Den Fluch in Eschdorf endlich besiegt






Das Rennen von Eschdorf stand eigentlich gar nicht auf dem Plan bei mir. Kurzfristig und auf Anfrage vom Veranstalter entschied ich mich dann doch zu einer Teilnahme. Bei uns im Betrieb war die Agenda aber auch schon ausgebucht und so konnten wir am Freitag erst nach getaner Arbeit Richtung Luxemburg aufbrechen. Um halb eins erreichten wir dann unseren perfekt reservierten Fahrerlagerplatz.

 

Samstagfrüh, nach einer doch relativ kurzen Nacht, mussten wir in kürzester Zeit unsere normale Freitagsvorbereitung erledigen. Osella ausladen und alle Teile anschrauben, Zelt aufbauen, ich musste zur Streckenbesichtigung und Wagenabnahme. Fast in Rekordzeit schafften wir dies alles und für das 1. Training waren wir gut vorbereitet und top motiviert. Durch das schöne Wetter war der Grip auf der Strecke auch schon recht gut und ich konnte eine super Pace angehen. Im Ziel war ich dann selber fast ein wenig überrascht von meiner erreichten Zeit von 50.903, denn so schnell war ich in Eschdorf noch gar nie gefahren. Mit dieser Zeit konnte ich auch die Führung übernehmen vor Guy Demuth (Osella FA30, 51.619) David Hauser (Dallara-GP2, 51.770) und Eric Berguerand (Lola-F3000, 52.833).

 

Weil der Osella im untersten Streckenteil stark untersteuerte, versuchten wir dies mit einer kleinen Änderung am Fahrwerk zu kurieren. Leider wurde es nicht besser, aber mit ein wenig mehr Einsatz konnte ich mich trotzdem auf 50.666 steigern. Bei Demuth und Hauser fiel die Steigerung in etwa gleich aus, womit mein Vorsprung fast gleich blieb.

 

Mit weiteren Einstellungen am Fahrwerk versuchten wir dem Untersteuern auf den 3. Trainingslauf abzuhelfen. Das Auto fühlte sich aber während der Fahrt nicht wirklich besser an, doch die Laufzeit von 49.890 deutete uns den richtigen Weg. Diese Zeit war nur knappe 0.05 sec über dem bestehenden Streckenrekord. Guy Demuth (51.110) und David Hauser (51.476) waren immer noch sehr nahe beieinander. Die finale Auswertung der Trainingszeiten zeigte uns aber, dass Hauser geblufft hatte und vor dem Ziel vom Gas ging.

 

Ohne weitere Veränderungen, jedoch mit neuen Reifen, startete ich in den 1. Rennlauf am Sonntagvormittag bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Ich erhoffte mir so nun eine deutliche Verbesserung zum Trainingstag. Das Untersteuern war aber immer noch da, wenn nicht noch ausgeprägter. Ich ärgerte mich darüber und musste nun halt im Mittelteil noch ein wenig mehr zulegen. In 49.543 konnte ich tatsächlich einen neuen Streckenrekord realisieren. Hauser (50.297) war nun deutlich vor Demuth (51.262), auf dem 4. Zwischenrang folgte dann Eric Berguerand (51.601).

 

Im 2. Wertungslauf um die Mittagszeit wollte ich es dann besser machen. Doch die alten Probleme waren immer noch da, dennoch konnte ich den Rekord nochmals minimal auf 49.470 runterdrücken. David Hauser (49.953) konnte mit neuen Reifen die 50-Sekunden-Marke als dritter Fahrer in der Eschdorfer Geschichte knacken. Guy Demuth kam auf 51.100 und Eric Berguerand auf 51.071.

 

Auf den 3. Rennlauf zogen wir mit dem Heissluftföhn die Reifen ab und nahmen nochmals eine kleine Änderung am Fahrwerk vor. Irgendwie wollte es aber im unteren, engen Teil gar nicht mehr passen und ich erreichte das Ziel nur in 50.058. Hauser (49.912) konnte sich nochmals leicht verbessern, mir meinen ersten Gesamtsieg beim 25. Jubiläum des Eschdorfer Bergrennens aber nicht mehr streitig machen.

 

Ab 1996 war der Streckenrekord von Eschdorf schon einmal für 10 Jahre in der Familie. Damals stellte mein Vater Heinz mit seinem Martini-BMW-F2 einen Rekord auf, der dann erst von Lionel Regal verbessert wurde und nun seit 2008 von demselben gehalten wurde. Nun ist der Streckenrekord von 49.470 also wieder in der Familie Steiner.

 

Jetzt haben wir eine kleine Rennpause und am 01.-02. Juni nehme ich dann am Bergeuropameisterschaftslauf in Tschechien in Sternberk teil. Auf diese Strecke freue ich mich jetzt schon!

 

bis bald

Marcel

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