Ausser Spesen nix gewesen in Mickhausen








Nachdem wir uns die letzten 30 Kilometer durch dicken Nebel gekämpft hatten, erreichten wir um ein Uhr in der Nacht auf Freitag unseren abgesperrten Platz am Orteingang zu Münster. Freitags hatten wir es dann etwas gemütlicher und lockerer als vor einem Jahr, als doch noch so einige Arbeiten am Osella anstanden. Der Martini war soweit einsatzbereit, wir mussten nur unseren Platz einrichten, ich die Strecke gut besichtigen und die Wagenabnahme erledigen. Da in Deutschland Feiertag war, waren schon recht viele interessierte Besucher am Nachmittag im Fahrerlager, um sich die Rennwagen aus der Nähe anzusehen und freuten sich über Gespräche mit den Fahrer und Teammitgliedern.

 

Samstagfrüh war es unangenehm kalt und neblig. Es war nicht, wie auch schon, gefroren. Aber trotzdem sehr kalt und durch den Nebel halt noch feucht dazu. Die Strecke war immerhin komplett trocken. Durch die Reinigung einer Oelspur verzögerte sich unser 1. Trainingslauf etwas. Gegen die Mittagszeit konnten wir dann starten. Aber bereits in der ersten Kurve und beim Herausbeschleunigen merkte ich, dass nicht wirklich viel Grip da war. Dementsprechend fiel die Zeit in 55.543 eher enttäuschend aus. Schlussendlich konnte ich mich im starken, international besetzten Feld mit dem alten Martini vorerst auf dem 3. Platz einreihen. Hinter Eric Berguerand (Lola-F3000, 51.106) und Simone Faggioli (Norma-V8, 53.346), aber vor Christian Merli (Osella-Honda, 55.581) und Fausto Bormolini (Raynard-F3000, 58.037).

 

Mit einer leichten Änderung am Fahrwerk nahm ich den 2. Probelauf in Angriff. Beim ersten Versuch wurde ich aber auf der Geraden zwischen Waldkurve und Regal- S mit der roten Flagge wegen eines Unfalls gestoppt. Ich konnte danach meinen Lauf nochmals wiederholen. Erst dachte ich, die Räder drehen zu stark durch am Start, aber dann passte dies ganz gut bis zur ersten Kurve mit dem langen ersten Gang. Leider untersteuerte der Martini nun wieder und ich konnte mich mit Einsatz auf 53.356 steigern. Nun wurde auch gleich die Rangierung mit den stärkeren Autos vor mir zurechtgerückt und ich wurde auf den 5. Rang zurückgereicht. Hinter Faggioli (50.304), Berguerand (50.985), Merli (51.249) und Bormolini (53.189). Immerhin konnte ich mich gegen Dusan Neveril (Norma-V8, 55.457) und Uwe Lang (Osella- BMW, 56.616) behaupten.

 

Auf das 3. Training versuchte ich das Untersteuern über die Fahrzeughöhe und den Heckflügel zu korrigieren. Das Einlenkverhalten des Martini wurde besser, aber im gleichen Zug wurde das Heck nun ziemlich nervös. Diesmal nützte auch mein Einsatz nichts, ich wurde in 53.444 minimal langsamer. Meinen 5. Platz im Trainingsklassement konnte ich zwar behalten, aber nach vorne wurde der Rückstand grösser und von hinten näherten sich meine anderen Gegner. Auf der Rückführung beim Wendeplatz, beim Überfahren des Bürgersteigs zerstörte ich mir dann noch die vordere Aerodynamik. Also mussten wir noch das Auto reparieren und eine passable Abstimmung für den Rennsonntag finden.

 

Am Sonntagmorgen hing der Nebel noch tiefer als tags zuvor. Als ich vor Rennbeginn die Strecke nochmals ablief, waren einige Bereiche durch den Nebel sogar nass, wie immer natürlich in den schnellen und heiklen Passagen. Bis wir mit unserem 1. Rennlauf an der Reihe waren, hob sich der Nebel aber leicht und die Strecke war in gutem Zustand. Nur funktionierten in den ersten Kurven meine neuen Reifen auf der Vorderachse noch nicht wunschgemäss und ich verlor wertvolle Zeit. Dann ab der Mitte ging das Auto richtig gut und ich konnte mich in 52.995 wieder hinter dem Quartett Simone Faggioli (48.594), Christian Merli (49.004), Eric Berguerand (49.029) und Fausto Bormolini (51.354) behaupten.

 

Ich versuchte nochmals durch leichte Korrekturen am Set-Up das Fahrverhalten des Martinis für den 2. Wertungslauf zu verbessern. Zudem drückte nun die Sonne etwas durch den Hochnebel und die Temperaturen von Luft und Asphalt stiegen markant an. Damit rechnete ich mir eine Verbesserung der Zeit aus. Als ich am Start dann ordentlich wegziehen wollte, versagte irgendetwas im Antriebstrang und ich blieb direkt nach der Startlinie vortriebslos stehen. So plante ich die Saison natürlich nicht zu beenden. Umso ärgerlicher, dass ich mit dem nun 17-jährigen Auto immer noch für Aufsehen sorgen konnte, einige stärkere und modernere Wagen ärgern konnte, aber vor imposanter Kulisse und zahlreichen Zuschauern an einem guten Resultat vorbei schrammte.

 

Eine weitere Saison ist somit wieder beendet. Ich hoffe weiterhin, dass dies eine Zwischensaison mit dem Martini war und ich in Zukunft wieder mit modernem und konkurrenzfähigem Material um die vordersten Plätze, Streckenrekorde und Meisterschaften mitkämpfen kann!

 

Bis bald und allen einen schönen Winter…

Marcel

 

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