Nah dran…




Von den Topfahrern beim Glasbachrennen in Thüringen war ich mit meinem Team wohl der Letzte, der Freitagfrüh um halb Vier im Fahrerlager eintraf. Nach einer kurzen Nacht musste ich mich dann bald an die Besichtigung der 5.5 Kilometer langen Strecke machen. Diese, mit schnellen Kurven und einer extrem engen Schikane ausgestattete Strecke war für die meisten Fahrer Neuland. Sofern war es sehr interessant, wer sich wie schnell mit der schwierigen Piste anfreunden konnte. Ich war Freitags sehr viel auf der Strecke und abends, als ich die 5.5 Kilometer noch ablief und wir mit diversen Fahrern und Sportkommissaren noch die Schikane zurechtrückten, wurde ich etwa 800 Meter vor dem Ziel von einem heftigen Gewitter überrascht. Weil sich der Regen dann leider lange hinzog und die Strasse nicht mehr abtrocknete, entschieden wir uns, bei der Eröffnungsfeier nicht zu fahren und den Osella sauber zu lassen.

 

Samstagfrüh um halb Sieben machte ich mich dann nochmals auf zur Streckenbesichtigung, um das Erlernte aufzufrischen. Dies konnte ich bereits bei schönstem Wetter machen und die Strasse war auch schon mehrheitlich wieder trocken.

 

Unser 1. Trainingslauf war kurz vor der Mittagszeit angesetzt. Einige Fahrer schienen aber die Strecke nicht so gut besichtigt zu haben, denn etliche Unterbrechungen schoben unser Training bis nach zwei Uhr hinaus. Meine „Besichtigungsfahrt“ verlief eigentlich recht gut, ohne grosses Spektakel und relativ frühen und sicheren Bremspunkten. Im Ziel überzeugte mich die Zeitentafel aber von einer guten Fahrt. In 2.15.055 war ich bereits über 5 Sekunden unter dem offiziellen Streckenrekord! Seit langem konnte ich wieder einmal Simone Faggioli (Osella FA30, 2.15.290) hinter mir halten. Die weiteren Plätze belegten Julien Ducommun (Osella FA30, 2.17.804), David Hauser (Dallara GP2, 2.18.703) und Joel Volluz (Osella FA30, 2.18.765). Alle weiteren Teilnehmer fuhren über 2.20 Minuten.

 

Der 2. Trainingslauf verlief nur zum Teil reibungsloser. Normalerweise kommt unsere Startgruppe recht zügig durch. Aber diesmal wurden unsere Autos durch etliche Zwischenfälle gestoppt und der Start wurde zur Geduldsprobe. Erst nach sieben Uhr wurde für mich der Start freigegeben. Ich wollte mich steigern und griff ein wenig mehr an, was nicht in allen Passagen besser gelang. Dennoch konnte ich mich auf 2.11.477 steigern. Simone erreichte das Ziel 0.09 sec schneller als ich. Hinter uns folgten Joel mit 2, Julien mit 3 und David mit 7.5 Sekunden Rückstand. Nach dem langen Trainingstag standen uns dann noch einige Arbeiten am Osella bis fast Mitternacht bevor.

 

Leider regnete es von Samstag auf Sonntag in der Nacht wieder, was zu Rennbeginn eine nasse Piste zur Folge hatte. Der Veranstalter zögerte den Start der ersten Startgruppe noch etwas heraus, damit auch diese Autos gute Bedingungen vorfanden. Auch am Renntag ging es nur schleppend voran, so dass wir erst um halb zwei zum 1. Rennlauf antreten konnten. Ich war schon ziemlich nervös vor dem Start, da nicht abzuschätzen war, wie stark die Steigerung von Faggioli und Co. sein wird. Als ich dann mit kürzerer Getriebeübersetzung, anderer Heckflügel- und optimierter Fahrwerkseinstellung und neuen Reifen starten konnte, erkannte ich den Osella fast nicht mehr. Ich konnte in allen Bereichen schneller fahren und unheimlich mehr attackieren. Schlussendlich sah ich im Ziel eine fast unglaubliche 2.04.526 stehen. Leider hielt meine Bestzeit nur bis zur Zieldurchfahrt von Faggioli, denn der legte mit 2.03.747 nach. Auf den weiteren Rängen folgten Ducommun (2.08.088), Hauser (2.08.531) und Volluz (2.09.892).

 

Weil sich das Auto sehr gut anfühlte, konnte ich mir keine weiteren Verbesserungen am Setup mehr vorstellen. Somit trat ich in gleicher Konfiguration nochmals an, ich wollte aber in einigen „Problemzonen“ noch an mir arbeiten. An einigen Stellen schaffte ich auch tatsächlich eine Verbesserung, aber in ein paar Passagen verlor ich auch ein wenig Zeit. Ich konnte meine Zeit bloss um 0.5sec auf 2.04.009 drücken. Simone Faggioli verbesserte sich mit abermals neuen Reifen auf 2.02.162 und sicherte sich damit den Gesamtsieg und Streckenrekord. Ich konnte den 2. Platz halten und David Hauser (2.06.903) überholte in der Gesamtzeit noch Julien Ducommun (2.07.718), fünfter wurde Joel Volluz (2.08.530).

 

Die Strecke vom Glasbach war zwar unheimlich schwer zum Lernen, machte aber durch den neuen Belag und die modernen Sicherheitsvorkehrungen zum Fahren unheimlich Spass.

 

Nach dem Rennen hatten wir ausnahmsweise keinen Stress mit Abräumen und Einladen für die Heimreise. Denn bereits am nächsten Wochenende vom 03.-04. August sind wir beim Bergrennen von Osnabrück wieder am Start und nutzen die wenigen Tage bis dahin als kurze Ferienzeit.

 

Bis bald

Marcel

 

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