Guter Saisonauftakt an der EBM









Gleich zu Beginn der Saison brauchen wir wohl die Herausforderung einer weiten Anreise (letztes Jahr St. Anton, 850 km). Die 880 km an den Rechberg schafften wir mit unserem Bus in ziemlich genau 10 Stunden Reisezeit. Freitagfrüh konnten wir dann unseren Fahrerlagerplatz direkt neben Bergeuropameister Simone Faggioli beziehen. Somit waren alle fünf Osella (zwei FA30 und drei PA30) in unmittelbarer Nähe platziert. Die Streckenbesichtigung war recht zeitintensiv, da ich 5 km lernen musste. Die Wagenabnahme verlief problemlos. Freitagabend waren wir dann alle froh, möglichst bald das Bett zu sehen.

 

Samstagmorgens besichtigte ich nochmals die Strecke. Um acht Uhr wurde dann noch die Schikane aufgestellt, die ich mir auch noch genau anschauen wollte. Bei unserem 1. Trainingslauf war die Strecke im unteren Teil, der durch den Wald geht, immer noch feucht. Wir konnten aber mit Slick fahren. Mein Start und der Sprint zur Schikane waren nicht schlecht. Als ich dann vom 5. Gang runter in den 3. schalten wollte, ging gar nichts. Die Beschleunigung im 5. Gang nach der Schikane war nicht gerade optimal. Im weiteren Verlauf meiner Fahrt funktionierte das Getriebe mehrheitlich nicht, zudem war ich durch das Problem sehr abgelenkt. So fand ich mich auf dem 20. Platz wieder.

 

Vor unserer Rückführung ins Fahrerlager setzte wieder mal heftiger Regen ein. Wir mussten für den 2. Probelauf die Regenreifen montieren und den Osella auf ein Regen-Set-Up abstimmen. Dies war dann meine erste Fahrt mit dem Osella bei nassen Bedingungen. Nach der Neuprogrammierung der Wippschaltung funktionierte das Getriebe auch wieder einwandfrei. Ich fuhr im unteren Teil sehr vorsichtig, im obern Teil konnte ich dann ein wenig zulegen und kam auf den 5. Rang der Gesamtwertung.

 

Auf den 3. Trainingslauf trocknete die Strecke wieder ziemlich ab und wir konnten nochmals mit Trockenreifen ausrücken. Ich konnte weder das Limit des Autos noch das Limit der Strecke ganz nutzen, konnte mich aber dennoch auf den 4. Trainingsrang verbessern.

 

Durch die Nacht regnete es dann nicht mehr und der Sonntagmorgen präsentierte sich ein wenig neblig, aber sonst schön. Doch im Verlaufe des Vormittages zogen immer dickere Wolken auf und etwa 10 Minuten bevor wir zum Start mussten, begann es wieder wie aus Kübeln zu schütten. Die ganze Abstimmung des Autos musste wieder umgestellt werden. Als wir uns am Vorstart befanden und wegen Unterbrüchen durch Unfälle anderer Fahrer warten mussten, schien bereits teilweise wieder die Sonne. Unten war die Strecke immer noch sehr nass, doch von da wo kein Wald mehr war, war sie bereits recht trocken. Ich versuchte mit den Regenreifen auf der trockenen Bahn so schnell wie möglich zu fahren und erreichte das Ziel in 2.18.347 min. Die Konkurrenten fuhren alle 2.19er oder 2.20er-Zeiten. Während eines weiteren Unterbruchs wegen eines Unfalls begann es oben wieder zu regnen und Simone Faggioli erreichte bloss eine Zeit von 2.22.886 min. So war ich nach dem 1. Rennlauf überraschend in Führung.

 

Nachdem die Strasse zwischenzeitlich wieder auftrocknete, regnete es mitten im Tourenwagenfeld wieder heftig und die Träume von einem trockenen 2. Rennlauf schwammen davon. Schlussendlich fanden wir die fast gleichen Bedingungen wie im ersten Lauf vor; unten ziemlich nass und oben fast trocken. Ich konnte mich leicht auf 2.16.081 min steigern, wurde in dem Lauf aber knapp von Jaroslav Kraicj und Milan Svoboda, die beide 2.15-er Zeiten fuhren, geschlagen. In der Addition aus beiden Läufen konnte ich meine Führung aber knapp verteidigen. Nun warteten wir alle auf die Zeit von Simone Faggioli. Dieser klatschte uns ab und fuhr eine Zeit von 2.07.216 und überholte mich in der Gesamtwertung deutlich. Ich konnte mit meiner Führung nach dem ersten Lauf und dem 2. Platz sehr zufrieden sein, beim ersten Auftritt mit dem Osella FA30 bei der Bergeuropameisterschaft.

 

Nach der Siegerehrung konnten wir kurz nach neun Uhr unsere zehnstündige Heimreise unter die Räder nehmen. Kurz nach Sieben Uhr Montagfrüh waren wir dann zu Hause und konnten uns gleich umziehen, um der gewohnten Berufsarbeit nachzugehen…

 

 

Bis bald…

Marcel

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