Im Rückwärtsgang in Anzère
















Nach einer längeren Pause führte unsere Reise ins Wallis zum Bergrenne Ayent-Anzère. Wegen der gedrängten Platzverhältnisse im Fahrerlager reisten wir bereits am Donnerstagabend an.

Freitags meinte es der Wettergott nicht gut mit uns und wir mussten unser Zelt bei Regen aufstellen. Als wir unseren Fahrerlagerplatz eingerichtet hatten, begrüsste uns dann doch endlich die Sonne. Danach standen für mich die Besichtigung der sehr holprigen Strecke und die Wagenabnahme auf dem Programm. Da alles reibungslos ablief, konnten wir zeitig zum Nachtessen übergehen und den Tag mit anderen Fahrern ausklingen lassen…

 

Samstagfrüh wollte ich nochmals eine kurze Streckenbesichtigung machen, aber leider war die Piste für den Trainingsbetrieb schon gesperrt. Bei unserem 1. Trainingslauf war es noch bewölkt, kühl und im Mittelteil hing ein wenig Nebel. Ich war mit dem LobArt das erste Mal auf einer längeren (3.5 Km) Strecke unterwegs und versuchte, mich ein wenig besser mit dem Auto vertraut zu machen. In einem Sicherheitslauf erreichte ich in 1.38.974. das Ziel. Damit reihte ich mich hinter Eric Berguerand (Lola-F3000, 1.32.655) und Joel Volluz (Osella FA30, 1.33.792) auf dem 3. Rang ein. Alle anderen Fahrer schafften den Sprung unter die 1.40-er Marke noch nicht.

 

Nach einigen Fahrwerksoptimierungen gemäss Anleitung von Giovanni Lobartolo, dem technischen Direktor von LobArt, versuchte ich im 2. Training etwas mehr zu attackieren. Doch bereits auf der Rückführung an den Start mussten wir über eine ziemlich grosse Ölspur fahren. Diese verhinderte eine grössere Steigerung in der Laufzeit. Immerhin konnte ich mich um 0.5 sec verbessern und rangierte in diesem Lauf hinter Joel Grand (Formula Master, 1.37.397) an der 2. Position. Zudem herrschte im Fahrerfeld grosse Verwirrung wegen rot/gelber und ganz gelb geschwenkter Flaggen.

 

Wegen massiver Verzögerung im Zeitplan entschied der Veranstalter, unser 3. Training auf den Sonntagmorgen zu verschieben. Für uns gab es somit einen frühen Feierabend, dafür aber umso früheres Aufstehen am Sonntagmorgen. Dies sollte sich dann aber als Glücksfall herausstellen, denn wir hatten schon morgens bei Sonnenschein angenehme Temperaturen und nach abermals neuem Set-Up konnte ich mich auf 1.35.409 steigern. Dominiert wurde dieser Lauf von Eric (1.29.761) vor Joel Volluz (1.30.007). Ich konnte mich vor der 2-Literarmada mit Joel Grand (1.36.475), Thomas Amweg (Dallara F3, 1.38.528) und Christian Balmer (Formula Master, 1.40.761) halten.

 

Zwischen dem morgendlichen Trainingslauf und dem 1. Rennlauf blieb uns nicht allzu viel Zeit, weshalb wir uns auf kleine Änderungen am Auto beschränken mussten. Ich vertraute zudem auf neuere Reifen, von denen ich mir einen erheblichen Zeitvorteil erhoffte. Leider fand ich den nötigen Grip aber nie so richtig und konnte mich bloss auf 1.34.873 steigern. Diese Zeit reichte dennoch, um mich erneut hinter Volluz (1.29.624) und Berguerand (1.30.450) einzureihen. Das restliche Rennwagenfeld wurde durch Ausfälle und Pannen ziemlich durchgewirbelt. Hinter mir reihten sich Christophe Weber (Dallara F3, 1.37.761), Thomas Amweg (1.37.885) und Simon Hugentobler (Reynard F3000, 1.37.961) ein. Den Gripverlust in diesem Lauf schrieben wir den gestiegenen Temperaturen zu und arbeiteten weiter am Fahrwerk des Rennwagens.

 

Durch die erneuten Änderungen bogen wir aber vom richtigen Weg der Fahrwerkseinstellung ab und der LobArt fand im 2. Wertungslauf die Bodenhaftung nicht besser. Das Auto war sehr schwierig zu fahren und ich hatte einige Rutscher in meiner Fahrt, was sich in einer Zeit von 1.37.452 niederschlug. Nur die zwei Frontrunner konnten ihre Zeiten im Zehntelbereich bestätigen, ansonsten wurden tendenziell eher langsamere Laufzeiten erreicht. Diese Beobachtung ist jedoch nicht sonderlich überraschend, da sie sich mit unseren Erfahrungen aus den Jahren zuvor deckt – auch da waren in diesem Lauf keine Topzeiten möglich. Mein Zeitverlust war aber dennoch überproportional.

 

Auf den 3. Rennlauf stellten wir einige Einstellungen zurück, änderten aber wiederum andere Dinge. Leider wurde der LobArt dadurch fast unfahrbar und ich hatte bereits am Ausgang der ersten Kurve im 5. Gang einen heftigen Quersteher. Es erforderte eine Menge Arbeit am Lenkrad, um das Auto bis ins Ziel auf der Strasse zu halten. In 1.39.197 lieferte ich meine schlechteste Laufzeit des ganzen Wochenendes ab. Eric Berguerand sicherte sich mit einem Traumlauf (1.28.293) den Tagessieg vor Joel Volluz (1.29.998) - herzliche Gratulation an die beiden. Dank meiner beiden Zeiten aus den ersten Läufen konnte ich den 3. Platz im Gesamtklassement verteidigen und die Klasse der Sportscars gewinnen.

 

Nun beginnt für uns die schnelle Fehleranalyse, denn bereits am kommenden Wochenende möchte ich die nächsten Rennkilometer beim Glasbachrennen bestreiten.

 

Bis bald…

Marcel

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