Harter Kampf ums Podest




Nach längerer Zeit begann das Rennwochenende auch für mich und nicht nur für mein Team, wiedermal bereits am Donnerstagabend. Nach Arbeitsschluss nahmen wir die 700 Km lange Reise unter die Räder unseres Buses. Nach etwas Umweg (oder zu direkter Weg?) erreichten wir kurz vor vier Uhr früh den Zielbereich. Als wir Freitags einigermassen ausgeschlafen waren, konnten wir einen, perfekt für uns reservierten, Fahrerlagerplatz ansteuern. Als wir uns eingerichtet hatten, musste ich die Strecke auf meiner „Festplatte“ aktualisieren, da ich genau 10 Jahre nicht mehr in St.Agatha am Start stand. Vielleicht schadet ein solches Reset gar nicht…

 

Samstagvormittag bestand nochmals die Möglichkeit zur Streckenbesichtigung, da die Veranstaltung erst um 12 Uhr mit dem Training begann. Das Training verlief dann wie am Schnürchen und bald wurden die Sportwagen aufgerufen. Dabei standen 12 Autos der Kategorie E2-SC über 2 Liter Hubraum am Start. Mein Start in den 1. Trainingslauf gelang mir nicht sonderlich gut. Ansonsten fühlte ich mich bereits recht wohl auf der Strecke, wobei der LobArt eher ein wenig untersteuernd in die Kurven zu lenken war. Meine Zeit von 1.08.209 stellte eine solide Basis dar. Damit war ich an 3. Stelle hinter Christian Merli (Osella FA30, 1.05.693) und Patrik Zajelsnik (Norma/Mugen, 1.07.032).

Für den 2. Probelauf korrigierten wir etwas die Fahrzeughöhe und verstellten den Heckflügel, um das Untersteuern zu beheben. Zudem bekam der Rennwagen noch andere Reifen. Mein Start war nicht wirklich besser, aber das Auto fühlte sich nun gut an und es machte Spass anzugreifen. Ich konnte mich um 1.5 sec auf 1.06.041 steigern, wobei ich um einen Platz zurückrutschte. Ich lag hinter Merli (1.03.489), Sebastien Petit (Norma/Mugen, 1.05.982) und Zajelsnik (1.06.041).

Mit diesen zwei Läufen war der Samstag zeitig abgeschlossen. Nach Studium der Datenaufzeichnung entschied ich mich, das Getriebe länger zu übersetzen, das heisst über den 6. Gang etwas mehr Topspeed herauszuholen. Zudem machten wir noch die Reifen mit dem Heissluftföhn sauber.

 

Diese neuen Einstellungen konnte ich dann Sonntagvormittag beim 3. Training, bei noch sehr kühlen Verhältnissen, nochmals austesten. Der Start war ganz schlecht und der Grip in der ersten Kurve auch nicht der Hit. Ansonsten bewährten sich die Änderungen sehr gut und ich realisierte in 1.06.905 die drittschnellste Zeit in diesem Lauf, hinter Christian (1.08.629) und Patrik (1.06.225), aber vor Sebastien (1.08.181).

Mit neuen Reifen ging es nun kurz nach Mittag in den 1. Wertungslauf. Und wieder misslang der Start! Auch lenkte der LobArt/Mugen nicht so willig in die erste Kurve ein. Danach fühlten sich das Auto und der Grip aber super an und ich konnte richtig angasen. Im Ziel leuchtete 1.05.046 auf der Anzeigetafel. Dies bedeutete wieder den 3. Platz hinter Christian Merli (1.02.165) und knapp hinter Patrik Zajelsnik (1.04.995), aber vor Sebastien Petit (1.05.227). Dies versprach Hochspannung für den 2. Rennlauf um die Plätze 2-4.

Ich probierte eine andere Startposition aus. Dies ging aber komplett in die Hose! Verärgert über den verbockten Start, versuchte ich auf der Strecke die verlorene Zeit wieder gut zu machen. Dies gelang mir in 1.05.158 nur bedingt. Christian Merli (1.02.129, Vize- Bergeuropameister 2017) sicherte sich mit neuem Streckenrekord den Gesamtsieg, Sebastien Petit (1.04.607, Französischer Bergmeister 2017) schob sich mit einem guten zweiten Lauf in der Addition auf den 2. Rang und den letzten Podestplatz musste ich schlussendlich um 63/1000 Sekunden Patrik Zajelsnik überlassen. Auf den ersten neun Positionen im Gesamtklassement rangierten Fahrer aus 8 verschiedenen Nationen.

 

Das Wochenende in St.Agatha war aber auch ohne den Podestplatz erfolgreich. Konnte ich doch mit meinem LobArt-Unikat gegen die gleichmotorisierten Normas mithalten. Dies zeigt mir, dass sich derunermüdliche Einsatz meines Teams und mir lohnt und wir in die richtige Richtung arbeiten. Leider haben die Sektorzeiten des 2. Rennlaufs auch gezeigt, dass ich am Start 0.4 sec verschenkte, welche schlussendlich zum 2. Rang gefehlt haben…

 

Nun steht bereits wieder der Saisonabschluss in Mickhausen, 30. September/1. Oktober, vor der Türe. Auch da werde ich nochmals auf ein starkes internationales Starterfeld treffen und hoffe natürlich, das Rennen besser beenden zu können als im Vorjahr!

 

Bis bald…

Marcel

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