Les Paccots 18. / 19. September 2010


















Mit einem weiteren Tagessieg in Rekordzeit zum Titelgewinn

 

Am Freitag Mittag konnten wir nach wohl einer guten Nachricht aus dem Inselspital, aber leider ohne Teamchef, Richtung Chatel - St. Denis zum letzten und entscheidenden Lauf zur Schweizer Bergmeisterschaft fahren. Denn bereits am frühen Morgen war mein Vater Heinz erfolgreich am Hirn operiert worden. Ich konnte schon kurz nach der Operation mit ihm telefonieren und dann unbesorgt mein Rennen in Angriff nehmen. Gegen halb Drei erreichten wir den uns noch unbekannten Veranstaltungsort und wurden sofort zu unserem Fahrerlagerplatz eingewiesen. Nachdem wir unser Zelt aufgestellt hatten und alles eingerichtet war, machte ich mich sofort auf zur Streckenbesichtigung. Ich fand eine ultraschnelle Piste vor, die vom Sicherheitsstandart nicht gerade meinen Vorstellungen entsprach. Ich teilte einige meiner Bedenken dem Veranstalter mit, der sogleich die notwendigen Vorkehrungen traf.

 

Weil die Veranstaltung erst am Samstag nach Mittag begann, hatte ich auch Samstagmorgens noch die Möglichkeit, um mir die Strecke anzuschauen. So konnte ich gut vorbereitet zu meinem 1. Trainingslauf am frühen Nachmittag starten. Ich durfte mir an diesem Wochenende einfach keinen Fehler und Ausrutscher erlauben, daher ging ich die ganze Sache etwas gemächlich und mit viel Respekt an. In 1.04.45 erreichte ich das 2580 Meter entfernte Ziel. Damit war ich Drittschnellster hinter Jean-Jacques Dufaux (1.01.41) und Florian Lachat (1.04.28).

 

Weil das Auto bei hoher Geschwindigkeit wieder ein wenig pumpte, stellten wir für den 2. Probelauf die Aerodynamik an der Front um. Das Fahrverhalten des Osella verbesserte sich ein wenig und ich konnte mich auf 1.02.53 steigern. Die Rangliste änderte sich jedoch nicht.

 

Auf das 3. Training am Samstagabend nahmen wir nochmals leichte Set-Up-Veränderungen vor und zudem fuhr ich noch die neuen Reifen für den Rennsonntag an. Nur wenigen Fahrzeuge vor mir zog ein Auto eine Ölspur und so war an Topzeiten nicht mehr zu denken. Alle nahmen Gas weg. Ich konnte dennoch eine 1.03.64 realisieren und für diesen Lauf die Spitze übernehmen, denn Dufaux, Lachat und Riva fuhren noch vorsichtiger. Somit konnte ich mit dem ersten Trainingstag auf der mir neuen Strecke recht zufrieden sein.

 

Der Sonntagmorgen begrüsste uns dann mit strahlendem Sonnenschein, aber doch sehr kalten 5°C. Bereits kurz nach halb Neun stand unser 4. Trainingslauf an und aufgrund der niedrigen Temperaturen waren eigentlich nicht gerade schnelle Zeiten zu erwarten. Dennoch konnte ich mich als einziger steigern und kam auf 1.01.95. Alle anderen Konkurrenten erreichten ihre Zeiten vom Vortag zum Teil bei weitem nicht.

 

Zum 5. Training wurde es ein wenig angenehmer. Tiziano Riva zeigte auf, dass er mit seinem Formel 3000schnell lernt und markierte in 58.93 die Trainingsbestzeit. Ich fiel auf den zweiten Platz mit 59.71, dicht gefolgt von Jean-Jacques Dufaux (59.85) und Florian Lachat (1.00.74).

 

Dieses Rennen war spannend wie schon lange nicht mehr, denn nach dem Training zeigte sich, dass vier bis fünf Fahrer für den Sieg in Frage kamen. Nach dem 1. Rennlauf, den ich mit grosser Sicherheit fuhr, um ja keinen Fehler zu begehen, fand ich mich (59.16) auf Rang Drei wieder. Hinter Dufaux (58.64) und Riva (58.73), jedoch zwei Ränge vor Lachat (1.00.93), was für mich in der Meisterschaftssituation sehr beruhigend war. Dazwischen klassierte sich noch ein hervorragend aufgelegter Christian Balmer (1.00.47).

 

Im 2. Rennlauf griff ich dann ein wenig mehr an und wollte doch noch ein Wort um den Tagessieg mitreden. In 58.06 stellte ich Laufbestzeit und einen neuen Streckenrekord auf. Auch Tiziano konnte sich verbessern (58.49), Jean-Jacques viel jedoch etwas ab (59.74). Florian (1.00.39) war auch leicht schneller als Christian (1.00.85). Dies ergab in der Addition nach zwei Läufen doch ein sehr spezielles Zwischenklassement. Denn Riva und ich waren zeitgleich an der Spitze (1.57.22), danach Dufaux (1.58.38) und anschliessend Balmer und Lachat abermals zeitgleich (2.01.32) auf den Rängen vier und fünf (Balmer vor Lachat, weil Balmer im 1. Rennlauf die bessere Zeit erreichte).

 

Den 3. Wertungslauf konnte ich also locker und ohne Druck angehen. Ich wollte nochmals mein Bestes geben und konnte mich minimal auf 57.98 und zum vorläufig definitiven Streckenrekord steigern. Tiziano kam nicht mehr ganz an seine Zeit heran, somit konnte ich meinen 3. Tagessieg im 3. Rennen mit dem Osella und den 8. Gesamtsieg in der laufenden Saison feiern. Zudem konnte ich mit diesem Sieg und den zwei Zusatzpunkten für den Streckenrekord nun auch relativ deutlich die Schweizer Bergmeisterschaft für Rennsportfahrzeuge gewinnen!

 

Auf der Rückführung nach dem 3. Rennlauf wurde ich beim Start von meinem ganzen Team in frisch gedruckten Meister-Tshirts und einem riesigen Transparent überrascht und als Meister gefeiert. Vielen herzlichen Dank an mein Team, meine Sponsoren und alle, die mich auf diesem langen Weg unterstützt haben!!!

 

Eine sehr erfolgreiche Rennsportsaison neigt sich nun bereits dem Ende entgegen. Als Abschluss werde ich mit dem Osella beim Bergrennen in Mickhausen (02.- 03. Oktober) gegen die schon zahlreich gemeldete internationale Konkurrenz fahren.

 

 

Bis bald…

Marcel

 

Rangliste
⇒Ergebnis Rennen Klassen 2010
⇒Ergebnis Rennen Gesamt 2010
⇒Rangliste CH-Bergmeisterschaft 2010