Ein weiterer Streckenrekord in Massongex













Am Freitag um die Mittagszeit nahmen wir die Reise ins Unterwallis unter die Räder. Bereits nach dem Mittag konnten wir unseren Fahrerlagerplatz bei der Post beziehen und uns einrichten. Bei der Streckenbesichtigung stellten wir dann einige Sicherheitsprobleme fest, die wir mit den Verantwortlichen von der Streckenabnahme besprechen und beheben lassen konnten.

 

Am Samstag begann unser Tag dann schon sehr früh, weil es den technischen Kommissaren am Freitagabend nicht mehr möglich war, holten sie die Wagenabnahme bereits um halb Sieben in der Früh nach. Da in Massongex am Samstag und Sonntag je ein separat gewertetes Rennen stattfindet (wobei nur das vom Sonntag zur Meisterschaft gewertet wird), mussten wir auch schon recht früh zu unserem 1. Trainingslauf antreten. Kurz nach neun war es dann bereits soweit für uns. Die Strecke war aber noch ziemlich rutschig, dennoch schaffte ich auf der 3150m langen, sehr kurvenreichen Strecke eine Zeit von 1.55.15. Direkt hinter mir überraschte Julien Ducommun (Formula Master) bei seinem ersten Auftritt in Massongex in 1.56.30, dicht gefolgt von Joel Volluz (Raynard F3000) in 1.56.64 und Christian Balmer (Tatuus-Renault) in 1.57.81.

 

Der 2. Trainingslauf fand direkt im Anschluss an den Ersten statt und so konnten wir am Osella keine Veränderungen mehr vornehmen. Ich konnte mich aber bereits auf 1.51.52 steigern. Auch diesmal vor Ducommun (1.52.94), Volluz (1.53.97) und Florian Lachat (Tatuus-Mugen Turbo, 1.54.57)

Auf den 3. Probelauf wollten wir eigentlich die Reifen mit dem Heissluftföhn sauber abziehen. Dazu reichte die Zeit aber nicht aus und wir entschieden uns dann für einen anderen Reifensatz. Einige Fahrwerkseinstellungen verhalfen mir aber zu 1.50.12, was bereits nur noch 0.15 sec hinter dem Streckenrekord war. An der Reihenfolge hinter mir änderte sich vorläufig nichts, wobei kein anderer Fahrer die 1.52-Marke unterbieten konnte.

 

Nach dem Mittag stand dann bereits der 1. Rennlauf bei sehr heissen Temperaturen des Samstagsrennens an. Dies machte die Sache nicht gerade einfacher, denn die Strecke bot nicht mehr den optimalen Grip. Prompt wurde ich langsamer, ich erreichte das Ziel nur in 1.51.13, dicht gefolgt von einem hervorragend aufgelegten Joel Volluz (1.51.60) und Julien Ducommun (1.52.66).

 

Im 2. Rennlauf testete ich dann einen neuen Reifensatz von Marangoni. Diese fühlten sich recht gut an und ich konnte mit 1.50.07 wieder am Streckenrekord schnuppern. Auch Joel steigerte sich auf 1.50.20 vor Julien in 1.52.75. Alle anderen waren bereits 4 und mehr Sekunden zurück. Wir stellten dann den Osella wieder um für die Avon-Reifen und ich musste mich nochmals mächtig ins Zeug legen. Die Temperaturen waren ein wenig kühler und optimaler für eine gute Zeit. Und die Zeit war dann mit 1.48.94 schon mal gut, ziemlich genau eine Sekunde unter dem alten Streckenrekord. Volluz fuhr nochmals 1.50.35, Ducommun fuhr sich für diesen Tag bei 1.53.40 fest und Lachat steigerte sich noch auf 1.51.83. Somit konnte ich einen weiteren Gesamtsieg mit Streckenrekord feiern, nur ohne Meisterschaftspunkte.

 

Am Sonntag stand uns dann nochmals dasselbe Programm bevor, nur war der Wetterbericht nicht so gut. Bei den frühen Trainings am Morgen fanden wir dann auch sehr gute Bedingungen vor. So konnte ich bereits im 1. Training meinen eigenen Rekord vom Vortag leicht unterbieten und eine Zeit von 1.48.72 vorlegen. Joel Volluz legte in 1.50.22 auch bereits eine gute Basis, Florian Lachat erreichte 1.53.23 und Julien Ducommun 1.53.47. Diesmal hatten wir etwas mehr Zeit zwischen den ersten beiden Trainings und wir bauten den Wagen für den 2. Probedurchgang nochmals auf die Marangoni-Reifen um. Dies zahlte sich in 1.48.00 aus. Aber auch Volluz steigerte sich auf 1.48.69, Lachat auf 1.51.57 und Ducommun auf 1.52.59.

 

Weil alles so gut und problemlos lief, wollte ich noch eine andere Fahrwerkseinstellung im 3. Training testen. Diese bewährte sich bloss im untersten, sehr schnellen Teil der Strecke. Im oberen kurvigen Teil verlor ich dann Zeit und Joel erzielte in 1.48.67 die leicht bessere Zeit als ich (1.49.23). Für die Rennläufe am Nachmittag war also für Spannung gesorgt.

 

Als ich zu meinem 1. Rennlauf an der Startlinie stand, wurde das Rennen kurz unterbrochen, weil Eric Berguerand mit technischem Defekt stehen blieb. Dies ermöglichte mir, die Zeit des vor mir gestarteten Joel Volluz über den Lautsprecher mitzuhören. Joel legte eine schon fast unglaubliche 1.46.90 vor! Ich war also aufs äusserste gefordert! Mein Start und die erste Kurve gelang mir nicht ganz nach Wunsch. Den anschliessenden schnellen Abschnitt absolvierte ich aber sehr zügig und ich kam im 6. Gang in den Drehzahlbegrenzer. Auch die nächsten engen Kurven waren super. Dann bei der Anfahrt zur ersten Spitzkehre erwischte ich innen den Randstein und schon wurde ich auf die Gegenseite der Strasse katapultiert. Auch in der Links nach der letzten Spitzkehre war mein Scheitelpunkt ein wenig gar weit innen und ich touchierte nochmals den erhöhten Streckenrand oder die Strohballe. Im Ziel leuchtete dann aber eine Superzeit von 1.46.23 auf und somit wieder neuer Streckenrekord.

 

Auf den 2. Rennlauf schien dann wieder vermehrt die Sonne und die Strecke erwärmte sich, womit die Bedingungen nicht gerade besser wurden. Auf meiner Fahrt merkte ich relativ schnell, dass es schwierig wird, an meine vorherige Zeit anzuknüpfen. Das Auto untersteuerte am Kurveneingang und übersteuerte am Kurvenausgang mehr als zuvor. Trotzdem schaffte ich noch eine 1.46.75, Joel wurde deutlich langsamer in 1.47.79 und Julien Ducommun erzielte seine zweite 1.50-er Zeit.

 

Damit hatte ich mir vor dem 3. Rennlauf eine sehr gute Ausgangslage geschaffen, denn die Positionen schienen bezogen. Ich fuhr einen Sicherheitslauf in 1.48.52, Joel Volluz erreichte 1.50.19, Julien Ducommun 1.50.38 und der alte Streckenrekordhalter Eric Berguerand, bei seinem dritten Rennen nach dem Comeback nach seinem schweren Unfall 2007, auf 1.50.44.

Nach diesem neuerlichen Gesamtsieg mit Streckenrekord führe ich die Schweizer Bergmeisterschaft nun schon fast komfortabel an. Fast alle Fahrer hinter mir haben bereits einen Nuller und somit ihr Streichresultat eingezogen. Jetzt kommen die Rennen Schlag auf Schlag und bis zum Gurnigel (03. - 04. September) sind wir jedes Wochenende im Einsatz. Nächstes Wochenende (20. - 21. August) kämpfen wir im jurassischen St. Ursanne - Les Rangiers beim Europa-Bergmeisterschaftslauf auch um Punkte zur Schweizer Bergmeisterschaft. Dies wird sicher sehr interessant werden, wenn wir uns mit der europäischen Bergelite messen können. Leider bleiben die italienischen Spitzenpiloten diesem Rennen fern.

 

bis bald…

Marcel

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