Ausser Spesen nix gewesen



Die Anreise nach Sternberk in Tschechien schlägt bis dahin alle Rekorde mit fast 1200 Km. Da der Bus mit dem Osella direkt von Trier nach Ecce Homo reiste, konnten wir uns mit dem PKW bereits am Mittwochabend in Richtung Feldkirch auf die Reise machen. Von da ging es mit dem Autozug durch die Nacht weiter nach Wien und am Donnerstagmorgen konnten wir dann einigermassen ausgeschlafen die restlichen 230 Km in Angriff nehmen. Kurz vor Mittag erreichten wir das Fahrerlager, wo bereits alles eingerichtet war. Als wir das erste Mal zur Streckenbesichtigung gingen, war der Nebel derart dicht, dass wir kaum die Strasse sehen konnten. Doch am Nachmittag besserte sich das Wetter besser und wir konnten uns von der 7,8 Km langen Strecke einen ersten Eindruck verschaffen. Am Abend lief ich die Strecke noch ab und konnte mir so noch einige Punkte besser einprägen. Am Freitag mussten wir dann noch die Übersetzung anpassen und einige Einstellungen am Osella vornehmen. Neben Wagenabnahme stand hauptsächlich noch Streckenbesichtigung auf dem Programm.

 

Am Samstagmorgen vor Trainingsbeginn machte ich nochmals eine kurze Besichtigung und konnte kurz vor Mittag nun endlich mit dem Rennwagen auf die Strecke. Aus der Perspektive des Osella‘s sah die Piste dann doch ganz anders aus. Ich machte eine zügige Besichtigungsfahrt, somit war die Zeit dann auch nicht besonders gut. Die Strecke ist sehr schnell und hat einige gemeine Bodenwellen, da wollte ich nicht zu viel riskieren. Ich erreichte das Ziel in 3.07.080 min, nur Simone Faggioli (Osella FA30) fuhr schon in einer anderen Liga (2.54.930). Ich fand mich auf dem 7. Zwischenrang wieder, Fausto Bormolini (Raynard- F3000), Otakar Kramsky (Raynard- F3000), Vaclav Janik (Lola- F3000), Guy Demuth (Osella FA30) und Adriano Zerla (Osella PA30) fuhren alle Zeiten über 3 Minuten.

 

Im 2. Trainingslauf wollte ich dann ein wenig mehr angreifen und möglichst so fahren, wie ich die Strecke besichtigt hatte. Langsam macht es richtig Spass mit dem Osella mit dem enormen Abtrieb um die Ecken zu flitzen und auf der Geraden die ganze Leistung des Zytek Motors zu nutzen. Die Reifen wurden dann auf der langen Strecke ziemlich beansprucht und waren im obersten Teil schon fast überfordert. Dies ergab eine Laufzeit für mich von 2.58.629 min und eine Durchschnittgeschwindigkeit von 157,2 km/h. Nur Faggioli war mit 2.53.849 schneller als ich. Mit diesem Trainingsergebnis konnte ich bei meinem ersten Einsatz in Ecce Homo sehr zufrieden sein und nahm mir auch für den Renntag so einiges vor.

 

Der Sonntagmorgen begrüsste uns sehr sonnig und wolkenlos. Doch schon bald zogen dunkle Regenwolken auf, doch an Regen hat aber niemand gedacht. Dann fielen ein paar Tropfen, die auf der Strasse aber gleich wieder trockneten. Als wir uns in der Startaufstellung zum 1. Rennlauf befanden, begann es dann leider richtig zu regnen. Alle kehrten ins Fahrerlager zurück um die Reifen zu wechseln. Weil die Nachrichten so lauteten, dass es im Ziel nicht regnet und im Startbereich schon wieder leicht abtrocknete, entschied ich mich für geschnittene Slickreifen. Dies funktionierte im unteren Bereich auch sehr gut. Doch dann regnete es oben sehr stark und ich konnte fast nur noch Richtung Ziel schleichen. Trotzdem schwamm das Auto immer wieder auf und ich hatte Mühe, überhaupt auf der Strasse zu bleiben. Ich fuhr mir einen Rückstand auf Simone Faggioli von 23 sec ein und diverse Fahrer waren 10 und mehr Sekunden schneller als ich. Die Strecke war unter diesen Verhältnissen fast unfahrbar und sehr gefährlich. Wegen des grossen Rückstands, der Aussichtslosigkeit auf eine vordere Rangierung mit Punkten und dem Risiko im Regen, entschied ich mich, auf den 2. Rennlauf zu verzichten und das Auto ohne Schaden nach Hause zu nehmen.

 

Wir haben wieder sehr viel an Erfahrung gesammelt, aber leider kein Resultat aus der Ferne mitgebracht. In zwei Wochen (26. Juni) beginnt aber die Schweizer Bergmeisterschaft in Reitnau und wir sind mit dem Osella mittlerweile sehr gut vertraut. Es kann also losgehen…

 

 

Bis bald…

Marcel

Rangliste
⇒Gesamtergebnis Rennen 2011
⇒Gesamtergebnis Training 2011