Sieg ohne Bedeutung









"Eine Stimme, die uns vertraut war, schweigt.

Ein Mensch, der immer für uns da war,

ist nicht mehr.

Was bleibt, sind dankbare Erinnerungen,

die uns niemand nehmen kann."

 

Ich sitze hier und versuche, meinem Rennbericht zu schreiben – doch ich bin fassungslos, leer und traurig. Sieben Jahre lang wurden wir auf Schweizer Bergrennstrecken von solch tragischen Ereignissen verschont. Im 3. Rennlauf des Bergrennens in Oberhallau kehrte der Tod aber gnadenlos zurück und raubte uns unseren Rennfahrerkollegen Martin Wittwer. Martin verlor in der Passage zwischen „Wäldchen“ und „Brotlaube“ die Herrschaft über seinen Peugeot 205 GTI und prallte mit dem Dach voran gegen einen Baum. Trotz aller Bemühungen der Rettungskräfte verlor Martin den Kampf um sein Leben. Das Team Steiner Motorsport entbietet der Familie und den Angehörigen ihr tiefstes Beileid und viel Kraft, um dieses schreckliche Ereignis zu verarbeiten!

 

Das Renngeschehen und das Resultat rücken aufgrund der Tragödie in den Hintergrund. Daher schreibe ich euch heute nur eine Kurzfassung der Geschehnisse…

 

Am Samstag wurden drei Problemlose Trainingsläufe durchgeführt und sogar vor der geplanten Zeit beendet. Eric Berguerand und ich wechselten uns jeweils mit den Bestzeiten im Hundertstelsekundenbereich ab, wobei der Vorteil zuletzt bei Eric lag. Hinter uns klaffte eine Lücke von fast 4 Sekunden auf den Rest des Feldes. Diesmal hatte die Reifengeschichte am Renntag andere Vorzeichen: Berguerand rückte mit neuen Slick aus, ich musste hingegen mit gebrauchten vorliebnehmen. Ich erwischte im 1. Rennlauf einen guten Start und auch sonst war ich mit meiner Fahrt zufrieden, bis ich vor der „Tarzankurve“ mit der roten Flagge gestoppt wurde und meinen Lauf wiederholen musste. Im zweiten Anlauf wolle ich es noch etwas besser machen, wobei mir der Start nicht mehr ganz so gut gelang. Im Ziel musste ich mich Eric um 0.36 sec geschlagen geben.

 

Während des Seifenkistenrennens in der Mittagspause regnete es und das anschliessende Feld der E1-Tourenwagen hatte sehr schwierige, gegen Ende des Feldes aber wieder abtrocknende Verhältnisse. Für uns war die Strecke wieder trocken und wir konnten voll angreifen. Ich konnte mich um 0.2 sec steigern, wogegen Berguerand wohl einen Fahrfehler unterlief und er dadurch rund 0.8 sec langsamer war als zuvor. Somit konnte ich in der Addition die Führung um 0.25 sec übernehmen und diese nach dem tragischen Unfall und dem Abbruch des Rennens auch behalten. Dies ist nun nach Oberhallau 2004 und Les Rangiers 2010 mein 3. Gesamtsieg bei einem Rennen mit tödlichem Unfall und erneut ein Top-Resultat ohne Freude.

 

Nun hoffe ich auf einen erfolgreichen Ausblick auf das Heimrennen am Gurnigel (09./10. September). Bei einem Sieg inklusive Streckenrekord durch Eric Berguerand reicht mir ein 3. Platz um Schweizer Bergmeister der Rennsportfahrzeuge 2017 zu werden. Sehr gerne zähle ich hierbei auf die Unterstützung der zahlreichen Fans und Zuschauer.

 

Wir sehen uns!

Marcel

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