Durchzogene Bilanz nach Reitnau

















Nach dem Sieg in Hemberg war die Euphorie gross - dennoch mussten wir am Boden bleiben und zunächst die folgenden Rennen abwarten, um zu schauen, wie sich die Performance des LobArt/Mugen weiterentwickelt…

 

Die Charakteristik der beiden Strecken ist zwar ein wenig ähnlich, aber trotzdem hat jede ihre Eigenheiten. Auch die äusseren Verhältnisse waren nicht zu vergleichen: In Hemberg Sonnenschein, heisse Temperaturen und über 40°C auf dem Asphalt - Reitnau dagegen regnerisch, kühl und gerade mal über 20°C Streckentemperatur.

 

Am Samstag beim Einrichten des Fahrerlagerplatzes, der Streckenbesichtigung und der Wagenabnahme erlebten wir einen windigen Tag mit Sonne und Wolken. In der Nacht auf Sonntag setzte der Regen dann aber trotzdem ein. Also hiess es am Sonntag erst mal Regenreifen montieren und den Wagen auf ein weicheres Set Up einstellen. Im 1. Trainingslauf war zunächst ein vorsichtiges Abtasten gefragt. Am Start drehten die Räder ziemlich stark durch und auch sonst fand ich nicht wirklich den richtigen Grip. In der langgezogenen Rechtkurve nach der Schikane hatte ich beim rausbeschleunigen zudem einen heftigen Quersteher. Das Ziel erreichte ich in 1.00.94. Zur grossen Überraschung bedeutete dies Laufbestzeit! Eric Berguerand (Lola-F3000) lag mit 1.01.36 aber dicht hinter mir und auf den nächsten Rängen folgten bereits die schnellsten Tourenwagen.

 

Mit der gleichen Fahrzeugeinstellung und neuen Regenreifen startete ich ins 2. Training. Dass die Haftung mit den neuen Reifen am Anfang nicht sonderlich gut sein wird, war mir bewusst – wie stark sich dies äussern wird, habe ich aber nicht erwartet. In der Zuschauerkurve stand das Auto beim Beschleunigen richtig quer und nur mit Mühe konnte ich einen Dreher verhindern. Trotz weniger Wasser konnte ich mich aber nur minimal auf 1.00.87 steigern. Eric legte diesmal eine Zeit von 58.48 vor. Nach hinten hatte ich eine Sekunde oder mehr Vorsprung auf Marcel Maurer, Sandro Nüssli (beide Formel Renault) und Joel Burgermeister (TracKing).

 

Auf einmal trocknete die Strecke innert Minuten ab und wir konnten den LobArt für dem 1. Rennlauf wieder mit Slicks und Trocken-Set Up bestücken. Leider drehten mir die Räder am Start zu sehr durch und in der ersten Kurve untersteuerte der Wagen ziemlich. Auch in den restlichen Kurven war der Grip nicht mit Hemberg zu vergleichen. Somit „schlitterte“ ich mit einer Zeit von 51.15 ins Ziel. Anhand der Verhältnisse war ich mit dieser Zeit einigermassen zufrieden. Berguerand holte aber den Hammer raus und knallte 48.32 in den nur teilweise trockenen Asphalt. Hinter mir reihten sich Simon Hugentobler (Raynard-F3000, 52.39), Christian Balmer (Formula Master, 52.45) und Gregoire Siggen (Lola-F3000, 53.41) ein.

 

Mit einigen Veränderungen am Fahrwerk versuchte ich meinen Problemen Abhilfe zu schaffen und mich im 2. Wertungslauf nochmals zu steigern. Zu diesem kam es dann aber leider nicht mehr: Chris Steiner, einer der ersten Fahrer des 2. Rennlaufs, verlor in der Rechtskurve nach der Schikane die Kontrolle über seinen Porsche und prallte heftig gegen die Bäume. Chris musste aus dem Wrack geborgen und per Helikopter ins Spital geflogen werden, wo er umgehend an den mehrfach gebrochenen Beinen operiert wurde. An dieser Stelle die besten und schnellsten Genesungswüsche vom gesamten Team Steiner Motorsport an Chris Steiner! Da die Aufräumarbeiten einige Zeit in Anspruch genommen haben und der Zeitplan bereits massiv im Rückstand war, entschied sich die Rennleitung, das Rennen abzubrechen. Aufgrund des tragischen Umstandes wurde auch auf die Siegerehrung verzichtet. Die Nationale Sportkommission wird nun darüber entscheiden, wie das Rennen gewertet wird und wie die Meisterschaftspunkte verteilt werden.

 

Für mich steht das nächste Rennen am 22. - 23. Juli in Ayent-Anzere an. Bis dahin wollen wir wieder einige neue Teile am LobArt anbringen, um schnell wieder auf die Erfolgsspur einzubiegen.

 

Bis bald…

Marcel

 

Ranglisten
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