Gurnigel 4. / 5. September 2010








Neuer Streckenrekord beim Heimrennen

 

Der neue Osella gab uns in der Woche nach Oberhallau noch ein wenig ungewohnte Vorbereitungsarbeiten. Normalerweise verladen wir das Auto und das Material Mittwoch-, allerspätestens Donnerstagabend. Diesmal standen bis Donnerstagabend noch Arbeiten an und wir konnten erst kurz vor Freitagmittag verladen. Dafür war ja die Anreisen an den Gurnigel nicht gerade weit. Kurz nach Mittag erreichten wir dann unseren Fahrerlagerplatz und waren überrascht, dass das Fahrerlager noch nicht voll gestopfter war. Zügig stellten wir unser Zelt auf, richteten uns ein und nach der Wagenabnahme blieb mir genügend Zeit, um die Heimstrecke ausgiebig zu besichtigen. Am Abend waren mein Team und ich an der Feier zum 100-Jahre-Gurnigelrennen eingeladen.

 

Am Morgen beginnt das Programm jeweils sehr früh. So auch an diesem Samstag bei kalten Temperaturen, aber mit Sonnenschein. Mein 1. Trainingslauf stand dann kurz vor zehn Uhr an. Ich hatte einen schlechten Start (den habe ich mit dem Osella immer noch nicht im Griff), sonst war meine Fahrt zügig und gut. Im Ziel war ich dann über meine Zeit von 1.49.54 doch sehr überrascht, denn letztes Jahr fuhr ich mit dem Martini im schnellsten Rennlauf 1.49.22. Somit war ich doch schon sehr flott unterwegs. Florian Lachat konnte mir mit 1.50.86 einigermassen folgen, Riva, Dufaux, Balmer und Co. waren fünf und mehr Sekunden zurück.

 

Für das 2. Training bauten wir den Osella auf andere Reifen um. Diese zahlten sich in einem etwas besseren Start aus und auch sonst fühlten sie sich gut an. So konnte ich mich auf 1.48.73 steigern. Florian hatte genau eine Sekunde Rückstand, der Rest des Feldes immer noch um die fünf Sekunden.

Im abschliessenden Trainingslauf fuhr ich dann noch neue Reifen an für den Rennsonntag. Diese entwickeln meist nicht gleich von Anfang an den nötigen Grip. Bei Posten 5 hatte ich zudem einen massiven Quersteher und so erreichte ich bloss 1.49.06 und fiel im Trainingsklassement hinter den blendend aufgelegten Lachat zurück, der seinen dritten Lauf in 1.48.26 fuhr.

 

Der Sonntagmorgen begann bereits mit viel Sonneschein und war ein wenig wärmer als am Tag zuvor. Durch das prall gefüllte Programm musste die Rennleitung Gas geben, um den knappen Zeitplan einzuhalten. Deshalb mussten wir bereits gegen neun Uhr zum Vorstart vorziehen. Leider ereigneten sich dann einige Unterbrüche und wir warteten fast eine Stunde auf den Start. Auch kurz vor mir war nochmals eine Unterbrechung und da ich der letzte Fahrer dieses Feldes war, konnte ich die Zeit von 1.47.96 von Florian Lachat über den Streckenlautsprecher noch hören. Ich war also gefordert! Der Start war besser wie auch schon und auch auf der restlichen Fahrt hatte ich ein gutes Gefühl. Nach der Zieldurchfahrt war ich dann gespannt auf meine Laufzeit. Die Reaktionen der Zuschauer im Zielgelände und die hochgestreckten Daumen signalisierten mir eine gute Zeit. Es war eine 1.46.56, was ziemlich genau eine Sekunde unter dem bestehenden Streckenrekord, aufgestellt von Eric Berguerand im Jahr 2006, war. Mein Team und ich waren sehr zufrieden und glücklich und wir wurden von Glückwünschen überhäuft.

 

Von Lauf zu Lauf finde ich mich immer besser mit dem neuen Auto zurecht. So auch im 2. Rennlauf, wo ich hier und da ein wenig mehr riskieren konnte, meine Zeit nochmals unterbot und den Streckenrekord auf 1.45.92 drücken konnte. Auch Florian Lachat konnte sich erneut, auf 1.47.20, steigern. Tiziano Riva unterbot zum zweiten Mal knapp die 1.50-er Marke.

 

Da die zwei Besten aus drei Rennläufen gewertet wurden, war der 3. Wertungslauf fast nur noch Kür. Ich weiss nicht genau wieso, aber wir wurden fast alle massiv langsamer. Dennoch konnte ich in 1.48.03 Laufbestzeit erzielen, vor Lacht (1.50.97), Balmer (1.53.00) und Riva (1.53.09).

So konnte ich beim 100-Jahre-Gurnigelrennen-Jubiläum meinen 3. Tagessieg in Folge und den 7. in der laufenden Saison feiern. Dank dem erzielten Streckenrekord konnte ich die Meisterschaftsführung um zusätzliche 2 Punkte ausbauen. Nun würde mir beim letzten Lauf zur Schweizer Bergmeisterschaft am 18.-19. September beim Rennen Chatel-St. Dennis- Les Paccots sogar ein 3. Platz zum Gewinn der Meisterschaft reichen.

 

Doch zuvor werde ich bereits am kommenden Wochenende, 11.-12. September, in Eichenbühl am Start stehen. Diesmal aber wieder mit dem altbewährten Martini und im Kampf um Punkte zum Sportwagen Bergcup.

 

Bis bald…

Marcel

 

Rangliste
⇒Ergebnis Rennen Gesamt 2010
⇒Ergebnis Rennen Klassen 2010
⇒Zwischenrangliste CH-Bergmeisterschaft 2010