Ausnahmezustand im Toggenburg













Das Bergrennen Hemberg wurde nach 22 Jahren wieder aus dem Dornröschenschlaf geweckt und war für Sonntag als Eintagesveranstaltung angesagt. Am Freitagabend konnten wir bei noch sehr schönem Wetter ins schön gelegene Dörfchen anreisen. Wir waren aber schon ein wenig überrascht, wie klein Hemberg ist und wo die Autos untergebracht werden sollten.

 

Am Samstag fanden aber alle Fahrer auf den zuvor vom Veranstalter reservierten und mit den letzten Weisungen mitgeteilten Plätzen Unterschlupf. Zum Teil in Garagen, Schöpfen oder Hallen. Weitere Fahrerlager gab es noch beim Start in Bächli und in St. Peterzell. Wir konnten unseren Fahrerlagerplatz bei der Garage Keller in einer Fahrzeughalle in Hemberg beziehen. Streckenbesichtigung und Wagenabnahme fanden leider bei strömendem Regen statt. Samstagabend war dann im ganzen Dorf Party und schon da waren wohl hunderte, wenn nicht tausende Besucher unterwegs.

 

Am Sonntagmorgen um sieben Uhr strömten bereits Heerscharen von Zuschauern in Richtung Rennstrecke. Als wir gegen zehn Uhr zur Verschiebung zum Start zu unserem 1. Trainingslauf aufgestellt wurden, platzte Hemberg schon fast aus allen Nähten vor lauter Zuschauern. Bei der Besichtigung stellte ich bereits fest, dass die Strasse teilweise durch die mobilen Leitplanken recht schmal wurde. Als ich dann das erste Mal mit dem Osella daher kam, schienen mir diese Passagen nochmals um einiges schmaler zu sein. Zudem war der unterste Teil noch recht nass. Ich konnte in diesem Lauf als einziger direkt die Minutengrenze auf der 1758m langen Bahn unterbieten und in 59.36 die Bestzeit realisieren. Hinter mir klassierten sich Julien Ducommun (Martini-BMW, 1.03.12), Manuel Amweg (Tatuus-Renault, 1.03.95) und Bruno Eigenmann (Dallara-Opel, 1.04.82).

 

Veränderungen am Auto machten für das 2. Training noch gar keinen Sinn, denn ich musste erst mein persönliches Set-Up auf dieser Strecke finden. Ich konnte mich langsam auf die neue Piste einstellen, obwohl es unten immer noch feucht war und mich auf 57.87 steigern. Auch Ducommun (59.53) kam nun unter einer Minute ins Ziel, Amweg in 1.01.29 und Eigenmann in 1.02.01.

 

Auf den 1. Rennlauf bestückten wir den Osella mit etwas besseren Reifen. Weil die Zeit durch diverse Unfälle und Zwischenfälle schon weit fortgeschritten war, wurden wir direkt vor dem Start informiert, dass nur ein Rennlauf ausgetragen und danach die Veranstaltung abgebrochen wird. Mein Start gelang mir nicht ganz nach Wunsch. Bereits in der zweiten Kurvenkombination wurde ich wegen eines neuerlichen Unfalls mit der roten Flagge angehalten und musste meinen Lauf wiederholen. Diesmal gelang mir der Start fast optimal und auch sonst konnte ich auf der ganzen Strecke mehr attackieren. Im Ziel leuchtete dann 54.37 auf der Anzeigetafel und ich konnte meinen neunten Gesamtsieg in dieser Saison feiern. Julien Ducommun steigerte sich noch auf 57.11 und sicherte sich den 2. Platz vor Bruno Eigenmann (1.00.29), Marcel Tobler (Dallara-Opel, 1.00.63) und Manuel Amweg (1.00.90).

 

In zwei Wochen, 06. - 07. Oktober, ist nun schon das letzte Rennen dieses Jahr in Mickhausen, wo ich wieder auf sehr starke internationale Konkurrenz treffen werde.

 

Bis bald…

Marcel

 

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