Endlich hat es auch in Osnabrück geklappt


























Nach den Rennen in der Schweiz waren die knapp 800 Kilometer nach Osnabrück wieder einmal eine weite Reise, die wir in neun Stunden Fahrt absolvierten und um halb vier das Fahrerlager erreichten. Freitag früh mussten wir uns erstmals neu sortieren, da wir vom Veranstalter für die drei Transporter mit vier Rennwagen einen Platz direkt beim Start bekamen. Danach begann die normale Arbeit mit Fahrerlagerplatz einrichten, Feinabstimmung des Osella's auf die Strecke und Wagenabnahme. Bei der Streckenbesichtigung kam ich gleich wieder klar mit der Piste, obwohl ich drei Jahre nicht mehr da war. Freitagabend waren wir dann alle froh, relativ früh das Bett zu sehen.

 

Samstag früh joggte ich nochmals die Strecke ab, um mir einige Punkte genauer anzuschauen. Bei bewölktem Himmel konnten wir kurz vor elf Uhr den 1. Trainingslauf bei guten Bedingungen absolvieren. Ich fühlte mich eigentlich ganz wohl und konnte einen guten Start angehen. Doch schon bald bekam ich Schaltprobleme und ich musste fast die Hälfte der Strecke im 3. Gang zu Ende fahren. Nach der Zieldurchfahrt bemerkte ich, dass der Stecker vom Lenkradkabel nicht richtig eingerastet war und wohl keinen Kontakt machte. Dies war mein Fehler bei der Montage des Lenkrads nach dem Putzen letzte Woche. So verlor ich eine Menge Zeit und war Zweiter hinter Guy Demuth (Osella FA30) mit 2.5 sec Rückstand, aber immer noch 1 sec vor Joel Volluz (Reynard-Formel 3000).

 

Im 2. Training wollte ich mit einem funktionierenden Getriebe angreifen und dieser Lauf gelang mir dann auch ganz gut. Ich konnte in 54.203 den Streckenrekord bereits um eine Sekunde unterbieten. Demuth folgte mit einer Sekunde Rückstand und Volluz steigerte sich auf 55.958.

 

Das Niveau war sehr schwierig abzuschätzen und uns war noch nicht klar, was für Zeiten im Rennen gefordert waren. Wir entschieden uns dann im 3. Probelauf neue Bremsklötze eines anderen Herstellers anzufahren. Ich musste ich die Bremspunkte etwas vorsichtiger angehen und erreichte dadurch auch bloss eine 54.862. Guy schockte uns mit 53.581, Joel steigerte sich auf 55.763 und Eric Berguerand (Lola- Formel 3000) kam auf 56.787.

 

Im 4. Trainingslauf musste ich mit besseren Reifen ausloten, was für mich möglich sein könnte. Einzig mit dem Bremspunkt am Ende der Startgeraden hatte ich noch etwas Schwierigkeiten, ansonsten war ich flott unterwegs. Im Ziel zeigte die Tafel 53.509. Demuth wurde etwas lansamer, Volluz in 54.962 etwas schneller und Berguerand blieb bei seiner Zeit stehen. Dieses knappe Trainingsergebnis versprach einen spannenden Renntag.

 

Die Wetterlage am Sonntagmorgen war eigentlich identisch dem vom Samstag und bei 20°C herrschten im 1. Rennlauf fast perfekte Verhältnisse. Leider vermasselte ich wieder ein wenig die erste Kurve auf der Bremse, der obere Teil gelang mir dann aber beinahe perfekt. Ich konnte den alten Streckenrekord um über zwei Sekunden auf 53.014 verbessern. An zweiter Stelle folgte überraschend Joel Volluz (bei seinem ersten Start in Osnabrück) mit 54.171 und dann erst Guy Demuth (54.389) und Eric Berguerand (55.657).

 

Gleich unmittelbar nach unserer Rückführung passierte das, wo niemand damit gerechnet hatte. Es begann leicht zu regnen. Anfangs nur ganz leicht und die Strecke wurde kaum nass. Doch bei den letzten Tourenwagen zog ein Schauer über das Ziel und nässte dann die ganze Strecke. Wir mussten also dem Osella wiedermal ein Regen-Setup spendieren und ihn mit Regenreifen bestücken. Am Start zum 2. Wertungslauf war es sehr rutschig und ich konnte nur schlecht wegbeschleunigen. In diesem Regenlauf wollte ich nicht zu viel riskieren, daher realisierte Guy auch die Laufbestzeit in 1.03.326. Ich büsste meinen halben Vorsprung in 1.04.005 ein und Joel fiel mit 1.06.098 ein wenig zurück.

 

Im 3. Rennlauf gab es in den Tourenwagenklassen viele Unterbrechungen, weshalb es relativ lange dauerte, bis wir wieder an der Reihe waren. Inzwischen schien auch wieder die Sonne und die Strecke trocknete bis zu unserem Start wieder vollständig ab. Etwa in der Mitte meines Runs erlebte ich eine kleine Schrecksekunde. Am Ausgang einer S-Kurve hatte ich leichtes Übersteuern und rasierte mir an einem Reifenstapel einige Aerodynamikteile am Heck des Osella ab. Dies war aber kaum zu spüren und ich war dennoch in 53.576 im Ziel. Demuth schaffte 54.084, Volluz 54.372 und Berguerand 55.375.

 

Da der 4. Wertungslauf bei den Starter vor unserem Feld absolut reibungslos ablief, mussten wir uns mit der Reparatur vom Osella extrem beeilen und das gesamte Team war gefordert. Wir schafften es aber rechtzeitig, wieder alle Teile anzubringen und das Auto konkurrenzfähig an den Start zu bringen. In 53.476 konnte ich eine weiter Laufbestzeit realisieren und nach diversen zweiten Plätzen endlich den ersten Osnabrück-Gesamtsieg feiern. Guy Demuth konnte den zweiten Platz sichern und die gute Schweizer Leistung rundete Joel Volluz auf dem dritten und Eric Berguerand auf dem vierten Rang, sowie Toni Büeler als Siebter im Gesamtklassement und zugleich als Tourenwagensieger ab. Dieses Resultat bestätigt einmal mehr das gute und sehr hohe Niveau in der Schweizer Bergmeisterschaft.

 

Die Rennen folgen nun Schlag auf Schlag. Am kommenden Wochenende, 11.-12. August, sind wir bereits wieder im Wallis im Einsatz, beim Bergrennen von Massongex, wo es wieder um Punkte zur Schweizer Bergmeisterschaft geht.

 

Bis bald…

Marcel

 

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