Knapp am ersten Sieg mit dem LobArt vorbei












Es war eine kurze Woche zwischen Les Rangiers und Oberhallau. Innert kürzester Zeit musste der LobArt wieder rennbereit gemacht werden und am Donnerstagabend reisten wir bereits nach Oberhallau. Diesmal konnten wir ohne Probleme auf den Fahrerlagerplatz fahren, den mein Vater und später ich bei der Familie Beugger seit über 30 Jahren nutzen dürfen.

 

Freitag war es im Klettgauer Örtchen dann sehr heiss, dass einem das Einrichten des Fahrerlagerplatzes schon etwas schwer fiel. Ich konnte mein Freitagsprogramm dennoch gut, wenn auch etwas gemütlicher durchziehen und alle anstehenden Aufgaben erledigen.

 

Normalerweise ist es um diese Jahreszeit beim Bergrennen in Oberhallau morgens schon relativ kühl - nicht so in diesem Jahr. Bereits die ersten Konkurrenten hatten warme und gute Verhältnisse. Bei meinem 1. Training zeigte das Thermometer bereits 28°C. Als ich gerade an der Startlinie stand und wegfahren wollte, wurde der Trainingsbetrieb unterbrochen. Dem vor mir gestarteten Fahrer war das Gaskabel gerissen. Nach kurzer Wartezeit war die Strecke dann frei für mich. Bereits am Start wurde ich von massivem Grip überrascht - ich brachte die Räder kaum zum Durchdrehen. Der Rest gelang mir recht gut und im Ziel war ich von meiner Zeit (1.13.70) positiv überrascht. Diese Zeit wurde dann erst von Eric Berguerand (Lola F3000,1.13.35) unterboten. Hinter mir reihten sich Christian Balmer (Formula Master, 1.16.45), Simon Hugentobler (Raynard F3000, 1.16.84) und Uwe Lang (Osella/BMW, 1.17.93) ein.

 

Für den 2. Probelauf liefen die Startvorbereitungen reibungslos: Das Auto fühlte sich mit etwas weniger Flügel aber nicht so gut an. Von der Steigerung auf 1.12.98 war ich dementsprechend nur mässig begeistert. Dies war dennoch die Laufbestzeit, da Berguerand nur auf 1.13.25 kam. Hugentobler (1.15.47) zog an Balmer (1.16.15) vorbei, gefolgt von Lang (1.16.41).

 

Auf den 3. Trainingslauf zogen wir die Reifen mit dem Heissluftföhn ab, stellten den Flügel in die Ausgangsposition zurück und verstellten die Dämpfer leicht. So fühlte sich der LobArt in den Kurven wieder besser an. Leider wurde ich kurz nach dem „Reservoir“ in Richtung „Tarzankurve“ von der roten Flagge gestoppt, weil sich ein Fahrer weiter oben gedreht hatte. Dies war sehr ärgerlich, da ich gerne gewusst hätte, in welcher Zeit ich es geschafft hätte. Eric (1.12.07) und Christian (1.15.57) steigerten sich nochmals, Uwe und ich hatten beide um die drei Minuten.

 

Überraschend regnete es in der Nacht auf Sonntag. Trotzdem war es am Morgen bereits wieder warm, wobei die ersten Fahrer wohl nicht eine komplett trockene Strecke vorfanden. Bis wir an der Reihe waren, kratzte das Thermometer schon wieder an der 30-Gradmarke und die Strasse war längst trocken. Als der Fahrer vor mir zum 1. Rennlauf hätte vorziehen sollen, sprang sein Motor nicht mehr an - so wurde ich vorgezogen. Meine Fahrt gelang mir soweit gut, von meinen besseren Reifen hätte ich mir aber etwas mehr erwartet. Weil Eric Berguerand bloss auf 1.11.89 kam, konnte ich in 1.11.81 zum ersten Mal ein Rennen mit dem LobArt anführen. Hinter uns klassierten sich Simon Hugentobler (1.13.32), Uwe Lang (1.14.70) und Christian Balmer (1.15.73).

 

Eine weitere Episode spielte sich am Start zum 2. Wertungslauf ab: Ich stand bereits wieder abfahrbereit an der Startlinie, als das Rennen wegen eines Drehers abermals unterbrochen wurde. Ich musste nochmals zurückgeschoben werden, da zwei Konkurrenten ihren Lauf wiederholen konnten. Für mich bedeutete dies bei der enormen Hitze noch ein wenig länger in der kompletten Ausrüstung warten… Als die Piste frei war, wollte mein Rennwagen nicht so bereitwillig in die Kurven einlenken und Untersteuerte. Daher verpasste ich meine vorherige Zeit um 0.5 sec. Eric übernahm in 1.11.57 die Führung und hinter mir balgten sich Simon (1.14.50), Uwe (1.16.15) und Christian (1.15.61) um die Plätze.

 

Mein Rückstand nach zwei Läufen war nicht allzu gross und mit einem guten 3. Rennlauf war noch alles möglich. Wir machten vorgängig nochmals die Reifen mit dem Föhn sauber, um einen optimalen Grip zu erreichen und verstellten noch leicht das Dämpfer Set-Up. Der Start gelang mir ausgezeichnet, auch der untere Teil war soweit recht gut - doch unmittelbar nach dem „Reservoir“ wurde mir erneut die rote Flagge gezeigt, ich musste meine Fahrt abbrechen und wurde einige Zeit später zur Laufwiederholung an den Start zurückgeführt. Dadurch waren leider auch meine frisch abgezogenen Reifen schon wieder hinüber… Der Start gelang mir dennoch fast so gut wie vorher und in der ersten schnellen Rechtskurve blieb ich etwas mehr am Gas. Doch beim „Reservoir“ wollte der LobArt fast gar nicht in die Kurve einlenken, ich konnte lange nicht ans Gas und die Leitplanke kam am Kurvenausgang immer näher. Dazu kam am Kurvenausgang der Tarzankurve noch ein Quersteher - somit war meine Topzeit auch dahin. In 1.12.14 bedeutete dies zwar nochmals Laufbestzeit, vor Berguerand (1.12.20), Hugentobler (1.12.99), Balmer (1.15.12) und Lang (1.16.13). In der Addition aus den zwei schnellsten Rennläufen musste ich mich Eric Berguerand aber um 0.49 sec geschlagen geben.

 

Langsam kann ich das Potential des LobArt/Mugen aufzeigen. Aus diesem Grund freue ich mich nun auch auf unser Heimrennen vom 10.-11. September 2016 am Gurnigel. Ich bin top motiviert für dieses Rennen und freue mich, meinen schwarzen Renner vor heimischem Publikum auszufahren.

 

See you am Gurnigel…

Marcel

Ranglisten
⇒Gesamtergebnis Rennen 2016
⇒Klassenergebnis Rennen 2016
⇒Klassenergebnis Training 2016
⇒Beschleunigung Messstrecke 240 Meter (inoffiziell)
⇒Zwischenstand Schweizer Meisterschaft