Weiterhin auf der Erfolgsspur
















Schon die Anreise in den 1600m hohen Wintersportort Anzère gleicht jeweils fast einer Kletterpartie. Vor allem unser Teambus kommt dabei mächtig ins Schnaufen. Die Strecke ist sehr steil und mit jedem Lupfer am Gas resultiert gleich ein grosser Zeitverlust. Im unteren Bereich wurde die Strecke ziemlich ausgebaut und verbreitert. In diesem Abschnitt ist die Strasse schon sehr uneben und der neue Belag noch welliger. Somit hob sich der Vorteil der breiteren Fahrspur mit dem Nachteil durch die Wellen in etwa auf.

 

Der Wetterbericht verhiess ja nichts Gutes und tatsächlich begann es am frühen Samstagmorgen zu regnen. So war die Reifenwahl für das 1. Training schon eine rechte Lotterie. Ich entschied mich für geschnittene Slickreifen. Da ja das Fahrerlager im Zielraum war, konnte ich beim Runterfahren gleich die Streckenverhältnisse gut anschauen. Ich war erstaunt, wie trocken die Piste schon war und wollte schon ein wenig angreifen. Doch bereits in der ersten Kurve musste ich feststellen: die Gripverhältnisse waren sehr schlecht. Auch im weiteren Verlauf war es katastrophal zu fahren, es war eine richtige Rutschpartie. Dennoch konnte ich eine klare Bestzeit in 1.48.16 realisieren, knappe 4 sec vor Florian Lachat im Tatuus/ Mugen Turbo und 10 sec vor dem Rest des Feldes.

 

Auf den 2. Probelauf trocknete die Strecke dann ganz ab und wir konnten mit Slicks und Trockenabstimmung ausrücken. Die Haftung der Strecke verbesserte sich ein wenig und ich konnte mich auf 1.37.87 steigern (in etwa meine Rennzeit aus dem letzten Jahr mit dem Martini). Florian erreichte 1.40.58, gefolgt von Joel Volluz (Raynard- Formel 3000) in 1.42.20 und Julien Ducommun (Formula Master) in 1.43.52.

 

Auch den 3. Trainingslauf konnten wir bei trockenen Bedingungen fahren. Ich bezwang die Holperpiste in 1.35.57, auch Lachat steigerte sich auf 1.36.46, Volluz auf 1.38.67 und Ducommun auf 1.40.65. Für den Renntag war also für Spannung gesorgt.

 

Am Sonntagmorgen musste man bei den Walliserbergen nicht gerade weit hoch hinauf schauen, um frischen Schnee (im Juli!) zu entdecken. Als wir mit dem 1. Rennlauf an der Reihe waren, zeigte das Thermometer gerade mal 10°C. Frieren war also angesagt und wohl nicht gerade gute Voraussetzungen für eine optimale Reifentemperatur. Ich war auf meiner Fahrt erstaunt, dass die Strecke doch einen recht guten Grip bot und im Ziel war ich dann mit meiner Zeit von 1.32.72 zufrieden. Diese war bloss 0,6 sec über dem Streckenrekord. Auch Joel Volluz hämmerte in 1.33.84 eine Bombenzeit hin. Florian Lachat blieb dagegen mit 1.36.40 zurück und Julien Ducommun kam auf 1.38.62.

 

Die Sonne wärmte den Asphalt leicht und ich wollte mich im 2. Wertungslauf steigern. Vom Gefühl her während meiner Fahrt sollte dies auch so sein, doch auf der Anzeigetafel im Ziel stand aber etwas anderes: ich war fast 0,3 sec langsamer und erreichte mit vollem Einsatz bloss 1.32.99. Joel und Florian fuhren konstant ihre Zeiten, womit ich meinen Vorsprung ausbauen konnte.

 

Für den 3. und letzten Rennlauf zogen wir die Reifen mit dem Heissluftföhn sauber ab und ich stellte das Fahrwerk auf die Einstellung vom 1. Rennlauf zurück. Eigentlich musste ich ja nichts mehr riskieren, aber der Streckenrekord war schon verlockend. Die untersten zwei Kurven erwischte ich nicht ganz optimal und dachte, „das wird nix“. Der Mittelteil und das enge Geschlängel vor dem Ziel muss ich aber optimal erwischt haben. Denn der Jubel der Zuschauer nach der Zieldurchfahrt war gross und mein Erstaunen auch: ich sah auf der Anzeigetafel 1.31.93! Wieder neuer Streckenrekord…

 

Zum dritten Mal in Folge optimale Punkteausbeute für die Meisterschaft! Seit genau einem Jahr, seit Anzère 2010, konnte ich jedes Nationales Bergrennen gewinnen. Dabei fuhr ich fünf Streckenrekorde heraus. Eine fast unglaubliche Erfolgsbilanz. Ich hoffe, sie hält noch lange an…

 

Zum nächsten Rennen reisen wir wieder ins Wallis, nach Massongex am 13.-14. August, wo wir am Samstag ein nicht zur Meisterschaft zählendes Rennen absolvieren, bevor es dann am Sonntag wieder um Punkte zur Schweizer Bergmeisterschaft geht.

 

 

Bis bald…

Marcel

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