Das falsche Rennen gewonnen





Weil es beim Bergrennen von La Roche- La Berra im Fahrerlager doch eher eng zu und her geht, reisten wir bereits Donnerstagabend an und konnten gerade wieder unseren guten Platz wie vor zwei Jahren einnehmen.

 

Am Freitag hatten wir einen relativ lockeren Tag und die Zeit verging sehr schnell mit diversen Besuchen einiger Motorsportbekannten und mit viel Streckenbesichtigung. Abends musste ich dann noch kurz die Papier- und Wagenabnahme erledigen.

 

Für Samstag stand uns dann schon ein kompletter Renntag bevor mit zwei Trainings- und zwei Rennläufen. Daher ging es mit dem 1. Trainingslauf auch schon recht früh los. Weil die Strecke sehr schmutzig war, galt die erste Fahrt doch eher einer Rutschpartie. Der Osella übersteuerte wie wahnsinnig. In 1.46.76 konnte ich die zweitschnellste Zeit realisieren, hinter Eric Berguerand (Lola-F3000, 1.46.10), aber vor Joel Volluz (Osella FA30, 1.47.60), Julien Ducommun (Osella FA30, 1.51.54) und Christian Balmer (Formula Master, 1.52.91).

 

Auf den 2. Probelauf versuchten wir durch einige Einstellungen am Osella das Fahrverhalten zu verbessern. Das Übersteuern war immer noch da, meine Reifen waren einfach am Ende. Ich konnte mich dennoch um 1.4 sec steigern und Eric um 1/10 hinter mir lassen, wurde aber von Joel überholt, der bereits 1.43.58 hinlegte. Julien schloss mit 1.46.37 auf und Christian steigerte sich auf 1.52.87.

 

Weil es aus verschiedenen Gründen sehr viele Unterbrechungen des Rennbetriebs gab, konnten wir erst am frühen Abend zum 1. Rennlauf antreten. Erneut versuchten wir noch das Fahrwerk des Autos zu optimieren und spendierten ihm schlussendlich noch neue Reifen. So fühlte sich der Osella nun fantastisch an und ich konnte attackieren. Ich hatte richtig Spass im Auto. Im Ziel leuchtete dann eine fast unglaubliche 1.41.63 auf. Mein Streckenrekord aus 2011 lag bei 1.44.78. Hinter mir klassierten sich Volluz (1.43.27), Ducommun (1.43.77), Berguerand (1.45.80) und Balmer (1.50.18). Vor der Rückführung versicherte mir die Organisation, dass es trotz fortgeschrittener Zeit einen 2. Rennlauf geben wird. Als wir bereits das Auto für diesen Lauf vorbereiteten, wurden wir von Zuschauern informiert, dass die Veranstaltung zu Ende sei. Weil ich nun die neuen Reifen, die eigentlich für Sonntag eingeplant waren, nun schon gebraucht hatte, fuhr ich am Abend noch zu Hause um einen weiteren Satz neuer Reifen montieren zu können.

 

Sonntag stand uns nochmals das gleiche Programm bevor, nur dass es nun um Punkte zur Schweizer Bergmeisterschaft ging und wir auf zwei Rennläufe hofften. Für den 1. Probelauf montierten wir zuerst mal wieder alte Reifen. Mit denen erreichte ich immerhin 1.44.71. Julien Ducommun, mit neuen Reifen ausgestattet, markierte in 1.43.30 die Bestzeit, gefolgt von mir, Joel Volluz in 1.44.90 und Eric Berguerand 1.46.66.

 

Mit einer anderen Stossdämpfereinstellung an der Hinterachse rückte ich zum 2. Trainingslauf aus. Weil ich genau eine Sekunde schneller wurde, ging ich von einem Fortschritt im Setup aus. Volluz knallte bereits 1.42.08 in den Asphalt, Ducommun war diesmal um 1/100 Sekunde hinter mir und Berguerand kam auf 1.45.07.

 

Für die kommenden Rennläufe war also für Spannung gesorgt. Zum 1. Rennlauf rückten wir alle aus der Spitzengruppe, ausser Eric, mit neuen Reifen aus. Mein Auto fühlte sich aber ganz und gar nicht gleich an wie Tags zuvor. Ich hatte im unteren, langsameren Teil lästiges Übersteuern am Kurveneingang, was mir dann für den oberen, schnellen Abschnitt ein wenig den Mut nahm und ich da prompt wertvolle Zeit verlor. Im Ziel dann die schon erahnte Enttäuschung, ich konnte bloss 1.42.30 realisieren. An der Spitze lag Joel in 1.41.65, sehr knapp hinter mir Julien (1.42.58) und Eric (1.43.41).

 

Für den finalen Rennlauf entschied ich mich dann nochmals für die Rennreifen vom Samstag und stellte das Fahrwerk um einen Schritt zurück. Doch schon in der ersten Kurve spürte ich meine Chancen schwinden, der Osella untersteuerte überraschend stark und laut Datenaufzeichnung verlor ich da bereits 0.4 sec. Bis ins Ziel konnte ich noch ein wenig Zeit gutmachen und kam in 1.41.89 nahe an meinen Lauf vom Samstag heran. Die Überraschung kam aber sogleich. Ducommun stellte einen neuen Streckenrekord in 1.41.13, 1/100 sec vor Volluz, auf. Somit wurde ich im Gesamtklassement noch auf den 3. Rang verdrängt, hinter Joel Volluz, der seinen ersten Gesamtsieg an einem Bergrennen feiern konnte, und Julien Ducommun. Genau vor drei Jahren, auch in La Roche, wurde ich zum letzten Mal von einem Schweizer Fahrer bezwungen…

 

Nun machen wir in der Schweiz ein wenig Pause und werden zwei Rennen in Deutschland bestreiten. Am 27. - 28. Juli am Glasbachrennen und eine Woche danach, 03. - 04. August, in Osnabrück.

 

Bis bald…

Marcel

Rangliste
⇒Gesamtergebnis Rennen Samstag 2013
⇒Gesamtergebnis Training Samstag 2013
⇒Gesamtergebnis Rennen Sonntag 2013
⇒Gesamtergebnis Training Sonntag 2013