Immer wieder technische Gebrechen in Ecce Homo











Zum dritten Mal reisten wir nun ins weit entfernte Tschechien. Bereits Mittwochabend nach der Arbeit nahmen wir die rund 1 200 Kilometer unter die Räder. Nach etwa 14 Stunden Fahrt erreichten wir am Donnerstagvormittag das Fahrerlager. Nach dem „Frühstück“ konnten wir in einer regenfreien Phase unser Zelt aufbauen und den Osella ausladen. Ansonsten gingen wir diesen Tag noch etwas locker an. Einfach Streckenbesichtigung stand noch an.

 

Nach einer langen verregneten Nacht konnte ich gleich die Papierabnahme erledigen. Danach stand wieder Besichtigung der 7.8km langen Strecke an und vor allem zu beobachten, wie schnell diese abtrocknet nach den Regenschauern. Nach dem Mittag erledigten wir gleich ohne Probleme die technische Abnahme. Danach waren wir bereit für das Training am Samstag, wobei wir die Wettersituation noch abwarten mussten.

 

Nach einer erneut verregneten Nacht trocknete die Strecke doch recht schnell ab und wir konnten den Osella wider Erwarten mit dem Trocken-Set-Up ausrüsten. Kurz vor dem Mittag stand unser 1. Trainingslauf an. Ich fühlte mich eigentlich gleich recht wohl im Auto und konnte eine gute Pace angehen. Doch irgendwie fühlte sich das Auto über die zahlreichen Bodenwellen komisch an. Dennoch konnte ich mit meiner Zeit von 2.55.490 sehr zufrieden sein. Nur Simone Faggioli (Osella FA30, 2.53.710) war schneller als ich und Joel Volluz (Osella FA30, 2.58.190) blieben unter drei Minuten. Nach der Rückführung, als wir den Osella für einige Arbeiten mit dem Hebekran aufbocken wollten, kam die grosse Überraschung: Bei der oberen Motorbefestigung waren die beiden Gewindehülsen aus dem Chassis ausgerissen und das Auto drohte auseinanderzubrechen. Nach Rücksprache mit Simone Faggioli bestätigte er uns dies als ein bekanntes Problem. Nach einem Telefonat nach Italien ins Werk wurde uns der Defekt als irreparabel auf Platz erklärt. Nach eingehenden Besprechungen und weiteren Rücksprachen mit dem Werk machten wir uns dennoch an die Reparatur. Den 2. Trainingslauf verpasste ich natürlich durch die komplizierten Arbeiten und fiel im Trainingsklassement noch hinter Milos Benes (Osella FA30) und Julien Ducommun (Osella FA30). Um halb Sieben abends war der Osella dann wieder rennbereit.

 

Nach abermals heftigen Regenfällen durch die Nacht war die Piste am Morgen sehr nass und drohte wegen der kühlen Temperaturen nur sehr langsam abzutrocknen. Daher bereiteten wir vorsichtshalber mal alle Reifenvarianten vor. Weil die Streckenverhältnisse sehr heikel waren, gab es dementsprechend auch viele Unterbrechungen und Verzögerungen durch Ausrutscher. Unser 1. Rennlauf verzögerte sich um beinahe zwei Stunden. Als wir dann endlich an der Reihe waren, war die Rennstrecke meist trocken, bis auf einige Stellen, die doch noch sehr nass waren. Die Reifenwahl war sehr schwierig. Ich entschied mich, wie die meisten, für Trockenreifen. Dies war sicher die richtige Wahl, auch wenn es über die nassen Stellen sehr heikel war und ich zusätzlich durch eine gelbe Flagge wegen eines Pannenfahrzeuges sehr viel Zeit verlor. Im Ziel stoppte die Uhr für mich bei 2.55.160. Faggioli markierte in 2.51.150 die Bestzeit, hinter mir reihten sich Volluz (2.58.810) und Benes (2.59.520) ein.

 

Vor dem 2. Wertungslauf checkten wir das Auto nochmals genau, um sicher zu sein, dass unsere Reparatur erfolgreich war. Mit ruhigem Gewissen konnte ich wieder an den Start gehen. Weil sich zwischenzeitlich noch die Sonne zeigte, war die Strecke nun komplett trocken. In 2.50.370 gelang mir eine deutliche Steigerung und ich konnte meinen 2. Platz, hinter Simone Faggioli, aber vor Milos Benes und Joel Volluz, festigen. Mit dem notreparierten Auto sicher eine gute Leistung und zudem hatten wir uns auf ein komplett verregnetes Wochenende eingestellt. Da waren wir doch ganz glücklich, alle Läufe bei mehr oder weniger trockenen Bedingungen fahren zu können.

 

Vor dem in drei Wochen bevorstehenden Saisonauftakt zur Schweizer Bergmeisterschaft in Reitnau müssen wir nun schauen, wann und wie wir das Chassis richtig und auf Dauer haltbar reparieren können.

 

Bis bald....

Marcel

Rangliste
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