St. Anton 8. / 9. Mai 2010




Ein gelungener Saisonauftakt

 

Mein rennmässiger Saisonauftakt fand dieses Jahr mal in Österreich statt, beim Bergrennen St. Anton zwischen Linz und Wien. Wie gewohnt nahmen wir die 830km lange Reise bereits am Donnerstagabend auf und nach rund zehn Stunden Fahrt erreichten wir um sechs Uhr in der Früh das Fahrerlager. Danach gönnten wir uns noch ein paar Stunden Schlaf, bevor wir dann unseren definitiven Platz bezogen und uns einrichten konnten. Ich musste zudem die für mich neue Strecke von Grund auf neu lernen, indem ich diese etliche Male mit dem Pkw abfuhr und am Freitagabend zudem abjoggte. Nach dem Nachtessen war dann das ganze Team froh, als alle bald ins Bett konnten.

 

Gleich Samstag in der Früh joggte ich nochmals die Strecke ab, danach fuhr ich nochmals mit dem Pkw zur Besichtigung.

Den 1. Trainingslauf ging ich dann relativ verhalten an, zudem hatte ich grosse Schaltprobleme gleich nach dem Start, die mich zusätzlich noch gute 2 sec gekostet haben. Im Ziel hatte ich mehre Sekunden Rückstand auf die schnellsten Fahrer der Formel 3000.

 

Im 2. Probelauf konnte ich mich um fast 6 sec steigern, obwohl die Schaltung immer noch nicht optimal funktionierte. Somit konnte ich mich bis auf 2,5 sec an die Spitze heranfahren. Die Strecke war nicht gerade leicht für die erste Teilnahme und zugleich noch das erste Rennen nach der Winterpause.

Auch im 3. Training gelang mir nochmals eine gute Steigerung und ich fühlte mich langsam ein wenig vertrauter mit dieser Piste. Ich war nochmals rund 2 sec schneller und war mit einer Zeit von 1.15.79 nun dritter im Gesamtklassement hinter zwei rund 100 PS stärkeren Formel 3000 Fahrzeugen.

 

Ein Novum war für uns bereits am Samstagabend, den 1. Rennlauf zu bestreiten. Mir gelang eine relativ gute Fahrt bis kurz vor dem Ziel, als der 4. Gang nicht sofort rein ging und ich abermals wertvolle Zeit verlor. Dennoch konnte ich mich mit 1.14.99 auf den zweiten Rang im Gesamtklassement schieben, hinter Jaroslav Krajci in 1.13.78 und vor Vladimir Stankovic in 1.15.00, beide Formel 3000.

 

Der Sonntagmorgen präsentierte sich so schön wie schon lange nicht mehr. Dies war auch nötig, um die regennasse Strecke bis zum WarmUp zu trocknen. Ich fuhr aus meiner Sicht einen relativ lockeren, aber zügigen Lauf mal ohne Schaltprobleme und war dementsprechend von meiner Zeit von 1.14.06 überrascht. In diesem Besichtigungslauf kam sonst kein Fahrer unter die 1.15-er Mauer.

 

Somit war ich sehr zuversichtlich für den 2.Rennlauf, der gleich anschliessend stattfinden sollte. Leider hat kurz bevor wir an der Reihe gewesen wären, ein Fahrer etwa in der Mitte der Strecke sein Auto dermassen in die Leitplanke gehauen, dass die Bergung des Fahrzeugs und die Reparatur der Leitplanken fast eine Stunde beanspruchte und den Zeitplan arg in Mitleidenschaft zog. Zudem war von ausgelaufenem Öl an der Unfallstelle die Rede. Ich wollte unbedingt meine Leistung aus dem WarmUp bestätigen, fuhr aber bei der Unfallstelle ein wenig zu verhalten und büsste da Zeit ein. Von meiner 1.14.50 war ich somit schon enttäuscht, zumal Krajci (1.14.24), Stankovic (1.14.11) und Waldy (1.14.48) alle schneller fuhren als ich.

 

Für den 3. Rennlauf wollte ich nochmals alles geben und meinen Platz festigen. Ich war auch gut unterwegs, aber als ich vor Posten 11 vom 5. in den 3. Gang zurückschalten wollte, ging der 3. Gang nicht rein und ich rollte vortriebslos um diese Kurve, was mich rund eine halbe Sekunde kostete. Trotzdem konnte ich eine 1.14.46 markieren. Leider hat dann Michael Behnke direkt hinter mir die Kontrolle über seinen Osella verloren und einen langen Rennunterbruch gefordert. In dieser Zeit setzte langsam Regen ein über St. Anton und die nachfolgenden Formel 3000-Fahrer konnten so keine schnellen Zeiten mehr fahren. Dadurch konnte ich meine Saison mit einem 2. Platz im Gesamtklassement und einem Gruppensieg erfolgreich beginnen.

 

Beim schreiben dieser Zeilen befinden wir uns wieder auf der fast unendlichen Heimreise.

 

Nun haben wir wieder eine Rennpause von fünf Wochen bis zum Bergrennen in Trier, vom 12.-13. Juni, dem zweiten Lauf zum Sportwagen Berg Cup.

 

Bis bald…

Marcel

 

Video St. Anton

von www.wb-video.at

 

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