Drei Mugen auf dem Podest von Osnabrück


















In der Woche nach dem Bergrennen von Anzère setzten wir den Mugen Motor wieder zusammen und bauten diesen in den LobArt ein. Am Samstag um die Mittagszeit konnte ich das Triebwerk zum ersten Mal wieder zünden. Und am Dienstag war der LobArt inklusive Mugen verladebereit.

 

Bereits am Mittwoch machten wir uns mit dem Teambus auf den Weg in den hohen Norden.

Wir nutzten den 1. August, um in Anneau du Rhin die neuen Kolben und den Motor einzufahren und deren Funktion zu testen. Abgesehen von einer leeren Batterie im zweiten Stint funktionierte alles wie am Schnürchen. Der Motor verrichtete wieder seine guten Dienste. Somit konnten wir kurz nach sieben Uhr die Weiterreise Richtung Osnabrück antreten. Um drei Uhr morgens erreichten wir das Fahrerlager.

 

Einigermassen ausgeschlafen bezogen wir am Donnerstag früh unseren perfekten Platz hinter dem Rennbüro, in nächster Nähe zum Start. Sogleich machten wir uns ans Ausladen der Autos und Aufstellen des Zeltes. Am Rennwagen standen noch einige Kontrollarbeiten an, die immer mal wieder durch lockere Gespräche unterbrochen wurden. Abends lud der Veranstalter die Teams zu einem netten Grillabend am Borgloher See. Am Freitag genossen wir einen freien Tag auf Shoppingtour durch Osnabrück…

 

Wie in den letzten Wochen üblich, begrüsste uns der Samstag wolkenlos und warm. Und über Tag sollte es noch richtig heiss werden… Beim 1. Trainingslauf entschied ich mich für alte Reifen, um ein erstes Mal die Strecke zu besichtigen. Direkt vor meinem Start wurde der Trainingsbetrieb unterbrochen und ich musste von der Startlinie zurückgeschoben werden. Guy Demuth (Norma/Zytek) verabschiedete sich nach einem „Touchierer“ am Reifenstapel bereits aus dem Favoritenkreis. LobArt und ich fühlten uns aber bereits sehr wohl auf der Strecke und in 52.815 Sekunden konnte ich gleich eine Bestzeit setzen, die um eine Sekunde schneller war als meine beste Rennzeit aus 2017. Hinter mir reihten sich Christoph Lampert (Osella FA30, 53.848), Sebastien Petit (Norma/Mugen, 54.528), Milos Benes (Osella FA30, 55.033) und Patrik Zajelsnik (Norma/Mugen, 55.048) ein.

 

Mit anderen alten Reifen versuchte ich es im 2. Probelauf. Bereits in der ersten Kurvenkombination merkte ich, dass das Griplevel nicht wie vorher und wie gewünscht war. Im Ziel war ich somit wenig erstaunt über meine Zeit von 54.136 Sekunden. Sebastien (52.164), Patrik (53.267) und Christoph hatten mich überholt. Milos verabschiedete sich durch einen Reifenstapel-Kontakt nach dem Ziel in der Schikane - mit einem ähnlich defekten Auto wie Guy schied er aus dem Rennen.

 

Wir bauten sofort wieder auf die anderen Reifen zurück, um wieder an die Performance aus dem 1. Training anzuschliessen. Bei heisseren Temperaturen, aber mehr Einsatz gelang mir dies in 53.600 Sekunden nur bedingt. Petit (51.721) legte nochmals zu, wobei Zajelsnik (54.291) langsamer wurde.

Aufgrund der noch ausreichenden Zeit entschied die Rennleitung, bis 18:30 Uhr noch einen freien Trainingslauf durchzuführen. Bis auf Christoph Lampert nutzten alle Fahrer aus der Topklasse diese Möglichkeit. Mit etwas besseren Reifen konnte ich mich auf 52.135 steigern, Sebastien (51.008) pulverisierte inoffiziell bereits den Streckenrekord und Patrik (54.615) deckte wohl noch nicht alle Karten auf.

 

Der Sonntagmorgen war leicht bewölkt, etwas windig und kühl, also gutes Rennwetter. Zügig waren wir an der Reihe mit unserem 1. Rennlauf. Die (An-)Spannung war überall zu spüren. Mit neuen Reifen versuchte ich mein Glück. Der Start gelang mir nicht wunschgemäss: In den ersten zwei Kurven konnte ich das höhere Gripniveau der Reifen noch nicht richtig nutzen. Zudem baute ich selber in der Doppel-Rechtskurve bei Posten 8 noch einen Fehler ein. In 51.591 stellte ich zwar Bestzeit auf, doch diese hielt nur etwa 20 Sekunden! Meine Zeit wurde von Patrik Zajelsnik (50.943) und Sebastien Petit (50.350) unterboten. Christoph Lampert (51.829) reihte sich an 4. Stelle ein.

 

Im 2. Rennlauf wollte ich meine Fehler nicht wiederholen und versuchte noch mehr anzugreifen. Vielleicht war dies auch etwas zu viel des Guten… Der Fortschritt resultierte bloss in 51.320 Sekunden. Super Seb (50.145) verbesserte abermals seinen Streckenrekord vom ersten Lauf, Patrik (51.556) konnte seine Zeit nicht ganz bestätigen und Christoph (51.569) steigerte sich um die 0.2 Sekunden.

Für die Tageswertung zählten bloss die zwei schnellsten Zeiten des Tages. Da sich die Rennleitung entschied, nochmals zwei weitere Wertungsläufe durchzuführen, war noch alles drin. Wegen der gestiegenen Temperaturen waren aber nicht mehr die absoluten Topzeiten zu erwarten. Nur Patrik gelang mit 50.369 Sekunden eine super Zeit und eine Steigerung. Alle anderen aus den Top 6 wurden um etwa ein halbe Sekunde langsamer und meine Chance auf den 2. Platz war geplatzt.

 

Der abschliessende 4. Rennlauf war somit fast nur noch Kür. Sebastien Petit festigte seinen Gesamtsieg beim Osnabrücker Bergrennen nochmals in 50.160, wobei die Zeiten von Patrik (51.308), Christoph nach Leitplankenkontakt (53.352) und mir (51.739) als „Streichläufe“ galten. Nach dem Pech vom Motorschaden und der schnellen Reparatur des Autos werte ich diesen 3. Platz bei starker internationaler Konkurrenz trotzdem als Erfolg. Zudem waren auf den ersten drei Plätzen ausschliesslich Mugen befeuerte Autos vertreten.

 

Erstmals in diesem Jahr machten wir uns nicht gleich nach der Siegerehrung auf den Heimweg. Unser Team blieb zum „Rennausklang“ mit den Leuten vom MSC Osnabrück und einigen Fahrern im Festzelt. Montag früh stand die Rückreise „nach Süden“ an. Nach langen 11 Stunden Fahrt trafen wir in Oberdiessbach ein.

 

Nun bleibt keine Zeit zum Ausruhen! Bereits in etwas mehr als einer Woche muss das Material wieder in den Jura verschoben werden. Beim Europa Bergmeisterschaftslauf von St-Ursanne – Les Rangiers (18.-19. August) werde ich wieder auf härteste Konkurrenz an Europas Bergen treffen. Ich freue mich auf die nächste anspruchsvolle Strecke!

 

Bis bald…

Marcel

 

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