La Roche 3. / 4. Juli 2010








Ein Wochenende voller Probleme

 

Als wir am Donnerstagabend kurz nach neun Uhr das Fahrerlager erreichten, war dieses noch komplett lehr. Doch kurz darauf trafen dann die weiteren Teilnehmer ein und ab Freitagmittag waren wir dann sehr froh, unseren Platz auf sicher zu haben. Um Mittag rum waren wir schon fertig eingerichtet und ich konnte mit der Streckenbesichtigung beginnen. Die Strecke war mir noch recht gut in Erinnerung, war ich das letzte Mal doch vor sechs Jahren in La Roche-La Berra gefahren.

Bei der Papierabnahme wurde mir dann noch mein neuer Wagenpass überreicht und ich konnte zügig die technische Abnahme absolvieren.

 

Der Samstag begrüsste uns mit strahlendem Sonneschein, aber auch schon recht hohen Temperaturen. Als wir um ca. 9.30h zum 1. Trainingslauf ausrücken konnten, waren bereits 24°C Luft- und 41°C Asphalttemperatur. Mir gelang ein sicherer, aber zügiger „Besichtigungslauf“ in 1.51.97. Diese Zeit wäre letztes Jahr wohl eine Siegerzeit gewesen… Meine ärgsten Konkurrenten, Florian Lachat und Jean-Jacques Dufaux, fuhren 1.54-er Zeiten.

 

Auf das 2. Training stiegen die Temperaturen noch ein wenig an und ich probierte eine neue Reifenmischung aus. Im unteren Teil der Strecke hatte ich ziemliches Untersteuern. Es klagten aber viele Fahrer über zu wenig Grip. Beim Beschleunigen aus der schnellen Rechtkurve Richtung Zielspitzkehre hatte ich auf einmal keinen Vortrieb mehr. Ich dachte an einen Getriebedefekt und rollte schon fast aus. Kurz vor dem Stillstand fand ich dann aber doch noch einen Gang und ich konnte langsam bis ins Ziel fahren. Dennoch fuhr ich eine Zeit von 1.55.78. Das Studium meiner Datenaufzeichnung ergab, dass ich da gute 5 sec verloren hatte. Lachat dominierte das Training in 1.49.90.

 

Nach der Mittagspause stand dann bereits der 1. Rennlauf an. Damit wir einen Schaden am Getriebe ausschliessen konnten, zerlegten wir dieses in der Mittagspause zur Kontrolle. Bei dieser Gelegenheit passten wir noch ein wenig die Übersetzung der Strecke an. Weil einige Wolken aufzogen und die Temperaturen etwas runter kamen, entschied ich mich für die weichere Reifenmischung. Dies wirkte sich in einem Übersteuern des Martini aus und ich erreichte das Ziel bloss in 1.50.55. Lachat, mit ganz neuen Reifen gestartet, stanzte eine 1.48.74 in die Bahn. Dufaux folgte mir mit 1.50.97 knapp.

Im 2. Rennlauf konnte ich mich mit den härteren Reifen und wieder einem untersteuernden Auto immerhin auf 1.49.65 steigern. Beinahe hätte dies zur Laufbestzeit gereicht, denn Florian erreichte auch bloss 1.49.51 und Dufaux in 1.50.06 das Ziel. Somit konnte ich mich mit einer Schlappe aus dem 1. und einem ansprechendem 2. Rennlauf über den 2. Gesamtrang freuen.

 

Bereits am Tag darauf stand dasselbe Programm auf der Tagesordnung. Und jeder wollte es natürlich besser machen… im 1. Trainingslauf probierte ich nochmals andere Reifen aus. Diese bewährten sich in 1.49.97 nicht schlecht, aber auch nicht ganz optimal.

Aus den Erfahrungen aus dem Samstag stellten wir für das 2. Training einen ganz speziellen Satz Reifen zusammen und änderten zudem noch einige Sachen am Fahrwerk. Zudem stellte ich nach diversen Schaltproblemen von der Wipp- auf die Hebelschaltung um. Dies zahlte sich in 1.48.68 aus. Florian Lachat unterbot meine Zeit mit einer tiefen 1.48-er und Jean-Jacques Dufaux war dichtauf mit einer tiefen 1.49-er.

 

Im 1. Rennlauf bereits nach der zweiten Spitzkehre beim Schalten vom 2. in den 3. Gang brach mir das Schaltgestänge! Ich musste mich also mitten in einem Rennlauf wieder auf die Wippschaltung umstellen. Aus diesem Dilemma resultierte bloss eine 1.49.04. Lachat und Dufaux nahmen beide diesen Rennlauf mit neuen Reifen auf und brannten beide mittlere 1.47-er Zeiten hin, mit leichtem Vorteil für Lachat. Nur 0.01 sec hinter mir war zudem Tiziano Riva, der in seinem neu erworbenen Reynard-Formel 3000 immer besser in Fahrt kommt.

 

Ich musste also im 2. Rennlauf Schadensbegrenzung betreiben, trotzdem erreichte ich nur eine 1.49.71. Lachat patzte noch mehr und fuhr bloss 1.49.77, sein Vorsprung aus dem 1. Lauf war aber zu gross für mich. Auch Dufaux erreichte seine vorangegangene Zeit nicht mehr ganz, konnte aber in 1.48.79 souverän den Gesamtsieg nach Hause fahren. Für mich blieb somit bloss Rang 3 an diesem Tag.

 

In der Meisterschaft bleibt es aber weiterhin sehr spannend, den Florian Lachat führt nun mit 44 Punkten, Jean- Jacques Dufaux und ich teilen uns den 2. Platz mit je 41 Punkten, auf den weiteren Plätzen folgen Chrisian Balmer (35) und Tiziano Riva (31).

 

Nun haben wir drei Wochen rennfrei, bevor es am 24.- 25. Juli im Wallis beim Bergrennen Ayent-Anzère wieder um Punkte geht.

 

 

Bis bald…

Marcel

 

Rangliste
⇒Gesamtergebnis Rennen 2010 Samstag
⇒Klassenergebnis Rennen 2010 Sonntag
⇒Zwischenrangliste CH-Bergmeisterschaft 2010