Saisonabschluss in der Schweiz

















Es ist kaum zu glauben! Gerade erst haben wir die Saison 2016 begonnen, nun stand am vergangenen Wochenende schon wieder das letzte Schweizer Rennen an. Für mich war es seit vier Jahren das Erste in Chatel-St-Denis – Les Paccots. Wie bei anderen Rennen, an denen ich länger nicht mehr teilgenommen habe, hat sich auch bei diesem so einiges verändert: So konnten wir das Fahrerlager beispielsweise erst am Freitag ab 23 Uhr beziehen. Und auch die Strecke wurde auf 2/3 neu asphaltiert und einige Kurven entschärft. Ich kam gerade noch bei Tageslicht mit dem „Trainingsfahrzeug“ an und konnte die Strecke besichtigen. Danach durften mein Team und ich ein vorzügliches Fondue Chinoise mit dem Veranstalter geniessen.

 

Trainingsbeginn war am Samstag traditionell erst nach dem Mittag. Der zum Teil starke Regen am Vormittag lud nicht gerade ein, um das Zelt aufzubauen und den Fahrerlagerplatz einzurichten - irgendwann liess der Regen aber ein wenig nach und wir konnten unsere Arbeiten doch noch verrichten. Zudem musste der LobArt zu Trainingsbeginn noch auf das Regen Set Up eingestellt werden. Das 1. Training war ein erstes abtasten der Strecke: Direkt am Start lief noch Wasser über die Strasse und auch sonst waren überall noch „Bäche“ erkennbar. Meine Zeit von 1.09.359 reichte bloss für den 3. Platz, hinter dem überraschend aggressiv fahrenden Simon Hugentobler (Raynard F3000, 1.07.728) und Eric Berguerand (Lola F3000, 1.08.756). Ansonsten waren die Positionen aufgrund der Verhältnisse bunt durchmischt mit Renn- und Tourenwagen.

 

Die Strecke trocknete nun langsam ab. Daher entschied ich mich als einer der einzigen für den 2. Trainingslauf auf Slickreifen wechseln. Dies war ein Ritt auf der Rasierklinge, denn einige Stellen waren noch recht feucht und die Strecke sehr schnell. Dennoch zahlte sich dieses Wagnis mit der vorläufigen Bestzeit von 1.02.720 aus. Simon konnte an diesem Tag aus technischen Gründen nicht mehr an den Trainings teilnehmen und Eric verzichtete auf diesen Lauf. Direkt hinter mir rangierte bereits Reto Meisel (Mercedes SLK, 1.04.504) als schnellster Tourenwagen, vor Christian Balmer (1.04.971) und Joel Grand, 1.05.143, beide Formula Master).

 

Auf den 3. und letzten Probelauf dieses Tages wurde die Piste nochmals etwas trockener und mit den Slicks konnte nun etwas mehr attackiert werden. Am Start lief aber immer noch Wasser über die Strasse, dementsprechend schlecht kam ich dann weg. Sonst fühlte sich das Auto nicht schlecht an, wodurch ich mich auf 58.527 steigern und die Trainingsbestzeit realisieren konnte. Nur Eric (59.047) blieb in diesem Lauf auch unter der Minutenmarke.

 

Für Sonntagmorgen waren nochmals zwei Trainingsläufe angesetzt. Als ich vor sieben Uhr die Strecke nochmals besichtigte, machte für mich ein 4. Trainingslauf keinen Sinn, weil die Strecke teilweise noch recht nass war. Als dann der Regen wieder einsetzte, entschied ich mich kurzfristig doch für eine Teilnahme, um noch einige Regeneinstellungen auszuprobieren. Meine Zeit von 1.11.556 war für dieses Warm Up die Bestszeit, vor Simon Hugentobler (1.13.612) im reparierten Auto. Weil dieses Training sehr früh am Morgen war, verzichteten viele andere Fahrer darauf.

 

Direkt vor dem 5. Trainingslauf regnete es sehr stark und es stand viel Wasser auf der Strasse. Ich war daher wohl etwas zu vorsichtig und erreichte das Ziel in 1.15.734, was nur für Platz 5 reichte.

 

Auf unseren 1. Rennlauf um die Mittagszeit lies der Regen etwas nach. Irgendwie fand meine Hinterachse aber den ganzen Tag nie die richtige Bodenhaftung und Traktion. Mit 1.07.360 reihte ich mich dennoch direkt hinter Berguerand (1.06.536) ein und alles schien noch möglich. Hinter mir klassierten sich Hugentobler (1.08.540), Meisel (1.09.474) und Grand (1.11.255).

 

Im 2. Wertungslauf stand eigentlich kein Wasser mehr auf der Strasse, wodurch eine Verbesserung der Zeit Pflicht schien. Leider unterlief mir im oberen Teil beim Anbremsen ein Fehler – ich war etwas zu spät auf der Bremse und musste deshalb ein wenig in die Kurve reinbremsen. Dadurch lenkte der LobArt nicht richtig ein und schob mich Richtung Leitplanke. Nur knapp konnte ich einen Kontakt vermeiden, aber die Zeit lief mir leider davon. Aus diesem Grund war meine Verbesserung in 1.07.053 nur minimal. Eric hämmerte eine Zeit von 1.03.801 hin und auch Simon (1.06.687) war leicht schneller.

 

Weil es bis nach Rennende keinen weiteren Regen mehr gab, die Strecke aber noch feucht blieb, war im 3. Rennlauf nochmals für Hochspannung gesorgt – vor allem zwischen Simon und mir. Ich fand über das Wochenende nie das richtige Vertrauen in das Auto und die Regenreifen auf der zweitschnellsten Bergrennstrecke im Schweizer Kalender. Zudem touchierte ich etwa vier Kurven vor dem Ziel noch leicht den Randstein und ich wusste nicht genau, ob mit Reifen und Felge alles in Ordnung war. Eine Verbessrung auf 1.04.413 sollte es allerdings dennoch geben.

 

Nun musste ich abwarten, was Hugentobler rausholt… Dieser stellte eine Laufzeit von 1.04.795 auf, womit ich aus der Addition der zwei besten Läufe 16/1000 Sekunden vor ihm lag. Eric Berguerand (1.01.173) fuhr souverän den Tagessieg ein – Gratulation!

 

In zwei Wochen (1. - 2. Oktober 2016) werde ich beim Bergrennen in Mickhausen an den Start gehen. Ob ich danach auch noch das FIA-Hillclimb-Masters in Ecce Homo bestreiten werde, wird sich bis Mittwoch entscheiden… Ich halte euch auf dem Laufenden!

 

Bis bald…

Marcel

Ranglisten
⇒Gesamtergebnis Rennen 2016
⇒Klassenergebnis Rennen 2016
⇒Gesamtergebnis Training 2016
⇒Klassenergebnis Training 2016
⇒Endstand Schweizer Meisterschaft