Technischer Defekt in Reitnau






Weil Reitnau traditionell ihr Rennen nur als Eintagesveranstaltung austragen, konnten wir gemütlich am Freitagabend nach Arbeitsschluss anreisen und waren dank der Nähe noch bei Tageslicht im Fahrerlager. Wegen des schlechten Wetterberichts für den Nachmittag und des drohenden Regens machten wir uns am Samstag zeitig ans Aufbauen unseres Zeltes, ausladen des Martini und einrichten unseres Platzes. Daher hatten wir am Nachmittag auch mal Zeit, um mit anderen Fahrer oder interessierten Besucher einen Schwatz zu halten. Die Wagenabnahme und Streckenbesichtigung musste ich natürlich auch noch erledigen. Der Regen kam dann in kleinen Schauern, die kaum der Rede wert waren. Erst kurz vor Mitternacht setzte dann heftiger und anhaltender Regen ein.

 

Auch Sonntagmorgen fiel das Nass immer noch vom Himmel. Weil der Wetterbericht mehrheitlich für den ganzen Renntag Niederschläge meldete, setzte ich für das 1. Training auf alte Regenreifen. Der Martini untersteuerte in dieser ersten Auffahrt ziemlich stark. Auch andere Fahrer beklagten sich über mangelnden Grip, obwohl die Strecke schon erstaunlich aufgetrocknet war. Ich schob dies auf die alten Reifen und die noch schmutzige Strasse. In 58.35 konnte ich dennoch die drittschnellste Zeit realisieren, hinter Eric Berguerand (Lola F3000, 55.23) und eine Hundertstelsekunde hinter Simon Hugentobler (Reynard F3000), aber vor Christian Balmer (Formula Master, 58.90) und Thomas Amweg (Dallara F3,1.00.01).

 

Zwischenzeitlich trocknete die Piste immer mehr ab, wobei kleine Regengüsse dies auch immer wieder verlangsamten. Dennoch entschied ich mich für den 2. Trainingslauf für Intermediates (geschnittene Slicks). Bis auf die letzten zwei Kurven war dann auch die ganze Strecke trocken. Mein Auto untersteuerte aber dermassen, dass ich aus den Kurven nie richtig ans Gas gehen konnte und ich meinen alten und bekannten Martini fast nicht mehr erkannte. Mit einer Zeit von 54.67 fand ich mich auf dem fünften Trainingsrang wieder; hinter Amweg (53.06), Berguerand (54.09) und Balmer (54.42). Für das Rennen sah dies nach einem interessanten Kampf aus, wobei auf der immer trockener werdenden Strecke Eric Berguerand haushoher Favorit war.

 

Nach grundlegenden Fahrwerksänderungen nahm ich dann meinen 1. Rennlauf unter die Slickreifen. Das Auto lenkte jetzt williger in die Kurven ein. Dennoch hatte ich in der ersten scharfen Linkskurve bereits wieder einen heftigen Schlenker. Mein Fahrstil ist wohl immer noch zu sehr auf den Osella fixiert und ich fahre mit dem Martini zu schnell in die Kurven hinein; so dass dann das schwere Heck ins Übersteuern gerät. Als ich dann beim Schützenhaus vom 4. in den 5. Gang schaltete, hatte ich plötzlich keinen Vortrieb mehr. Der 5. Gang fand keinen Kraftschluss und ich „rollte“ bis zur Schikane. Die unteren Gänge griffen wieder und ich konnte Richtung Zielkurve beschleunigen, dann dasselbe Spiel - im 5. Gang keinen Vortrieb. Da war ich wenig überrascht, als auf der Anzeige bloss 53.79 stand. Eric Berguerand (48.97), Thomas Amweg (51.46) und Christian Balmer (51.59) waren enteilt.

 

Direkt nach der Rückkehr ins Fahrerlager machten wir uns an die Reparatur und Feststellung des Problems. Anfangs sahen wir zwar den Schaden, aber erkannten ihn noch nicht im Detail. Als wir das Getriebe wieder zusammenbauen wollten, stellte ich fest, dass an der einen grossen Mutter das Gewinde ausgerissen war. Leider hatten wir keine solche Mutter vorrätig und im Fahrerlager war unter den Rennkollegen auch keine aufzutreiben. Somit musste ich vorzeitig und kampflos die Segel streichen. Ärgerlich, auch wenn dies seit Trier 2008 der erste technische Defekt in einem Rennlauf war. Zu Hause musste ich dann feststellen, dass am Kegelrad zusätzlich auch noch ein Zahn ausgebrochen ist.

 

Das Rennen wurde erwartungsgemäss von Eric Berguerand gewonnen, vor Christian Balmer und Thomas Amweg.

 

Der Martini wird nun am Wochenende vom 05. - 06. Juli an der Car Fever in der Sagibachhalle in Wichtrach stehen. Danach werden wir uns gleich an die Reparatur machen, um frühestens am 30. - 31. August wieder beim Bergrennen in Oberhallau am Start zu stehen.

 

Bis dahin…

Marcel

 

Ranglisten
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