde ich leider immer nach bloss zwei gefahrenen Runden mit der schwarzen Flagge von der Strecke genommen. Drei Runden wären nötig gewesen, um wenigstens eine gezeitete Runde zu erzielen. Unmittelbar nach der Mittagspause unternahm ich den letzten Versuch. Nicht gerade unter Einwilligung der Rennleitung, aber ich fuhr da wenigstens meine drei Runden zu Ende und konnte noch meine schnellste Rundenzeit realisieren. Somit konnten wir Samstagnachmittag mit einem gelungenen Resümee wieder die Heimreise antreten.

 

Gleich eine Woche danach war ich beim Slalom Frauenfeld im Rahmenprogramm zu Showfahrten eingeladen. Bei solchen Veranstaltungen soll man sicher den Zuschauern eine gute Show bieten, aber mit soviel Sicherheit fahren, damit man auf der Strecke bleibt. Leider hatte gleich am Samstag bei der ersten Fahrt ein Teilnehmer diesen Grundsatz vergessen. Denn gleich in der ersten Runde verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte in den Zuschauerraum. Somit war für uns nach bloss einer Besichtigungsrunde Feierabend. Nach der Mittagspause ging dann der nächste Showblock reibungslos über die Bühne und wir konnten die Leute begeistern. Auch am Sonntag konnten wir zweimal einige Runden für die mehrere Tausend Zuschauer drehen und die Autos und Sponsoren präsentieren. Vielen Dank an das Team vom ACS Thurgau, das mir diese Plattform ermöglicht hat.

 

Nun wird aber bald richtig Rennen gefahren. Am Wochenende vom 8. + 9. Mai startet für mich die Rennsaison im österreichischen St. Anton mit einem Lauf zum Sportwagen Bergcup.

Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass ich diese Saison die Schweizer Bergmeisterschaft bestreite und wir uns über jeden Besuch von Sponsoren, Freunden und Fans freuen.

 

Bis bald…

Marcel

 

 

Weitere Infos zum Rennen in Frauenfeld und Sonstiges unter www.go4race.ch