Eichenbühl 11. / 12. September 2010






Kein versöhnlicher Abschluss mit dem Martini

 

Wie gewohnt fuhren wir Donnerstagnacht in das rund 450 Km entfernte Eichenbühl. Kurz nach ein Uhr erreichten wir das Fahrerlager. Freitagmorgens schliefen wir ein wenig aus. Wir hatten es alle nötig, nach den strengen letzten Wochen. Danach richteten wir uns recht schnell ein, damit mir noch genug Zeit blieb, um die Strecke zu besichtigen. Eigentlich ist in Eichenbühl Freitagabends immer Big-Party. Doch wir hatten bei uns im Bus solch lustige Gespräche, dass die Zeit wie im Flug vorbei war und ich danach einen erholsamen Schlaf vorzog.

 

Samstagfrüh fuhr ich dann erneut zwei Mal die Strecke ab. Für Anfang September war es durch die Nacht schon sehr kühl. Ich entschied mich im 1. Training gleich die neuen Reifen für das Rennen anzufahren. Meine Fahrt, wieder im altbewährten Martini, fühlte sich ganz gut an und mit meiner Zeit von 1.15.082 war ich zufrieden und ging davon aus, dass ich noch schneller fahren kann. Uwe Lang war hinter mir zweiter mit 0.6 sec Rückstand, alle anderen Konkurrenten waren über 4 sec langsamer.

Auf den 2. Probelauf wechselten wir auf die älteren Trainingsreifen. Mit denen konnte ich mich auf 1.14.412 steigern. Uwe fuhr bloss 0.2 sec schneller als im vorangegangenen Lauf, womit ich den Vorsprung auf über 1 sec ausbauen konnte. Der 3. Trainingslauf am späten Nachmittag war schon wieder etwas kühler, zudem hatte ich im unteren Streckenteil noch ein Schaltproblem. So erreichte ich meine Zeit von vorhin knapp nicht. Auch Lang konnte sich nicht verbessern.

 

Der Sonntagmorgen war dann auch relativ kühl und neblig. Dieser löste sich dann schnell auf und ein schöner Tag stand uns bevor. Mit den neuen Reifen ausgerüstet rechnete ich mir bereits für den 1. Rennlauf eine gute Zeit aus. Der Start gelang gut, doch bereits in der ersten Kurve ging beim Zurückschalten der 1. Gang nicht sofort rein. Danach zwischen Kurve 3 und 4 sprang der 2. Gang nicht sofort rein, was nochmals wertvolle Zeit kostete. Im Ziel blieb die Uhr bei 1.14.580 stehen, womit ich unter diesen Umständen eigentlich noch zufrieden sein konnte. Uwe Lang kam lediglich auf 1.15.100.

 

Auf den 2. Wertungslauf wurde es dann ein wenig wärmer und eigentlich ideale Bedingungen, um eine gute Zeit zu fahren. Leider hatte ich in der ersten Kurve beim Zurückschalten nochmals dasselbe Problem mit dem 1. Gang und beim Herausbeschleunigen aus Kurve 4 auf die lange Gerade konnte ich den 3. Gang nicht beim ersten Versuch einlegen. Somit war schon wieder Zeit liegen geblieben. Irgendwie war ein wenig der Wurm im Getriebe an diesem Sonntag. Ich konnte dann trotzdem eine 1.14.463 realisieren und meinen Vorsprung auf Uwe sogar noch ausbauen. Dieser erreichte mit Benzindruckproblemen lediglich 1.15.270.

 

Eigentlich wäre dieser Vorsprung gross genug gewesen. Weil es für den Sportwagen Berg Cup aber für jeden Rennlauf einzelne Punkte zu gewinnen gibt und ich in dieser Wertung einen Rückstand hatte, wollte ich unbedingt nochmals Laufbestzeit fahren im 3. Rennlauf. Bereits nach dem Start liess sich der 2. Gang abermals nicht einlegen. Dafür hatte ich beim Zurückschalten keine Probleme und auch sonst funktionierte das Getriebe diesmal gut. Doch bereits im schnellen Linksknick bei Posten 11 war das Heck des Martinis unruhig. Danach hatte ich in der „Klinge“ beim Herausbeschleunigen nochmals einen Quersteher. Beim Abfangen des Autos ging mir dann knapp die Strasse aus, das linke Hinterrad ging über den Streckenrand hinaus und riss mich dann in den Graben. Dies rund 30 Sekunden vor dem achten Gesamtsieg in der laufenden Saison… Ich hatte trotzdem grosses Glück im Unglück! Der Ausrutscher war harmlos, mir ist absolut nichts passiert und der Martini blieb, bis auf den zerknüllten Unterboden, schadlos. Doch habe ich leider damit jegliche Chancen auf den Gewinn des Sportwagen Berg-Cup verloren.

 

Deshalb werde ich jetzt alle Kräfte und meine volle Konzentration auf kommendes Wochenende, 18.-19. September, beim Bergrennen Chatel-St. Denis-Les Paccots richten, um da den Schweizermeistertitel mit dem Osella einzufahren. Weiter werde ich auch das letzte Saisonrennen in Mickhausen am 02.-03. Oktober mit dem neuen Osella bestreiten und da einen Angriff auf den Gesamtsieg bei starker internationaler Konkurrenz starten.

 

Bis bald…

Marcel

 

Rangliste
⇒Ergebnis Rennen Klassen 2010