Zwei Siege und ein Streckenrekord in 24 Stunden








Beim Rennen in Massongex ist immer alles ein wenig anders. Kurz nach Freitagmittag erreichten wir unseren neuen Fahrerlagerplatz und mussten ziemlich Gas geben, um unser Zelt aufzubauen und uns einzurichten. Denn danach ging es gleich zur Streckenbesichtigung und Wagenabnahme.

 

Auch für Samstag stand uns ein strenger Tag bevor, denn es waren bereits drei Trainingsläufe und drei Rennläufe zu absolvieren, jedoch ohne Meisterschaftsprädikat. Daher mussten wir auch schon um 9 Uhr zum 1. Trainingslauf antreten. Die Strecke bot besseren Grip als ich es erwartet hatte und ich konnte den Osella schon recht zügig um die engen Kehren prügeln. In der letzten Spitzkehre wurden dann die gelben Flaggen geschwenkt, weil Eric Berguerand (Lola-F3000) am Kurvenausgang mit Getriebeschaden gestrandet war. Dies beeinträchtigte mich aber kaum und ich konnte in 1.52.39 eine überlegene Bestzeit realisieren, einzig Joel Volluz (Raynard-F3000) schaffte es noch knapp unter 2min.

 

Mit einigen Fahrwerkänderungen startete ich in den 2. Probelauf. Im unteren Teil lief es mir ziemlich gut, doch nach der zweitletzten Spitzkehre bekam ich wieder gelbe Flaggen, weil Julien Ducommun (Martini/BMW) mit einer abgerissenen Antriebswelle keinen Vortrieb mehr fand. Dies behinderte mich diesmal recht stark und dennoch konnte ich meine vorherige Zeit fast egalisieren (1.52.74). Volluz machte noch vorsichtiger in 2.00.57, Berguerand reiste nach Hause zur Reparatur und Florian Revaz (Formula Master) liess in 1.55.17 sein Talent aufblitzen.

 

Irgendwie fand ich mit meinen alten Trainingsreifen auf der winkligen und engen Strecke nicht mehr die nötige Traktion. So konnte ich mich im 3. Training auch lediglich auf 1.50.09 steigern. Joel fuhr bereits seine zweitbeste Laufzeit vom ganzen Wochenende in 1.48.17 und Florian kam im 2l-Auto auf 1.53.70.

 

Für den 1. Rennlauf montierten wir ein wenig bessere Reifen. Dies zahlte sich auch gleich in 1.47.17 aus. Bei Joel Volluz schienen die Uhren an diesem Wochenende irgendwie rückwärts zu laufen. Nach einer super Trainingszeit realisierte er nach einem Fahrfehler nur 1.49.88. Um den samstäglichen Tagessieg blieben leider nur noch wir Zwei übrig.

 

Im 2. Rennlauf konnte ich in 1.48.03 gegenüber Volluz (1.48.75) ausbauen.

Weil im 3. Rennlauf keine absoluten Topzeiten zu erwarten waren, rüsteten wir den Osella wieder mit den ganz alten Reifen aus. Im Ziel kam dann die grosse Überraschung, Joel und ich fuhren in 1.48.94 die genau gleiche Zeit. Somit konnte ich einen äusserst anstrengenden Tag wenigstens mit einem Sieg abschliessen.

 

Am Sonntag stand dann nochmals dasselbe Programm an, nur dass es jetzt um Punkte zur Schweizer Bergmeisterschaft ging. Am Morgen bei noch kühlen Temperaturen fanden wir im 1. Trainingslauf gute Verhältnisse vor und ich konnte gleich mit 1.48.30 beginnen. Joel Volluz konnte wegen technischen Problemen nicht starten, jedoch zeigte Eric Berguerand nach seiner Reparatur mit 1.49.33 auf, dass er nach seinem schweren Unfall vor wenigen Jahren auf dem Weg zurück an die Spitze ist.

 

Mit abermals leichten Fahrwerksoptimierungen konnte ich mich im 2. Training nochmals steigern und eine 1.47.04 vorlegen, Volluz (1.48.45) folgte mir knapp vor Berguerand (1.48.56) und Florian Revaz (1.51.58).

 

Weil der Zeitplan schon arg in Mittleidenschaft gezogen war, wurde der 3. Probelauf gestrichen.

 

Gleich nach der Mittagspause stand für unser Feld der 1. Rennlauf an. Wir zogen wohl ein wenig zu optimistisch zum Vorstart vor, denn wegen mehreren Unterbrechungen sassen wir lange in der Hitze in unseren Autos. Nach solchen Wartezeiten ist es meist sehr schwierig, die nötige Konzentration und Anspannung wieder zu finden. Mit den neuen Reifen ausgerüstet, fühlte sich der Osella fast wie ein anderes Auto an und ich konnte unheimlich attackieren. Ich war im unteren Teil noch zu wenig an die Reifen gewöhnt und agierte zum Teil fast zu langsam. Im Ziel wurde ich von einer fast unglaublichen 1.44.49 überrascht. Mit dieser Laufzeit konnte ich meinen eigenen Streckenrekord aus dem letzten Jahr um 1.74 sec unterbieten. Als gesamt Zweiter folgte nicht etwa Joel Volluz, sondern Florian Revaz in 1.49.72 und dahinter dann Florian Lachat (Tatuus Turbo, 1.53.01). Volluz hatte Pech mit seinem Getriebe, das beim Anbremsen der ersten Spitzkehre in Neutralstellung schaltete, worauf er anhalten musste, um alles neu zu sortieren und danach seinen Lauf in 1.54.37 beendete.

 

Nach einem Unfall von Joel Rappaz in einem Tourenwagen mussten wir sehr lange auf unseren 2. Wertungslauf warten und der 3. Lauf wurde somit schon im Vorfeld gestrichen. Als wir dann endlich an der Reihe waren, fand ich nicht mehr den optimalen Grip und das Auto rutschte viel mehr. Dennoch konnte ich fast meinen Rekord aus dem Vorjahr egalisieren in 1.46.59 und fuhr einen ungefährdeten Gesamtsieg heraus. Revaz kam bloss noch auf 1.51.29, sicherte sich aber so den zweiten Platz im Gesamtklassement und Joel Volluz schob sich in 1.48.09 noch auf den dritten Rang vor.

 

Mit diesem Topresultat konnte ich auch die Führung in der Schweizer Bergmeisterschaft ausbauen. Ein sehr spannendes Rennen steht uns am kommenden Wochenende, 18.-19. August, beim Berg-Europameisterschaftslauf in St. Ursanne - Les Rangiers bevor. In der Startliste stehen vier Osella FA30, 8 Formel 3000, ein GP2 und die besten Fahrer aus Europa.

 

Bis bald…

Marcel

 

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