Erster Sieg bei der Berg-Europameisterschaft













Dank dem verlängerten Wochenende durch den Auffahrts-Feiertag konnten wir am Donnerstagabend noch eine kleine Testmöglichkeit in Anneau du Rhin wahrnehmen, damit wir die gesammelten Abstimmungsdaten vom Fahrwerksprüfstand auch noch auf der Strecke prüfen konnten. Dies hat sich dann auch sehr gut bezahlt gemacht, da wir die Federabstimmung nicht genau vom Prüfstand übernehmen konnten. Und auch sonst konnte ich in den schnellen Kurven grosses Vertrauen in den Osella gewinnen. Direkt im Anschluss an den Test reisten wir dann weiter nach Trier, wo wir kurz nach Mitternacht unseren reservierten Fahrerlagerplatz erreichten. Am Freitag hatten wir dann relativ viel Arbeit am Osella mit Reinigung, vorzubereiten und nach den herausgefahrenen Werten abstimmen.

 

Samstag früh ging ich erneut auf eine kurze Streckenbesichtigung, ehe die Veranstaltung begann und die Strecke für den Trainingsbetrieb gesperrt wurde. Schon früh lief der Zeitplan durch viele Unterbrechungen durch Unfälle und technischen Defekten aus dem Ruder, womit auch unser 1. Trainingslauf etwas später stattfand. Ich fühlte mich dann auf meiner ersten Fahrt gleich von Anfang an recht wohl im Osella und konnte schon ein gutes Tempo einschlagen. In der ersten Spitzkehre war aber schon Schluss mit Tempo: der Lenkeinschlag war zu gering und ich musste zurücksetzen um meine Fahrt fortzusetzen. Im Ziel leuchtete trotzdem eine Zeit von 1.42.432 auf, womit ich mich auf dem sechsten Zwischenrang wieder fand. Anhand der Datenaufzeichnung war klar, dass ich bei meinem „sägen“ 5,5 Sekunden verlor und ohne diesen Patzer hätte Bestzeit fahren können.

 

Für den 2. Trainingslauf bauten wir die Lenkung um, damit ich die Spitzkehren in einem Zug umrunden konnte. Dies zahlte sich auch gleich in 1.34.394 aus. Diese Zeit reichte für den Trainingssieg, dicht gefolgt von Guy Demuth (Osella FA30, 1.34.855), Adriano Zerla (Osella PA30, 1.37.705) und Fausto Bormolini (Reynard-F3000, 1.38.121). Wegen den zum Teil heftigen Trainingsunfällen und der daraus entstandenen Verspätung musste der 3. Trainingslauf leider gestrichen werden. Vermutlich konnten wir sogar froh sein, denn zu der Zeit, wo wir etwa gestartet wären, hatten wir Weltuntergangsstimmung mit heftigen Regenfällen und leichtem Hagel. So hatten wir genügend Zeit, um alles für den Rennsonntag vorzubereiten.

 

Nach ausgiebigen Niederschlägen durch die Nacht war dann der Sonntagmorgen schon recht sonnig und die Strecke trocknete schnell auf. Zu unserem 1. Rennlauf fanden wir sehr gute Bedingungen vor, auch wenn die Wolken bedrohlich aufzogen. Ich fand je länger je mehr Vertrauen in den Osella und konnte mich auf 1.32.656 steigern und die Führung um fast 2 sec vor Demuth und Bormolini übernehmen.

 

Mit neuen Reifen ging es dann im 2. Wertungslauf sogar noch etwas flotter, wobei ich in der High-Speed-Passage vor dem Ziel dann doch an die Grenzen stiess. Bei fast 3G Querbeschleunigung drohte der Grip abzureissen. Mit 1.31.657 konnte ich meine Führung komfortabel ausbauen, denn Guy berührte mit dem Ellenbogen beim Lenken den Hauptschalter, schaltete diesen dadurch versehentlich aus und verlor so rund eine Minute. Somit war Fausto Bormolini auf den zweiten Rang vorgerutscht.

 

Im 3. Rennlauf wollte ich trotz komfortablem Vorsprung nochmals alles versuchen, um meine Zeit zu verbessern. Ich beging dann aber im unteren Teil einige kleine Fehler und verbremste mich bei der zweiten Spitzkehre fast, worauf ich mich auf das Festigen meiner Führung konzentrierte. In 1.33.060 fuhr ich nochmals Laufbestzeit und konnte meinen Vorsprung auf Fausto Bormolini auf über 11 Sekunden ausbauen. Spannend wurde es dann noch um den letzten Podiumsplatz. Da verwies Otakar Kramsky (Reynard-F3000) Adriano Zerla um 0.09 sec auf den vierten Gesamtrang.

Nach zwei 3. Plätzen im Gesamtklassement mit dem Martini in den zwei vergangenen Jahren bin ich nun sehr glücklich über den Gesamtsieg und den gewonnenen 25 Punkten für die EBM.

 

Bereits am kommenden Wochenende, 11. - 12. Juni, fahre ich den nächsten Lauf zur Berg-Europameisterschaft in Ecce Homo in Tschechien. Die 7.8 Kilometer lange Strecke wird Neuland sein für mich und trotzdem hoffe ich auf ein gutes Resultat.

 

Bis bald…

Marcel

Rangliste
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