Regenschlacht in Reitnau









Schon wieder hatten wir eine vierwöchige Rennpause hinter uns gebracht, als nun endlich der Auftakt zur Schweizer Bergmeisterschaft in Reitnau bevorstand. In der Zwischenzeit lösten wir die Bremsprobleme am Osella. Gegenüber Ecce Homo war auch die Anreise sehr kurz und da in Reitnau nur am Sonntag gefahren wird, konnten wir diese auch erst Freitagabend angehen.

 

Schon am Samstagmorgen war es, wie wohl in der ganzen Schweiz, sehr warm. Beim Zeltaufbau und ausladen des Rennwagens kamen wir schon ordentlich ins Schwitzen. Durch Steckenbesichtigung, Wagenabnahme und diverse Besuche durch Zuschauer, Fans und Fahrer war der Tag schnell vorbei. Pünktlich zum Openair-Fahrerapéro brach dann ein Gewitter über Reitnau herein und brachte eine kleine Abkühlung.

 

Noch pünktlicher begann es am Sonntagmorgen mit meinem Weckerklingeln um sieben Uhr wieder zu regnen. Dies verhinderte mein morgendliches Lauftraining bei den Rennen. Trotzdem mussten wir mal abwarten, was das Wetter weiter vorhatte, bevor wir das Auto Regen-Setup umbauten. Der Regen liess dann nach und machte sogar Pause. Ich entschied mich für Intermediates-Reifen und eine Regenabstimmung beim Fahrwerk. Weil sich unser 1. Trainingslauf dann immer noch hinzog und die Sonne ein wenig hervorblinzelte, wechselten wir wieder zurück auf die Trockenreifen und stellten auch das Fahrwerk wieder auf die Trockeneinstellung zurück. Vor dem Start wurde ich noch informiert, dass die Zielkurve im Wald noch feucht war. Die Strecke bot dann für das 1. Training erstaunlich guten Grip und ich konnte schon recht attackieren. Doch vor der Zielkurve drosselte ich das Tempo, denn da war es noch richtig nass. Leider funktionierte die Zeitenanzeigetafel im Ziel nicht und somit war ich dann noch überraschter, als ich meine Zeit von 51.35 erfuhr, denn diese Zeit war nur 1sec langsamer als mein Streckenrekord aus dem Vorjahr. Mit Respektabstand folgten Eric Berguerand (Lola- Formel 3000, 54.21 sec), Joel Volluz (Reynard-Formel 3000, 56.37), Christian Balmer (Formula Master, 56.79) und Julien Ducommun (Formula Master, 57.41).

 

Da es vor dem 2. Probelauf wieder kurzzeitig regnete, dann aber wieder aufhörte, musste ich doch auf die leicht profilierten Intermediates zurückgreifen und das Fahrwerk anpassen. Im unteren Streckenteil war die Strasse bereits ganz aufgetrocknet, im schnellen Mittel-S noch feucht und in der Zielkurve eher nass und von dem her eine gute Reifenwahl. Meine Zeit war in 52.00 bei schlechteren Bedingungen nur unwesentlich langsamer. Doch Berguerand schloss in 52.64 auf und auch Volluz (54.97) und Ducommun (55.66) konnten sich steigern.

 

Kurz vor meinem 1. Rennlauf setzte Dauerregen ein, wir mussten den Osella mit Regenreifen bestücken und auf Vollregen-Setup umstellen. Genau in dem Moment, wo wir vom Fahrerlager zum Vorstart rollen mussten, schüttete es kurz wie aus Kübeln. Erstaunlicherweise bot die Strecke auch bei diesen nassen Verhältnissen einen guten Grip und ich hatte das Gefühl, als würde ich zu vorsichtig fahren. Da auch diesmal die Zeitentafel im Ziel nicht funktionierte, musste ich bis nach der Rückführung auf das Ergebnis warten. In 56.67 sec konnte ich die Gesamtführung übernehmen, vor Christoph Zwahlen (Opel Kadett C), der noch einen trockenen Lauf absolvieren konnte, und Julien Ducommun, beide mit 59-er Zeiten, alle Anderen stoppte die Uhr bei über einer Minute.

 

Nach einer regenfreien Phase begann es vor unserem Feld zum 2. Rennlauf wieder richtig zu regnen. Mit meinen fast 3 Sekunden Vorsprung auf 1620 Meter Streckenlänge musste ich eigentlich fast nur im Ziel ankommen. In 57.92 erreichten Julien Ducommun und ich in der genau gleichen Zeit das Ziel. Julien zog damit im Gesamtklassement an Christoph Zwahlen, der diesmal auch bei Regen fahren musste (1.03.86), auf den 2. Platz in der Addition der zwei Läufe vorbei und ich konnte meinen Vorsprung wahren und so den 1. Platz verteidigen.

 

Mit diesem Sieg war das Reitnau-Rennen für mich ein perfekter Saisonauftakt zur Schweizer Bergmeisterschaft. Zumal auch, da der letztjährige Vizemeister und wohl schärfste Konkurrent bloss auf dem 5. Rang der Rennsportfahrzeuge ins Ziel kam.

 

Jetzt haben wir nochmals vier Wochen Pause vor uns, bevor es am 28.- 29. Juli im Wallis beim Bergrennen Ayent-Anzère um weitere Punkte zur Schweizer Meisterschaft geht.

 

Bis bald…

Marcel

 

⇒Gesamtergebnis Rennen 2012
⇒Klassenergebnis Rennen 2012