Weiterhin auf der Überholspur mit dem „Oldtimer“










In den zwei Wochen zwischen Hemberg und Reitnau war bei uns im Betrieb wieder die Hölle los! So musste ich Freitagabend noch Arbeiten erledigen und ein Vordetachement mit dem Bus und Rennwagen schicken. Gegen Mitternacht traf ich dann mit dem „Trainingsauto“ auch im Fahrerlager ein.

 

Am Samstag gegen Mittag sah es dann nach Regen aus und so stellten wir rasch unser Zelt auf und luden den Rennwagen aus. Als ich dann auf der Streckenbesichtigung war, kam doch noch ein kurzer Schauer. Danach klarte es aber schnell wieder auf und wir konnten einen schönen Abend geniessen. Wegen des 50-Jahr Jubiläums des Bergrennens wurde uns dieser Abend mit einer Driftshow auf einem Teilstück der Bergrennstrecke versüsst. Natürlich wurde unter den Fahrern schon heftig diskutiert, ob der viele Gummiabrieb der Driftfahrzeuge nun Segen oder Elend für gute Zeiten beim Rennen vom darauffolgenden Tag war.

 

Der Sonntag begrüsste uns mit strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Weil in Reitnau der Trainingsbetrieb immer schon sehr früh beginnt, musste ich mal ohne eine neuerliche Streckenbesichtigung auskommen. Nach zehn Uhr konnten wir uns dann zum 1. Trainingslauf aufstellen. Ich war gespannt, wie sich die Strecke mit dem vielen Gummi präsentieren wird. Der Start und die gleich darauf folgende Rechtskurve boten mal nicht guten Grip. Aber danach war ich überrascht, wie willig der Martini in die Kurven einlenkte und gut durch die Kurven fuhr. Nur in der Zielkurve stellte sich starkes Untersteuern ein. Im Ziel war ich grundsätzlich mit meinen 53.47 recht zufrieden, und doch ein wenig verärgert, dass ich nicht ein wenig mehr forciert habe. Eric Berguerand (Lola-F3000, 50.53) fuhr Bestzeit, vor Thomas Amweg (Dallara-F3, 52.20). Danach wurde es sehr eng! Christian Balmer (Tatuus-Master) und Simon Hugentobler (Raynard-F3000) waren in 53.44 zeitgleich und 3/100 dahinter folgte ich als Fünfter.

 

Mit kleinen Fahrwerkseinstellungen wollte ich das Untersteuern in der Zielkurve beheben für das 2. Training. Aber schon im unteren Bereich der Strecke fühlte sich das Auto unruhig an und fand meist auch am Kurvenausgang den nötigen Grip nicht. So war es auch nicht verwunderlich, dass ich mich nur leicht auf 53.27 steigern konnte. Zurück im Fahrerlager, stellten wir fest, dass die Reifen zu viel fremden Gummi aufgesammelt hatten und so einfach nicht die nötige Bodenhaftung brachten. Berguerand (49.23) stellte erneut Bestzeit auf, diesmal vor Balmer (51.70), Hugentobler (52.08), Amweg (52.15) und erneut mir als Fünften. Wie ich schon befürchtet hatte, schien ich gegen die viel leichteren Autos einen schweren Stand zu haben…

 

Für den 1. Rennlauf montierten wir nun die besseren Rennreifen. Und für mich galt maximale Attacke! Schon in der Startkurve spürte ich den besseren Grip und konnte diesen auch im weiteren Verlauf der Strecke nutzen. Einfach das lästige Schieben über die Vorderachse in der Zielkurve war immer noch da. Damit musste ich wohl leben. Im Ziel leuchtete für mich 51.49 auf. Damit war ich mal glücklich, musste aber noch abwarten, wie sich meine Konkurrenten zu steigern vermochten. Eric (49.31) fuhr erwartungsgemäss Bestzeit. Simon (51.71), Thomas (51.82) und Christian (52.18) konnte ich jedoch hinter mir lassen. Wobei die Abstände relativ knapp waren und dies für den 2. Wertungslauf nochmals für Spannung sorgte.

 

Aus den Lehren, die wir aus dem Training gezogen hatten, mussten die Reifen in Windeseile mit dem Heissluftföhn vom aufgesammelten Gummi befreit werden. Leicht aus dem Konzept brachte mich der Teilnehmer vor mir, der seinen Wagen nicht richtig in Gang bekam und ich meine gewohnte Startvorbereitung nicht ganz einhalten konnte. Nach dem Start war ich von dem aber ziemlich unbeeindruckt und konnte einen guten Lauf hinlegen. Leider gelang mir ein kleines Missgeschick vor der Schikane. Irgendwie geriet ich mit dem Fuss leicht zwischen Gas- und Bremspedal und verpasste so den Bremspunkt. Die anschliessende Notbremsung verursachte ziemlich rauchende Reifen und die Linie durch die Schikane war auch alles andere als optimal. Nach diesem Fehler musste ich mit 51.67 zufrieden sein. Eric Berguerand (48.60) fuhr einen ungefährdeten Gesamtsieg ein und ich konnte meinen 2. Platz festigen. Der letzte Podestrang war aber nochmals hart umkämpft. Simon Hugentobler (52.16) konnte sich gerade mal um 3/100 gegen Christian Balmer (51.72) in der Addition der beiden Läufe behaupten. Nochmals lumpige 5/100 dahinter folgte Thomas Amweg (52.13) an 5. Position.

 

Nach diesen zwei guten Resultaten mit dem 18-jährigen Martini ist es fast schade in die fast zweimonatige Sommerpause zu gehen. Wir werden aber in der Zwischenzeit intensiv arbeiten, damit wir in Oberhallau (29.-30. August) oder am Gurnigel (12.-13. September) wieder optimal gerüstet am Start stehen können. Ich wünsche euch heisse Sommertage und eine schöne Ferienzeit.

 

Bis bald…

Marcel

 

Rangliste
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