Beim Heimrennen den Sack zugemacht























Einen einzigen Punkt musste ich beim Heimrennen am Gurnigel noch einfahren. Die Zielankunft in beiden Rennläufen hätte bereits gereicht, doch dies wäre wohl ein gar mageres Resultat gewesen.

 

Freitag gegen Mittag machten wir uns auf den Weg Richtung Gurnigel und die späte Anreise war kein Problem, da wir einen reservierten Fahrerlagerplatz hatten. Am Nachmittag konnten wir uns dann gemütlich einrichten, die Wagenabnahme war sehr schnell erledigt und ich konnte die Strecke besichtigen, die im Mittelteil einen neuen Belag spendiert bekam.

 

Am Samstagmorgen konnten wir uns mit den Vorbereitungen etwas Zeit lassen, denn unser 1. Trainingslauf stand erst gegen elf Uhr an. Ich fuhr einen für mich recht zügigen Lauf und war auf der um 19 Meter verkürzten Strecke in 1.46.12 bloss 0.2 sec über meinem letztjährigen Streckenrekord. Doch Joel Volluz (Raynard-F3000) legte die Latte bereits auf 1.45.74. Von den anderen Konkurrenten fuhr sonst keiner unter die 1.50-er Grenze.

 

Weil der Osella immer wieder leicht den Boden touchierte, vergrösserten wir geringfügig die Bodenfreiheit auf den 2. Trainingslauf. Das Auto fühlte sich ansonsten gut an, ich konnte eine gute Pace fahren und erreichte das Ziel in 1.44.64. Joel konnte sich um 0.5sec auf 1.45.21 steigern. Eric Berguerand ( Lola-F3000) erreichte 1.48.65 und Florian Lachat (Tatuus-Turbo) mit Handling-problemen 1.53.88.

Für das 3. Training montierten wir dann die wenig besseren Reifen und dies zahlte sich in 1.43.54 aus. Dies war eine Zeit, die über 2sec (wenn man 0.3sec für die Streckenverkürzung rechnet) unter meinem alten Streckenrekord lag und dies bereits wieder im Training! Auch Volluz fuhr eine starke 1.44.46, Lachat 1.46.95 und Berguerand nochmals 1.48.65.

 

Leider kam bereits am Samstagabend ein heftiges Gewitter, die Strecke war somit wieder nass und für Sonntag war der Wetterbericht auch nicht gerade freundlich. Am Sonntagmorgen vor Trainingsbeginn präsentierte sich die Piste im Wald feucht bis nass und in der Lasweid trocken. Dies stellte eine ziemlich grosse Herausforderung dar. Für das Warm-Up entschieden wir uns alle für Trockenreifen. Im unteren Wald war dies aber eine ziemliche Rutschpartie. Ich musste das Auto unbedingt heil lassen und um meinen Punkt einfahren zu können. Ich fuhr also einen Sicherheitslauf in 1.55.18 und war rund 0.5sec langsamer als Joel Volluz.

 

In der langen Pause zum 1. Rennlauf konnte aber noch viel passieren. Als unser Start langsam näher rückte und die Strecke abgetrocknet war, begann es dann zu nieseln. Mal mehr, mal weniger und die Reifenfrage gestaltete sich dann äusserst schwierig. Ein paar Fahrer vertrauten noch auf Slickreifen, die meisten aber auf Regenreifen. Ich entschied mich, nach langem hin und her, für Intermediates. Dies funktionierte dann recht gut, die Strecke war aber schwierig zu fahren und fast jede Kurve war ungleich nass. Dennoch konnte ich eine 1.58.94 markieren. Direkt hinter mir klassierte sich Eric Berguerand auf Slicks mit einer 2.01-er Zeit, gefolgt von Joel Volluz (2.03.57), Denny Zardo (Gloria C8, 2.05.49), Florian Lachat (2.06.61) und Julien Ducommun (Formula Master, 2.06.65). Doch Gesamtführender nach diesem 1. Lauf war Bruno Ianiello (Lancia Delta S4), der eine trockene Strecke vorfand.

 

In der Pause zwischen den Rennläufen setzte dann heftiger Regen ein und somit erledigte sich das Rätselraten um die Reifenfrage. Es konnte nur noch mit Regenreifen gefahren werden. Ich fand mich im Regen recht gut zurecht und hatte, den Verhältnissen entsprechend, recht guten Grip. Ich verlor zum vorherigen Rennlauf auf feuchter Piste bloss 2.7 sec und erreichte in 2.01.64 das Ziel. Dies war klare Laufbestzeit, denn unter 2.08 schaffte es sonst kein anderer Fahrer. Damit konnte ich einen weiteren Gesamtsieg und auch den Titel zum Schweizermeister der Rennsportwagen 2011 einfahren. Es war nun der 7. Gesamtsieg in der laufenden Meisterschaft und der 10. in dieser sehr erfolgreichen Saison.

 

Nun haben wir eine kurze Verschnaufpause, bevor es am 17. - 18. September beim Bergrennen Chatel St. Denis - Les Paccots weitergeht. Bei diesem Rennen möchte ich meine Saisonbilanz vervollständigen und einen weiteren Gesamtsieg mit Streckenrekord realisieren.

 

 

 

bis bald…

Marcel

Rangliste
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