Weiterer Test und erstes Rennen mit dem LobArt/Mugen





Die sowieso schon kurze Arbeitswoche mit Auffahrt war für mich noch etwas kürzer. Am Mittwoch absolvierten wir nochmals einen Test in Bresse, um den verlorenen Tag vom ersten Mal aufzuholen. Der LobArt lief bei dabei problemlos, ich konnte relativ viele Runden drehen und diverse Set Up-Varianten ausprobieren. Am Abend zählten wir an die 100 Kilometer, wodurch ich mich weiter an das Auto gewöhnen konnte.

 

Der Auffahrtsdonnerstag wurde dann von meinem Team und mir genutzt, um das Auto zu putzen, zu checken und für das erste Bergrennen in Eschdorf vorzubereiten. An dieser Stelle vielen Dank an mein treues Team!

 

Am Freitag machten wir uns schon früh auf zu der 6-Stündigen Reise nach Eschdorf in Luxemburg. Kurz nach dem Mittag trafen wir im Fahrerlager ein und konnten unseren bereits reservierten Platz einnehmen. Danach waren wieder alle Hände meines Teams gefragt, um möglichst schnell alles auszuladen, das Zelt aufzubauen und die Vorbereitungen für das Training in Angriff zu nehmen. Ich musste dazwischen einen kurzen Abstecher an den Luxemburger Flughafen machen, um Giovanni und Stefano Lobartolo abzuholen, die aus Italien angereist waren. Im Anschluss standen für mich noch das Fahrerbriefing und Streckenbesichtigung an.

 

Samstag früh ging es dann bei schönstem Frühlingswetter zunächst geordnet und nach Plan los: Zuerst nochmals Streckenbesichtigung, dann Vorbereitung des Autos für die Trainingsläufe, Motor vorwärmen und warm laufen lassen. Da sich das Fahrerlager in Eschdorf im Zielglände befindet, mussten wir uns gegen halb elf zur ersten Rückführung aufstellen. Beim runterrollen wollte ich den Motor starten, um meine neuen Reifen anzufahren – doch nichts ging mehr. Der Motor liess sich einfach nicht mehr starten. Unten am Start angekommen, wechselten wir die Zündkerzen, aber auch dies half leider nicht und der LobArt musste am Seil wieder ins Fahrerlager geschleppt werden…

 

Vor dem 2. Trainingslauf versuchten wir das Problem zu finden und nach einiger Zeit konnten wir den Motor wieder starten. Somit stand einer ersten Fahrt des LobArts am Berg nicht mehr im Weg. Leider stellte sich dann heraus, dass der Motor nur ansprang, wenn er es gerade wollte! Und dies war bereits nicht mehr der Fall, als ich an den Start vorziehen sollte. Nach etlichen versuchen konnte ich den Motor doch zum Leben erwecken, doch gleich nach der Startlinie war, durch die vielen Anlassversuche, die Batterie leer. Ich rollte zurück in den Vorstartbereich, wir wechselten die Batterie und dank grossem Verständnis des Veranstalters konnte ich als letzter meinen Lauf wiederholen. Etwa in der Mitte der Strecke, im ersten schnellen Geschlängel, hatte ich dann schon meinen ersten „Big Moment“: Als ich in die Rechtskurve einlenkte, wollte mir das Heck nicht folgen. Im 5. Gang stand ich quer und hatte alle Hände voll zu tun, um das Auto wieder aufzufangen und auf der Strasse zu halten. Mit diesem Fehler und nicht mehr allzu grossem Vertrauen für die nächsten mittelschnellen Passagen konnte ich mich auf dem 9. Platz im starken Renn- und Sportwagenfeld einreihen.

 

Mit einigen Set Up-Änderungen ging ich das 3. Training an. Den Motor konnte ich diesmal gleich starten – somit war die Startvorbereitung überraschend einfach. Wegen eines Überschlags eines Konkurrenten wurden wir auf eine Ölspur hingewiesen. Ich war in dieser Kurve deshalb sehr vorsichtig, wobei ich dann feststellen musste, dass das Öl völlig abseits der Ideallinie war. So konnte ich mich immerhin um eine halbe Sekunde steigern, fuhr in diesem Lauf die schnellste Sportwagenzeit und konnte auf den 8. Trainingsrang vorstossen. Nach diesem Training hatten wir noch einiges an Arbeit mit Verbesserungen und Abstimmungsarbeiten, um für den Renntag gut gerüstet zu sein.

 

Auch am Sonntagmorgen wurden wir von perfektem Sonnenschein geweckt. Nach dem externen Vorwärmen des Motors sprang dieser auch perfekt an. Das ganze Team war motiviert für einen erfolgreichen Renntag. Doch schon vor der Rückführung zum Start muckte der Motor wieder ein wenig. Als ich dann unten vor dem Start festgeschnallt und konzentriert meinen ersten Rennlauf mit dem LobArt antreten wollte, konnten wir den Motor erneut unter keinen Umständen starten! Das Auto musste deshalb wieder ins Fahrerlager geschleppt werden...

 

Die Ursachenforschung ging von vorne los und die Nerven des gesamten Teams lagen blank, da wir lange Zeit keinen Erfolg zu verzeichnen hatten und den 2. Wertungslauf verpassten. Kurz vor dem Aufgeben und Zusammenräumen lief der Motor dann endlich wieder an und wir konnten ihn nochmals warmlaufen lassen. Danach machten wir zur Sicherheit noch einige (zum Glück problemlose) Startversuche…

 

Etwas abgekämpft, aber dennoch hochmotiviert gingen wir den 3. Rennlauf an. Dann der Schock: Am Vorstart wollte der Motor wieder nicht! Erst nach mehrmaligen Startversuchen und gutem Zureden konnten wir ihn doch noch zum Brüllen bringen. Ich brachte einen soliden Lauf ins Ziel, der mich auf den 8. Gesamtrang brachte und um 0.4 sec vom Sportwagensieg und Gesamtrang 4 trennte.

Dies ist nicht ganz mein angestrebtes Resultat, aber in Anbetracht unseres Trainingsrückstandes und mit nur einen Rennlauf konnten wir doch das Potential des LobArt LA01/Mugen aufzeigen. Nun gilt es, die Fehler möglichst schnell zu finden, auszumerzen und vielleicht nochmals einen Testlauf einfliessen zu lassen, damit wir für den Auftakt zur Schweizer Bergmeisterschaft am 11.-12. Juni in Hemberg gerüstet sind.

 

Bis dahin wünsche ich euch eine gute Zeit!

 

Bis bald…

Marcel

 

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