Anzère 24. / 25. Juli 2010








Endlich der erste Sieg in dieser Saison!

 

Bereits am Donnerstagabend nahmen wir den „Aufstieg“ in den Wintersportort Anzère unter die Räder und erreichten kurz nach zehn Uhr das Fahrerlager im Zielort. Meist stellt die Auffahrt in den auf rund 1400m.ü.M. gelegene Ort eine echte Bewährungsprobe für die Renntransporter dar. Weil es auf Donnerstag dann ziemlich kühler wurde, war es dieses Jahr nicht so ein Problem.

 

Der Freitag präsentierte sich dann nicht gerade allzu freundlich. Immer wieder regnete es, mal heftiger, mal weniger, mit kurzen sonnigen Abschnitten. Wir mussten einen regenfreien Moment abwarten, damit wir das Zelt aufbauen und den Rennwagen ausladen konnten. Danach nahm ich mir genügend Zeit, denn ich musste die Strecke recht intensiv besichtigen, da ich bloss 2004 einmal an diesem Rennen teilgenommen hatte.

 

Samstagmorgens, als ich aufstand, war es trocken, aber bewölkt und mit 7°C doch sehr kalt. Vor unserem 1. Trainingslauf begann dann ein leichter Nieselregen, der die Strasse leider wieder feucht machte. Weil dann aber noch eine längere Unterbrechung war, vermochte die Strecke wieder einigermassen aufzutrocknen und dadurch entschieden wir uns für eine unkonventionelle Fahrwerksabstimmung. Ich hatte ein recht gutes Gefühl während meiner Fahrt und konnte ohne Risiko gleich die zweitschnellste Trainingszeit, 0.1 sec hinter Jean-Jacques Dufaux realisieren.

 

Für den 2. Trainingslauf änderten wir nichts am Martini und ich konnte mich auf nun ganz trockener Strecke von der 1.48-er Zeit auf 1.41.62 steigern und war wiederum 0.1sec hinter Dufaux, aber rund 1sec schneller als Tiziano Riva und Florian Lachat. Weil durch die vielen Unterbrechungen der Zeitplan sehr aus den Fugen gefallen war, wurde unser 3. Trainingslauf auf Sonntagmorgen acht Uhr verlegt. Somit war für uns bereits im späteren Nachmittag Feierabend und wir konnten den Martini für den Rennsonntag checken und vorbereiten.

 

Kurz darauf ereilte uns dann eine Schrecksekunde. Mein Vater Heinz klagte über Unwohlsein und Schmerzen im Herzbereich. Wir alarmierten die Ambulanz vor Ort, die bei einer Untersuchung Unregelmässigkeiten am Herzen feststellten. Per Krankenwagen wurde er dann ins Spital nach Sion eingeliefert. Unser Programm wurde also ziemlich über den Haufen geworfen und unser Teamchef und für mich eine wichtige Ansprechperson fehlte dann für den Renntag. Die gute Behandlung im Spital und die Gesundheit meines Vaters hatte natürlich für uns alle oberste Priorität!

 

Der Wecker klingelte am Sonntag wegen des früh angesetzten 3. Trainingslaufs sehr früh. Immerhin lachte uns die Sonne entgegen, trotzdem war es sehr kalt. Ich probierte noch andere Reifen und eine kleine Set-Up Änderung. Ich merkte aber sehr schnell, dass sich diese Reifen mit der Strecke von Ayent nach Anzère nicht vertragen. Ich hatte alle Mühe, das Auto einigermassen auf der Ideallinie zu halten. Mit viel Einsatz erreichte ich dennoch eine für mich überraschende 1.41.14. Dennoch distanzierten mich meine Konkurrenten, angeführt von Florian Lachat in 1.38.50, doch deutlich.

 

Für den 1. Rennlauf liessen wir zwar das Fahrwerk in der Einstellung, montierten aber wieder die bewährten Reifen vom Samstag. Der untere Teil gelang mir relativ gut, leider wurde ich dann etwa in der Mitte abgewunken, wegen eines Zwischenfalls eines Fahrers vor mir und ich bekam eine Laufwiederholung. Ich wollte es im zweiten Anlauf nochmals ein wenig besser machen, ich realisierte auch eine Laufzeit von 1.37.43, die Datenaufzeichnung sagte aber aus, dass ich beim ersten Schuss bis zum Abwinken noch 0.5 sec schneller gewesen wäre. Nachdem alle Favoriten im Ziel waren, stellte sich heraus, dass ich Laufbestzeit herausgefahren hatte. Aber bloss knappe 0.07 sec vor Florian und 0.6 sec vor Tiziano. Jean-Jacques war mit fast 2 sec Rückstand schon deutlich geschlagen.

 

Nach kleinen Fahrwerkseinstellungen stand nach dem 2. Rennlauf im Ziel auf der Anzeigetafel für mich lediglich eine Zeit von 1.38.07. Doch auch die anderen waren fast alle um rund eine halbe Sekunde langsamer. Diesmal konnte ich mich lediglich um 0.01 sec gegenüber Lachat behaupten. Riva legte einen Dreher in der Spitzkehre hin und Dufaux fuhr wieder 1.39. Somit hatte ich nach zwei Rennläufen in der Addition bloss 0.08 sec Vorsprung auf Florian Lachat.

 

Ich war dann auch ziemlich nervös vor dem 3. Rennlauf. Der untere Teil der Strecke war nicht ganz optimal, dafür konnte ich oben im ganz engen Kurvenlabyrinth etwas Zeit aufholen und schlussendlich mit 1.37.54 meinen ersten Tagessieg in diesem Jahr perfekt machen. Florian vermochte sich nicht mehr zu steigern, belegte somit den 2. Platz im Gesamtklassement und Tiziano fuhr mit einem soliden Durchgang noch auf den 3. Rang vor. Mit diesem Resultat konnte ich in der Meisterschaft ein kleines Stück näher an Florian Lachat ranrücken.

 

Dies ist im Moment aber alles ein wenig in den Hintergrund gerückt. Wichtig ist nun, dass mein Vater so schnell wie möglich wieder gesund wird und wir wieder in voller Stärke und mit dem gesamten Team antreten können.

 

Nach Plan wäre das nächste Rennen am 07.- 08. August am Hauenstein als nächster Lauf zum Sportwagen Berg Cup. Wir werden aber wohl erst kurzfristig und je nach Gesundheitszustand von Heinz darüber entscheiden, ob wir teilnehmen.

 

 

 

Bis bald…

Marcel

 

Rangliste
⇒Gesamtergebnis Rennen 2010
⇒Zwischenrangliste CH-Bergmeisterschaft 2010