Nicht ganz die perfekte Strategie









In der Zeit zwischen Ecce Homo und Reitnau lief fast mehr als beim eigentlichen Rennen. Aber alles mal der Reihe nach. Gleich nach Ecce Homo bauten wir in Windeseile den Motor aus und zerlegten den Osella, um diesen zur Kur nach Italien zu schicken. Nach etwa zwei Wochen, respektive eine Woche vor Reitnau, kam das leere Chassis wieder zurück zu uns. In der Woche vor Reitnau musste mein Team und ich dann die Abende effizient nutzen, um das Auto zusammenzubauen und perfekt für Reitnau vorzubereiten. Die allerletzten Handgriffe führten wir am Samstag auf Platz noch aus.

 

Nachdem es am Samstag noch mehrheitlich geregnet hatte, waren wir Sonntagfrüh schon froh, dass der Wetterbericht einmal recht hatte und uns ein angenehmer Tag bevor stand. Bei vier Läufen an einem Tag stand uns ein relativ strammes Programm bevor.

 

Zum 1. Trainingslauf konnten wir bereits vor zehn Uhr antreten. Die Strecke bot noch nicht ganz die optimale Haftung und nach Ecce Homo war es von der Länge und der Geschwindigkeit her doch eine ziemliche Umstellung. Daher war ich mit meinen 51.24 zufrieden und konnte eine solide Basis legen. Auch schon eine gute Performance zeigte Eric Berguerand (Lola-F3000) in 51.33, gefolgt von Christian Balmer (Tatuus-Formula Master, 54.37) und Simon Hugentobler (Reynard-F3000, 55.72)

 

Mit dem Setup des Osella‘s über die Bodenwellen und den Belagwechsel in der Zielkurve war ich noch nicht ganz zufrieden. Mit einigen Änderungen an der Dämpfereinstellung fühlte sich das Auto im 2. Probelauf doch gleich viel besser an und ich konnte meinen alten Streckenrekord in 48.84 doch bereits um 0.9 Sekunden unterbieten. Berguerand kam mit anderen Reifen auf 51.16, Balmer steigerte sich auf 51.76 und Hugentobler auf 52.80.

 

Auf den 1. Rennlauf am frühen Nachmittag verstellte ich nochmals ein wenig das Fahrwerk und wir montierten bessere Reifen. Durch die gestiegenen Temperaturen wurde die Strecke wohl nicht unbedingt schneller. Das Auto fühlte sich aber gut an und ich konnte attackieren. Im Ziel war die Verbesserung mit 48.46 aber nicht so gross. Eric schaffte einen Sprung auf 49.33, Christian fuhr 51.70 und Simon 53.84.

 

Mit 0.87 Sekunden Vorsprung fühlte ich mich auf der 1.6 Km-Strecke doch recht komfortabel in Führung und somit wollten wir nicht noch neue Reifen montieren. Ich versuchte nochmals einen gleichen Lauf hochzubringen, was mir in 48.44 auch sehr gut gelang. Später kam dann aber die faustdicke Überraschung. Eric Berguerand stellte in 48.20 einen erneuten Streckenrekord auf.

 

Mit meinen beiden konstanten Läufen konnte ich mir den Gesamtsieg in Reitnau sichern, vor Eric Berguerand, Christian Balmer und Simon Hugentobler.

 

Am Wochenende vor Reitnau war ich von Ligier als Fahrer ihres neuen E2-SC-Auto engagiert. Dabei handelt es sich um ein Fahrzeug mit Carbon-Chassis und einem Kompressor Motor. Am Freitagabend konnte ich damit einige Runden auf dem Club Circuit in Magny-Cours fahren und am Wochenende dann beim französischen Meisterschaftslauf von Beaujolais einige Demoläufe zu Testzwecken bestreiten.

 

Nun geht es mal wieder Schlag auf Schlag. Bereits am kommenden Wochenende, 06. - 07. Juli, findet das Bergrennen von La Roche - La Berra statt. Dies als Doppelveranstaltung mit einem regionalen Rennen am Samstag und einem nationalen, zur Meisterschaft zählenden Rennen, am Sonntag.

 

Bis bald...

Marcel

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