Das Eschdorf- Syndrom






Als wir am Donnerstagabend bei sternenklarem Himmel Richtung Luxemburg fuhren, wollten wir den Wetterbericht, den uns erwartete, nicht wahrhaben. Auch am Freitag war es sonnig, nur teilweise leicht bewölkt. Wir hatten noch einige Arbeiten am Osella zu erledigen, die Wagenabnahme ging sehr zügig und die Strecke musste ich mir gut anschauen. Doch am Abend kam dann der angekündigte Regen sintflutartig!

 

Auch am Samstagmorgen kam es immer noch nass vom Himmel. Weil sich der 1. Trainingslauf der frühen Klassen sehr in die Länge zog und es doch endlich mal eine regenfreie Phase gab, konnten wir um die Mittagszeit mit Intermediates zum Training ausrücken. Ich fühlte mich noch nicht so wohl im Auto, beim ersten Versuch am Berg dieses Jahr und bei heiklen Bedingungen. Somit fand ich mich auf dem vierten Zwischenrang wieder, hinter Guy Demuth (Osella FA30), Eric Berguerand (Lola- Formel 300) und David Hauser (Dallara- GP2). Hinter mir klaffte dann schon eine Lücke von 2 Sekunden zu den nächsten Verfolgern.

 

Zum 2. Trainingslauf stand dann unsere ganze Trainingsgruppe mit Trockenreifen und Trockenabstimmung für die Talfahrt zum Start bereit. Doch dann setzte unvermittelt wieder Regen ein und alle Autos mussten wieder auf Regen-Set Up umgebaut werden. Auf der nassen Piste fühlte ich mich dann schon ein wenig wohler und konnte die zweitschnellste Laufzeit realisieren, nur knapp hinter David Hauser.

 

Am Sonntagmorgen hatten wir in etwa dasselbe Bild am Himmel. Erst Regen, danach riss die Wolkendecke auf und es sah kurzzeitig nach einem angenehmen Tag aus. Dies hielt aber nur sehr kurz an und bald fielen wieder Tropfen. Die Veranstaltung begann pünktlich, doch der Zeitplan wurde schon bald durch zum Teil heftige Abflüge strapaziert. So mussten wir uns bis Mittag gedulden, bis wir an den Start zum 1. Rennlauf geführt wurden. Danach standen wir nochmals etwa zwei Stunden unten, weil auch unser Feld nicht unfallfrei über die Runden kam. Die Strecke hatte, durch die Unterbrüche, dann genug Zeit, immer wie mehr abzutrocknen. David Hauser nützte dann die letzte Unterbrechung, um von Regen- auf Trockenreifen zu wechseln. Ich zögerte etwas zu lange und blieb auf Intermediates. Als ich dann endlich starten konnte, waren die untersten drei Kurven doch recht trocken, aber sehr rutschig. Der obere Teil war dann weitgehend trocken und Slicks wären wohl die bessere Variante gewesen. Somit musste ich mit der zweitschnellsten Zeit in 54.662 und 0.7 sec Rückstand auf Hauser zufrieden sein. Nach dem Ziel im Fahrerlager schafften wir es kaum das Auto unter das Zelt zu stellen, schon setzte der nächste Schauer ein.

 

Dies war nicht gerade förderlich, um im 2. Rennlauf die Zeit zu verbessern, da in Luxemburg nur der schnellste Lauf für das Tagesklassement berücksichtigt wird. Der Regen hielt recht lange an, die Strecke blieb nass und an einigermassen anständige Bedingungen glaubte niemand mehr. Als wir dann aber über die Strecke an den Start rollten, waren die letzten drei Kurven schon komplett trocken. Doch der untere Teil war schon noch recht feucht und die Reifen zogen auch noch Wasser hoch. Ich wollte aber nochmals angreifen. Der Start gelang mir nicht wunschgemäss, doch der Rest war dann recht gut und somit konnte ich in 57.835 noch Laufbestzeit realisieren und David um 0.86 sec distanzieren. Aber halt 3 sec langsamer als am Mittag. Auf Grund der Witterungsverhältnisse hätten wir das Resultat auch fast auslosen können.

 

Jetzt haben wir schon die erste Pause. Am 2.-3. Juni werde ich beim Europa Bergmeisterschaftslauf in Ecce Homo/CZ teilnehmen. Bis dahin versuchen wir am Osella noch einige Teile zu optimieren und in Tschechien dann eine gute Hauptprobe zur Schweizer Bergmeisterschaft hinzulegen.

 

Bis bald…

Marcel

 

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